Aktuelles (11.01.2007)

 


Nachtrag Dezember 2006

Buchpremiere mit vielen Lebensweisheiten: Wolfgang Eckert stellte sein neues Buch vor

Der Meeraner Schriftsteller Wolfgang Eckert stellte am 13. Dezember 2006 sein neuestes Buch „Menschen sind andere Leute“ auf Einladung der Stadtbibliothek in der Galerie ART IN vor. Fast bis auf den letzten Platz war der Raum mit literaturinteressierten Besuchern besetzt und aus diesem Grund griff Wolfgang Eckert erst einmal nicht zum Buch, sondern zu einer Flasche Sekt, die er an seinen Freund Dr. Bodo Ueberfeld, überreichte. Es habe da eine Wette um die Besucherzahlen gegeben, erklärte er dem Publikum. Er hatte nicht gedacht, dass mehr als 20 Besucher kommen, Bodo Ueberfeld hatte dagegen gehalten.

„Ich bin Moralist, das gebe ich zu. Und solche geraten in Gesellschaften, die moralisch verwahrlosen, in Anrüchigkeit“, sagte er zu Beginn. Aber er will nicht belehren, nicht mit dem Zeigefinger drohen.
Für sein neues Buch hat Wolfgang Eckert die literarische Form der Aphorismen gewählt. „Mensch zu sein, ist ein hoher Anspruch. Das Leben zwingt uns oft, nur Leute zu sein“, stellte er bezugnehmend auf den Buchtitel vornweg.
Gesellschaft, Politik, Religion, Arbeitswelt, Beziehungen zwischen Menschen, Beziehungen zwischen Mann und Frau – kein Bereich scheint vor ihm und seinen knappen und doch so treffsicheren Analysen sicher. Zustände, Umstände, die Schwächen seiner Mitmenschen zeigt er auf: heiter, ironisch oder nachdenklich und entsprechend reagiert das Publikum.
Eckert erzählt vom Weihnachtseinkauf, bei dem die Menschen „in Kisten wühlen statt in ihren Seelen“, dem Kind, vergraben unter dem Geschenkeberg, von Robotern, die nicht krank werden, keinen Urlaub machen, aber einen Fehler haben, nichts kaufen können.
„In einer kleinen Stadt wissen die Leute, was du tust, bevor du es getan hast“, nimmt er kleinbürgerliche Geisteshaltung aufs Korn, erinnert „Kinder sagen immer die Wahrheit, weil sie nicht wissen, man kann Schaden anrichten“ und regt zum Nachdenken: „Das Leben ist ein einziges Vergehen. Wir vergehen uns ständig“ oder „Fest auf meinem Boden stehend, bin ich längst schon ausgewandert“.
„Denkpausen“ gibt es, wie von Eckert angekündigt, durch die musikalischen Einlagen von Matthias Schmidt am Keyboard und an der Gitarre.
Und natürlich kommt auch die Heiterkeit bei Eckert nicht zu kurz: „Das Mitleid mancher Frauen zu ihren Männern ist grenzenlos. Sie kocht zwei Eier zum Frühstück und sagt mit einer charmanten Sanftheit: „Schade, Liebling, deines ist wieder geplatzt“.
Das Publikum dankte am Ende mit langem Applaus.


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