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 Neun
Türme auf einer Stadtmauer, gekrönt vom Zeichen der Schönburger,
zeigt das Meeraner Stadtwappen. Stadtmauern mit Türmen und Toren
waren Ausdruck des Selbstbewusstseins und der wirtschaftlichen Macht
des sich entwickelnden Stadtbürgertums. Aus dieser Symbolik ist
auch das Meeraner Stadtwappen zu verstehen.
Bemerkenswert ist dabei die Ähnlichkeit
mit den Brakteaten Wladislaw II, die zwischen 1158 und 1173 in Bautzen
geprägt wurden. Wladislaw II. verstarb 1174 in Meerane, was der
Stadt die erste urkundliche Erwähnung einbrachte. Ein Rundbogentor
in ein Quadermauerwerk eingelassen findet man sowohl dort als auch im
heutigen Meeraner Stadtwappen.
Stadtmauer
und Türme findet man in Meerane heute nicht mehr, dafür eine
sagenhafte Geschichte zum Zeichen der Schönburger, die rund 1200
Jahre zurückreicht. Damals soll Karl der Große seine Getreuen
nach einer gewonnenen Schlacht mit Wappenschilden belohnt haben, doch
der Schönburger bat, seinen Schild leer zu lassen, „bis er
für ihn geblutet habe“. Die Gelegenheit kam in einer Schlacht,
in der Karls Schild zerbrach und ihm der Schönburger, schwerverletzt,
seinen eigenen Schild reichte.
Karl der Große wurde gerettet. Daraufhin
soll er die Wunde des Schönburgers berührt und zwei blutrote
Streifen über den bis dahin leeren Schild gezogen haben: „Dies,
Schönburger, sei von nun an dein Wappen!“. Das Adelsgeschlecht
der Schönburger prägte rund 600 Jahre, bis 1878, die Geschicke
der Stadt Meerane.
Mit der Einführung der 1. Allgemeinen
Städteordnung 1845 bekam Meerane verbindlich sein Wappen und die
Stadtfarben Weiß/Rot.
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