„Puppentheater heute“ in der Galerie ART IN
Puppentheater Plauen-Zwickau stellt sich in Meerane vor
Der Prinz und die Prinzessin, der König und seine Hofleute, Kasper, Hexen, Fabelwesen, Katzen und ein Krokodil - sie alle und noch vieles mehr sind in der neuen Ausstellung in der Galerie ART IN zu bewundern. „Puppentheater heute“, so der Titel der Ausstellung, mit der sich das Puppentheater Plauen-Zwickau in Meerane vorstellt.
Dem Besucher öffnet sich eine vertraute und zugleich neue spannende Welt. Die Figuren der bekannten Grimmschen Märchen erkennt man wieder, doch bei vielen Wesen, die sich in der Galerie tummeln, weiß man es nicht: Sind sie gut, sind sie böse, welche Rolle spielen sie? Dazu gibt es Entwürfe, Bühnenbilder, Skizzen und Szenenfotos, die Einblicke in die bunte Welt des Puppentheaters ermöglichen.
In der letzten Ausstellung 2006 in der Galerie ART IN hat sich der Meeraner Kunstvereins eine ganz besondere Ausstellung ins Haus geholt. Wie der Vorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Zscherpel erklärte, ist es in über 30 Jahren Galeriebetrieb in Meerane dazu die erste Ausstellung dieser Art. Das Interesse des Publikums war bereits zur Vernissage entsprechend groß.
Nach einer kurzen Einführung in das Puppenspiel durch Prof. Zscherpel und die Vorstellung der Aussteller sprach der Direktor des Zwickauer Puppentheaters Heinrich Schulze zu den Gästen. Heinrich Schulze, bereits seit 1982 Atelierleiter und seit 1991 Direktor des Zwickauer Puppentheaters, war gemeinsam mit Ausstattungsleiterin Antje Hohmuth nach Meerane gekommen. An der Ausstellung beteiligt sind neben den beiden Mitarbeitern des Puppentheaters Plauen-Zwickau außerdem die freischaffenden Ausstatter, Puppenspieler bzw. Regisseure Marita Bachmaier, Horst Günther, Rainer Schicktanz, Frieder Simon sowie Barbara und Günter Weinhold.
„Das Puppentheater ist ein weites Feld“, so Heinrich Schulze. „Die uralte Kunst des Puppentheates ist, wenn sie von kreativen Künstlern betrieben wird, stets neu. Die Möglichkeiten dieser Theaterform sind vielfältig und keinesfalls ausgeschöpft. Selten fließen Literatur, bildende Kunst, darstellende Kunst, Klangkunst und kunsthandwerkliche Fertigkeiten so zusammen wie in diesem Medien“. Dabei dienen alle Gebilde dem Zweck, eine Geschichte zu erzählen und dabei Herz und Hirn zu erreichen, betonte er.
Ursprünglich war das Puppentheater ein Theater für Erwachsene. Klassisches und „Schmachtfetzen“ wurden gespielt. Doch als das Kino kam, wurde es eng für die Puppenspieler und so begannen sie, für Kinder zu spielen. „Jetzt steigt das Interesse wieder, für Erwachsene zu spielen“, erklärte Heinrich Schulze und ergänzte schmunzelnd, dass das auch einfacher sei: „Erwachsene halten still.“
„Bevor es los geht, muss alles erdacht, erfunden und erbaut werden. Während des Entstehungsprozesses liegt alles auf der Werkbank herum und dann entsteht ein neues Wesen. Beim Spiel geschieht dann das Wunder, dass man den Figuren glaubt. Wenn es klappt!“, beschreibt Heinrich Schulze seine Arbeit. Er erinnerte auch an die schwere Zeit der Puppenspieler in der DDR Anfang der 50er Jahre, als viele kleine Puppentheater keine Spiellizenzen erhielten und vernichtet wurden, darunter auch Max Wagner-Liebhaber aus Crimmitschau, dessen Marionetten im vergangenen Jahr im Meeraner Heimatmuseum zu sehen waren.
Eigentlich, sagte Heinrich Schulze zum Abschluss, sei die Ausstellung eine Lüge, weil die Puppen für das Theater gemacht sind und erst im Spiel, mit Musik und Bewegung, zu dem werden, was sie sind. Aber, ist dem entgegenzusetzen, die Neugier und Phantasie der Besucher macht die Figuren auch in der Galerie lebendig!
Passend zur Ausstellung für Große und Kleine waren auch die Lieder von Volkmar Funke – Puppenspieler, Regisseur und Liedermacher - der das Rahmenprogramm zur Vernissage gestaltete. Mit „In der Stille hört man wohl am meisten“ schlug er nachdenkliche Töne an, bezog aber auch kurzerhand das Publikum mit ein und ließ alle gemeinsam singen „So wie du bist, so bist du gut“.
Die Ausstellung „Puppentheater heute“ ist bis zum 7. Januar 2006 in der Galerie ART IN, Marienstraße 22, zu sehen.
Öffnungszeiten der Galerie: Dienstag bis Donnerstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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