Aktuelles (22.01.2007)

 


Neujahrsempfang der Stadt Meerane 2006/2007 am 19. Januar 2007

Rede des Bürgermeisters Prof. Dr. Lothar Ungerer

"Mei
ne sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Meeranerinnen und Meeraner,

Adieu 2006. Es lebe 2007.
Entsprechend ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1174 geht unsere liebenswerte Stadt damit in ihr 833. Jahr.
Es ist mir eine besondere Freude, Sie zum Neujahrsempfang 2007 der Stadt Meerane, der Stadtwerke Meerane, der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, des Abwasserzweckverbandes Götzenthal und des städtischen Eigenbetriebes „Seniora“ sehr herzlich zu begrüßen.

Dies persönlich und namens der Geschäftsführerinnen Sabina Wellnhofer und Angelika Ursel und der Herren Geschäftsführer Uwe Nötzold und Roland Hecht und unseres Herrn Christoph Fischer.

Ich nutze die Gelegenheit und danke Ihnen sehr herzlich für die lieben Weihnachts- und Neujahrsgrüße, die im Rathaus eintrafen.

Mögen sich bei bester Gesundheit Ihre Wünsche im jungen Jahr erfüllen.
Denn: Ohne Gesundheit ist alles nichts.
Johann Wolfgang von Goethe:
„Was nützt mir der ganzen Erde Geld?
Kein kranker Mensch genießt die Welt.“

Nun könnte ich den Blick auf die bundesdeutsche gesundheitspolitische Debatte werfen, bei der das Thema Gesundheit auf Geld und Kosten reduziert wird. Keine Sorge, das mache ich nicht.
Nur so viel: Die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger sind in der Auseinandersetzung zweitrangig.
Über das, was Medizin leisten soll, nämlich die Wiederherstellung, Erhaltung, Steigerung von Lebensqualität, wird kaum geredet. Genauso wenig wie über – den Patienten.

Ich werfe aber meinen Blick auf das Meeraner Krankenhaus und seine Schließung durch das Kreiskrankenhaus Glauchau am 30.06.2005.
Auch hier wurde die Debatte durch das Kreiskrankenhaus Glauchau auf die Kosten reduziert. Die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und in der Region spielten keine Rolle.
Auch hier wurde über das, was Medizin leisten soll - Wiederherstellung, Erhaltung, Steigerung von Lebensqualität - mit uns nicht geredet. Genauso wenig wie über oder mit den Patienten.
Damit war die 160-jährige städtische Tradition dieser medizinischen Versorgungseinrichtung akut gefährdet. Alle Proteste blieben ungehört.
Auch über 5.000 Unterschriften konnten die Verantwortlichen in der Krankenhausgesellschaft und im Landkreis nicht umstimmen.
Im Gegenteil: Es wurde in den Jahren 2005 und 2006 alles aufgefahren, um uns zu kaputt zu machen:

  • Klage gegen die Stadt Meerane (mit erstinstanzlicher Abweisung in 2006 beim Landgericht Chemnitz)
  • über acht Strafanzeigen gegen den Bürgermeister, einzelne Stadträte und Mitarbeiter der Stadt (in 2006 durch die Staatsanwaltschaft eingestellt)
  • die Mobilisierung Thüringer Ministerien und des Thüringer Landesverwaltungsamtes über Sächsische Ministerien (SMI, SMS) gegen das Projekt ab Juni 2006. Dazu gehörte auch der dicken Brocken einer eher unseriösen Stellungnahme des Landkreises Chemnitzer Land an das Thüringer Landesverwaltungsamt vom 9. August 2006.

Das Ziel: Keine Fortentwicklung im Meeraner Krankenhaus. Es reichte nicht allein die Schließung des Krankenhauses; nein es wurde und wird mit aller Macht versucht, eine weitere Entwicklung unmöglich zu machen.
Ich knüpfte den ersten Kontakt mit Herrn Landrat Sieghardt Rydzewski und Herrn Geschäftsführer Peter Jansen im Frühjahr 2005. Grundlegendes hat mich sofort mit Herrn Peter Jansen verknüpft, nämlich die Frage: Was ist uns die Gesundheit wert? Damit verbindet sich ein Welt- und Menschenbild.
Der kranke Mensch ist für mich zuallererst kein Kostenfaktor. Er ist ein Mensch, der Hilfe, Pflege und Zuwendung bedarf.
Unser Ziel war und ist die Vernetzung von Komponenten des Gesundheitssystems in unserem Krankenhaus: Ambulantes Operieren verschiedener Fachrichtungen, Akutbehandlung, niedergelassene Ärzte und ergänzende Dienstleistungen wie Physiotherapie oder Radiologie. Kurzum eine Art Poliklinik.

Nun erfolgte am 15. Januar 2007 die Bestätigung durch das Landesverwaltungsamt Weimar. Ein erster Wunsch im neuen Jahr ging in Erfüllung.
Davor lagen 6 Monate – Bangen, Hoffen, Argumentieren, Kämpfen – es war eine verdammt hohe Hürde.
Heute sage ich: Ziel erreicht. Deshalb wird aus unserem bisherigen Arbeitstitel Medizinisches Kompetenzzentrum Meerane jetzt die Poliklinik Meerane.

Ich danke allen für Ihren langen Atem; das Warten war erfolgreich. Mit der neuen Poliklinik Meerane gehen wir einen guten und klaren Schritt in die Zukunft. Im Blickpunkt stehen die Gesundheit der Menschen und damit die Lebensqualität und das Wohlbefinden einer älter werdenden Bürgerschaft.

Lassen Sie mich bitte heute für ihr Engagement herausheben:
Landrat Sieghardt Rydzewski und sein Team des Landratsamtes;
das Kreiskrankenhaus Altenburg, Herrn Geschäftsführer Peter Jansen;
Frau Kathleen Dittrich-Ueberfeld;
den Kreistag Altenburger Land für seinen einstimmigen Beschluss und das Vertrauen;
ebenso dem Stadtrat der Stadt Meerane;
dem Anwaltsbüro Dr. Martens, Orth und Kollegen mit Rechtsanwalt Rene Paul;
den Meeraner Ärzten für Ihre Unterstützung, Dr. Lorenz;
Herrn Chefarzt Dr. Dietmar Walther.
Ein besonderer Dank geht ebenfalls an alle Bürgerinnen und Bürger für Ihre Zuversicht und den Mut, insbesondere Frau Monika Laqua und Frau Hannelore Krauß.

Ich verneige mich vor Ihrem Engagement und danke Ihnen tief bewegt.


Die Kooperation über Bundesländer hinweg ist für die Stadt Meerane mit ihrer langen Gemarkungsgrenze mit über 50% an den Freistaat Thüringen lebensnotwendig.
2006 beteiligte sich die Stadt Meerane mit 2% an der Flugplatz GmbH Altenburg-Nobitz.
Die Gründe:

  • Anbindung an das internationale Flugnetz vor der Haustüre.
  • Einzigartige Chance für Unternehmen und Bürger unserer Region.
  • Ein Stück praktische Wirtschaftsförderung.
  • Cargo-Geschäft, Privatflieger, und als Linienflieger Ryanair Standort.

Ryanair bietet seit Mai 2003 eine tägliche Verbindung zu seinem Drehkreuz London an, die bisher von rund 390.000 Passagieren genutzt wurde. In wenigen Wochen, im März 2007 startet die neue Linie nach Barcelona.
Ryanair-Vorstandschef Michael O'Leary erklärte am 13. Januar 2007: „Wenn die neue Fluglinie ein Erfolg ist, werden wir neue Fluglinien dazu tun.“ Ryanair setzt auf einen Ausbau des Regionalflughafens Altenburg.

Es ist übrigens nicht die erste Beteiligung der Meeraner an einem Flugplatz. Am 27.06.1938 wurde die Beteiligung der Stadt Meerane an der Flughafengesellschaft mbH in Zwickau unterzeichnet. Leider haben wir keine Erkenntnisse über den Verlauf und das Ende der Beteiligung. Wir werden sehen, was wir von der Stadt Zwickau erfahren. Die Anfrage läuft.


Meerane feierte 2006

  • 100 Jahre Karosseriebau in Meerane. 2007 feiert Zwickau 50 Jahre Trabant. Meerane feiert natürlich mit.

Warum? Die Trabant-Ära beginnt in Meerane 1957 mit der Nullserie des P 50, der 1958 als Trabant 500 auf den Markt kommt. Das Karosseriewerk Meerane lieferte – just in time – die gefertigten Karossen zum VEB Sachsenring Zwickau.

Meerane feierte 2006

  • 150 Jahre Stadtwerke (Gasversorgung)

Wir verabschiedeten uns von Herrn Christoph Fischer als Geschäftsführer der Stadtwerke Meerane, der in vorzüglicher Weise die Stadtwerke mit Beginn der 90er Jahre bis ins vergangene Jahr geführt hat. Lieber Herr Fischer, nochmals Dank und Anerkennung an dieser Stelle.
Mit dem 1.1.2007 ist Herr Uwe Nötzold neuer alleinverantwortlicher Geschäftsführer: Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Kundenservice auf hohem Niveau sind seine Ziele. Damit sind die Stadtwerke Meerane mit der gesamten Mannschaft und seinem Gaspartner, der Erdgas Südsachsen gut für die Zukunft aufgestellt. Lieber Herr Nötzold, dazu Glück auf und auf gute Zusammenarbeit.


Meerane feiert im Jahr 2007 weiter.

Dankerfüllt blicke ich zu den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Meerane und des Meeraner Sportvereins. Beide stimmen sie heute auf ihr Jubeljahr 2007 ein.

Der MSV wird 100. Gegründet als Sportvereinigung 07 Meerane, machte er als führender Sportverein vor allem in den 1920er und 1930er Jahre Meerane als „Sportstadt“ international bekannt. Mit Fußballnationalspieler Richard Hoffman (geb. 1906) brachte der Verein den wohl für seine Zeit besten internationalen Stürmer hervor.

Die Freiwillige Feuerwehr Meerane – heute Nacht im Kampf gegen Sturm und Wasser infolge des Orkantiefs „Kyrill“ – wird 150. Wehrleiter Kai Götze kann mit seinen Kameradinnen und Kameraden stolz auf eine große Tradition zurückblicken.
Der Beginn des Feuerlöschwesens im Jahre 1857 ist in der Chronik nicht einfach zu erschließen. Es ist jedoch sicher davon auszugehen, dass beim Brand der Gaststätte „Goldener Löwe“ in der Poststraße in der Nacht vom 12./13. Mai 1857 die freiwillige Rettungsschar erstmals zum Einsatz kam.
Es erwarten uns großartige Festtage, die in ein erlebnisreiches und vielfältiges Jahresprogramm eingebettet sind.
Verantwortlich für das Jahresprogramm sind vor allem die Meeraner Vereine, die unser städtisches Leben prägen. Das Engagement und die Bereitschaft vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger Verantwortung zu übernehmen ist großartig und gelebte Demokratie. Herzlichen Dank.


Einige wenige Zahlen zum vergangenen Jahr:

Daten bieten Orientierungshilfe. Mit objektiven und belastbaren Angaben lassen sich die wichtigsten Entwicklungen in der Stadt Meerane im Jahre 2006 darstellen.

Investitionskapital: Die Unternehmen (Gewerbe und Industrie, Handel, Dienstleistungen) investierten im vergangenen 44,5 Mio. Euro. Es entstanden 317 neue Arbeitsplätze.

In der Innenstadt wurden 11 Geschäfte mit einen Verkaufsfläche von 1.733 qm neu eröffnet. Rechne ich den neuen Simmel-Markt mit 1.700 qm Verkaufsfläche dazu, so kommen wir auf 3.433 qm neue innerstädtische Verkaufsfläche.

Mit dem Haushaltsjahr 2006 hat sich die Gesamtsumme der Investitionen zur Beseitigung der Hochwasserschäden auf ca. 10,8 Mio. Euro erhöht. Hier sind auch die Maßnahmen des Freistaates Sachsen und des Landkreises eingerechnet.

In 2006 hat die Stadt Meerane entsprechend ihres Doppelhaushaltes 2006/2007 insgesamt 4,3 Mio. Euro für Investitionen ausgegeben.
Die Zahl der Einwohner betrug zum Jahresende 17.195 Einwohner. Davon sind 131 Einwohner mit einer nichtdeutschen Staatsangehörigkeit. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung beträgt damit 0,76%.

Die Freiwillige Feuerwehr Meerane hatte 170 Einsätze. Mit hoher Professionalität und dankenswertem und mutigem Einsatz sorgen alle Feuerwehrangehörige für Sicherheit in unserer Stadt.

Der Stadtrat der Stadt Meerane bewerkstelligte 52 Sitzungen (einschließlich seiner Ausschüsse) und tagte 91 Stunden und 55 Minuten zum Wohle unserer Stadt.


Deutschland hat 2006 einen eindrucksvollen Aufschwung erlebt. Deutschland steckt mitten im Aufschwung, der dem klassischen Muster folgt: Vom boomenden Export springt der Konjunkturimpuls auf die Binnenwirtschaft über. Zusätzlicher Schwung kam mit dem sinkendem Ölpreis.
Die deutsche Wirtschaft hat 2006 reihenweise Rekorde aufgestellt:
- Das höchste Wirtschaftswachstum seit 1991,
- den ersten Aufschwung am Bau seit über zehn Jahren,
- die Produktivität ist erstmals seit Jahren eindrucksvoll gestiegen,
- es wurden über 500.000 Arbeitsplätze neu geschaffen,
- einen der höchsten Exportzuwächse der vergangenen Jahrzehnte und
- sogar den ersten zarten Konsumanstieg seit Beginn der Geiz-ist-geil-Zeiten.

Die konjunkturelle Eigendynamik folgt einer einfachen und klaren Erkenntnis: Wer mehr absetzt, investiert und stellt auch mehr Leute ein, die dann mehr konsumieren.

Es ist kein politischer Aufschwung. Die Weltkonjunktur brummt und die Deutschen schließen sich an.
Beispiel BORSIG: Kurz vor Weihnachten kam der Auftrag aus China. Der größte in der 170-jährigen Firmengeschichte. Für 25 Mio. Euro bestellten die Chinesen Großanlagen und Systeme für eine Öl-Raffinerie.

Die Unternehmer haben diese Volkswirtschaft geschickt und beharrlich in einen stabilen Aufschwung mit der Aussicht auf mehr Wohlstand für alle geführt.
Es gibt in Deutschland drei Millionen Frauen und Männer, die sich auf den Märkten als Unternehmer tummeln; die meisten tragen als Eigentümer das volle Risiko.
Mit ihren Belegschaften und Betriebsräten kämpfen sie um Aufträge, schlagen sich mit Kunden und Lieferanten herum, ärgern sich über Bürokratie, Politik und Abgaben, ringen um ein möglichst auskömmliches soziales Betriebsklima.
In die Schlagzeilen geraten sie erst, wenn der Markt sie zu Entlassungen oder Stilllegungen zwingt.
Ihre Energie, mit der sie sich für Innovationen einsetzen, und ihr Engagement in neuen Marktsegmenten sind dagegen oft kaum eine Randnotiz wert.
Der Strukturwandel in den Unternehmen trägt Früchte. Die Betriebe haben ihre Kostenstrukturen erfolgreich durchforstet, überflüssige Hierarchien geschleift, ihre Kernkompetenzen ausgebaut, neue Produkte ersonnen und neue Märkte weltweit erobert.
Bewährt haben sich unternehmerisches Geschick und die industrielle Intelligenz des Landes, seiner Facharbeiter, Ingenieure und Finanziers.
Dass Ausländer unser Land ökonomisch für attraktiver halten als wir selbst, sollte zu denken geben.
Die öffentliche Einschätzung ist auf die Ober- und Ackermänner des Dax-Klubs fixiert. Die vielen erfolgreichen Eigentümer-Unternehmer, die den Humus für den Aufschwung abgeben, werden weiterhin ausgeblendet.

Im Dezember erklärte das „Wall Street Journal Europe“ Deutschland zum entscheidenden Impulsgeber der gesamteuropäischen Wirtschaft.
Weltweit ist der Standort Deutschland höchst attraktiv und geeignet für Investitionen.
Damit hat der Standort Deutschland seinen Titel als Exportweltmeister verteidigt und ausgebaut.
Zwei Drittel der Exporte, meine Damen und Herren, zwei Drittel, gehen in die Europäische Union. Die wichtigste Säule der Europäischen Union, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft wurde, vor 50 Jahren gegründet. Sechs Staaten unterzeichneten in Rom den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Mittendrin die Bundesrepublik Deutschland. Heute hat das Erfolgsmodell Europa 27 Staaten und weitere europäische Staaten wollen dazu.
Meeraner Unternehmen sind Teil dieses europäischen Marktes und sie haben Erfolg. Die gemeinsame Währung ist der Euro, dessen Stabilität und Kraft eine wichtige Komponente des wirtschaftlichen Aufschwungs darstellt.
Bei aller oft berechtigten Kritik wüsste ich angesichts der Globalisierung keine Alternative zum Zusammenschluss der europäischen Staaten. Und wenn ich in die Zeit vor 1945 zurückdenke sowieso nicht.
Erst mit der europäischen Einigung, die vor 50 Jahren richtig in Fahrt kam, wurde der Krieg aus Europa verbannt. Heute wissen wir, dass die Vereinigung Europas ein erfolgreiches Friedensmodell ist.


Wir freuten uns im Jahr 2006 über

  • die Sächsischen Einzelmeisterschaften und Mannschaftsmeisterschaften im Skat unter Federführung der Herzbuben Meerane e.V.. Herzlichen Dank an Herrn Klaus Schüller und seine Mitskater.
  • ein gelungenes Stadtumbauprojekt der Westsächsischen Wohnbaugenossenschaft eG Meerane. Gratulation an Herrn Dr. Pree.
  • die Realisierung zahlreicher Projekte mit der ARGE Chemnitzer Land – Dank für die Zusammenarbeit und an die aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vieler Projekte, die unserer Stadt und ihren Menschen zu Gute kamen.
  • die Unterstützung der Unternehmen für unsere Schulen und Vereine;
  • die private Verschönerung von Gebäuden;
  • die Inbetriebnahme des Solar-Parkes Meerane 2.


Mit einem kurzen Blick in das Arbeitsprogramm 2007 folge ich zunächst unserem Kerngedanken:

Strategie hat man,
wenn man weiß, wo man steht und
wenn man weiß, wohin man will.

Konkret:

  • Stadtumbau Ost
  • Weitere Optimierung der Infrastruktur; stellvertretend (Kanalbau Abwasser, August-Bebel-Straße, Äußere Crimmitschauer Straße)
  • Weitere Optimierung des Zentrums: Stadtbibliothek, Fortentwicklung Simmel-Markt, Umgestaltung Kaufhaus, Platzgestaltung mit einem neuen Kunstwerk
  • Beseitigung verfallener Altsubstanz
  • Abschluss der umfassenden Beseitigung der Hochwasserschäden
  • Stadtentwicklungskonzept
  • Verwaltungsreform in der Stadtverwaltung : Einführung der Doppik (kaufmännisches Rechnungswesen) und Entwicklung des neuen Eigenbetriebs „ Stadttechnik “
  • Sächsische Verwaltungsreform

Ich freue mich auch auf das, was nicht planbar ist. Das hält den Geist in Schwung.

Wir freuen uns auf den Besuch der Lörracher Stadtmusik in unserer Stadt. Der Stadtrat Meerane wird im Laufe des Jahres mit einem Besuch in Lörrach den kommunalpolitischen Dialog mit den Verantwortlichen unserer Partnerstadt fortsetzen.

Das Jahr 2007 ordnet unsere Schullandschaft neu. Umzüge stehen an:
Die Mittelschulen werden vereinigt und arbeiten als neue Schule im Gebäude der Tännichtschule weiter. Die Lindenschule zieht in das Schulgebäude am Hirschgrund um, und findet dort als Grundschule optimalere Bedingungen vor.
Und: Es vollzieht sich der endgültige Umbau des gymnasialen Schulangebotes vom staatlichen Gymnasium hin zum privaten Gymnasium.

Nach dem Bericht des Statistischen Bundesamtes zu Jahresbeginn nimmt die Bedeutung der Privatschulen zu. Eltern suchen Alternativen zu staatlichen Einrichtungen. Mittlerweile lernen ca. 900.000 Schüler an einer privaten Einrichtung. Die wenigsten Privatschulen gibt es in Schleswig-Holstein mit 3,3 %, die meisten im Freistaat Sachsen (11,4%). Die größte Gruppe stellen die Gymnasiasten mit 40,4%.
Die Schülerinnen und Schüler des Europäischen Gymnasiums „Johann Heinrich Pestalozzi“ in freier Trägerschaft gehören in diese Gruppe. Das Gymnasium in freier Trägerschaft ist für viele Eltern und ihre Kinder eine Alternative. Eine sehr gute Alternative. Die Stadt Meerane ist darüber sehr glücklich. Damit verkraften wir den Schmerz besser, wenn in diesem Jahr das öffentliche Gymnasium nach den Vorgaben des Sächsischen Schulgesetzes endgültig schließt.

Vor 100 Jahren, am 6. Januar 1907, eröffnete Maria Montessori in San Lorenzo / Rom ihr erstes Kinderhaus, das „Casa dei Bambini“. Hier entwickelte Maria Montessori die Kernprinzipien ihrer Pädagogik:
Das Kind in seiner Persönlichkeit achten,
es als ganzen vollwertigen Menschen sehen;
seinen Willen entwickeln helfen, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt;
ihm helfen, selbstständig zu denken und zu handeln;
ihm Gelegenheit bieten, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen,
ihm helfen, Schwierigkeiten zu überwinden als ihnen auszuweichen.
Hier steckt auch der pädagogische Kern des Europäischen Gymnasiums Meerane. Die Gedanken Maria Montessoris haben ihre Grundlagen bei Johann Heinrich Pestalozzi.

Dank an die Schulleitung, Herrn Lutz Kohlschmidt und dem Geschäftsführer des Trägervereins Waldenburg, Herrn Frank Güthlein.


Ich greife nochmals das Thema Kooperation auf.
Man sagt: Kooperation ist die Fähigkeit, die eigene Kraft innerhalb einer Gruppe zur gemeinsamen Zielerreichung einzubringen.

In unserer kommunalen Arbeitsgemeinschaft „terra plisnensis“ (Städte Schmölln, Gößnitz, Werdau, Crimmitschau, Meerane) bringen wir unser gemeinsames Radwegekonzept auf den Weg.
Die Städteregion Zwickau (Städte Crimmitschau, Meerane, Werdau und Zwickau sowie die IHK Regionalkammer Zwickau) war und ist wegweisend für den neuen Kreis Zwickau. Die zur Vertiefung in 2006 beschlossene Städtekooperation Crimmitschau-Meerane wird mit Leben gefüllt.

Mit dem Stichwort „neuer Kreis Zwickau“ greife ich das sicher zentrale öffentliche Thema 2007 in Sachsen auf, die Verwaltungsreform.
Mittlerweile liegen die Gesetzesentwürfe als Referentenentwürfe vor – ein umfassendes Werk (1.000 Seiten) mit vielen Kompromissen.
Wenn man den Worten des französischen Politikers Maurice Couve de Murville folgt, nach dem ein Kompromiss „Ein Zusammenprall unter Anwendung von Stoßdämpfern“ ist, dann hatten am Ende des langen Weges viele ihre Stoßdämpfer eingesetzt. Der Kompromiss ist dem Lenkungsausschuss unter Federführung von Staatsminister Dr. Albrecht Buttolo gut gelungen.
Das Reformvorhaben enthält eine Vielzahl von Aspekten. Ich möchte drei Stärken aus Sicht der Stadt Meerane herausgreifen:

Die Neuordnung und Straffung der Verwaltung in Sachsen ist eine sehr gute Anpassung an die Probleme unserer Zeit – vor allem an den demografischen Wandel.
Die Kommunalisierung von Aufgaben, vor allem Gewerberecht, Gaststättenrecht, Verkehrsrecht und Widerspruchsbehörde entspricht dem Grundsatz einer bürgernahen Verwaltung.
Die Neugliederung der Kreise ist für uns ein Glücksfall. Der neue Kreis ist nur mit der Stadt Zwickau als Kreisstadt erfolgreich. Zwickau hat Kraft und Ausstrahlung für den Erfolg.
Der Zeitplan sieht das Inkrafttreten zum 1. Juli 2008 vor. Vorgegeben ist bereits auch der Termin für die Kreiswahlen. Am 6. Juni 2008 sollen die neuen Kreistage und die neuen Landräte gewählt werden. Mit dem 6. Juni 2008 ist damit auch der Wahltermin für die Bürgermeisterwahlen in Sachsen festgelegt.

Erlauben Sie mir hier einen kurzen persönlichen Einschub, der mir zur Klarstellung wichtig ist, um andere Spekulationen über meine Person auszuräumen.
Ich werde mich erneut um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Meerane bewerben.
Dazu vier Punkte:
Erstens. Es hat etwas mit Vertrauen zu tun: Eine meiner Aussagen im Wahlkampf 2001 war eine erneute Kandidatur in 2008, um die Arbeit durch die Wählerinnen und Wähler bewerten zu lassen.
Zweitens: Es ist auch eine emotionale Angelegenheit, d. h. meine Bindung an die Menschen unserer Stadt, an die Unternehmen mit ihren Leistungen und an die Stadt Meerane mit ihrer großartigen Tradition.
Drittens: Es gibt noch viel zu tun. Für die gestellten Aufgaben sind und waren sieben Jahre kurz. Es geht um die Gestaltung des Wandels mit seinen großen Herausforderungen wie Demografie oder die Verwaltungsreform. Mein Ziel ist es dabei, Meerane im Wandelprozess stark zu positionieren.
Viertens: Bürgermeister ist ein Beruf, der mir Freude bereitet. Es ist die Zusammenarbeit mit den Stadträte, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung , aber auch die verantwortlichen Tätigkeiten in den Stadtwerken Meerane, in der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, im Abwasserzweckverband, im Regionalen Trinkwasserzweckverband. Dazu zählen auch verantwortungsvolle Aufgaben wie die Vertretung der Sächsischen Städte und Gemeinden im Landesbildungsrat des Freistaates Sachsen.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
für die Unterstützung und Partnerschaft unserer Stadt und ihrer Menschen im vergangenen Jahr danke ich Ihnen von Herzen.
Für das neue Jahr werbe ich erneut.

Mein Anspruch auch für 2007:
Politiker müssen dialogfähig sein. Es geht um das Echo, nicht um das Ego.
Ich freue mich auf den Dialog mit Ihnen.
Seien Sie versichert: Die Stadt Meerane wird auch 2007 die Ärmel hochkrempeln.

Auf ein erfolgreiches Jahr 2007.
Glück auf und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."


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