Aktuelles (16.03.2007)

 


"SEKo für Kids"
Bürgermeister spricht mit Grundschülern der Engel-Schule zur Stadtentwicklung

Der Bürgermeister in den Geschichten von Benjamin Blümchen ist geizig! Das ist die erste Antwort der Viertklässler der Friedrich-Engels-Schule. Die nächste: Er muss sich um die Stadt kümmern. Na also!
Dass auch 9- und 10-Jährige schon ziemlich klare Vorstellungen zu ihrer Heimatstadt haben, hörte Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer bei seinem Besuch Anfang Februar 2007 in der Meeraner Grundschule. Unter dem Motto „SEKo für Kids“ unterhielt er sich eine Unterrichtsstunde lang mit den Mädchen und Jungen zur Stadtentwicklung.

Mit einer 10. Klasse der Tännichtschule hatte Prof. Ungerer bereits zum Städtebaulichen Entwicklungskonzept SEKo diskutiert, nun sollten auch die Anregungen der jüngeren Schüler mit in die Auswertung der Fragebogenaktion einfließen. Die Viertklässler bekamen allerdings keinen Fragebogen zum Ausfüllen vorgelegt und die Fragen wurden auch „kindgerecht verpackt“.

Die meisten Kinder wohnen gern in ihrer Heimatstadt Meerane. Eine kleinere Stadt ist schöner, es gibt mehr Natur und weniger Abgase, hieß es. Der Kunstrasenplatz wurde genannt, die Eichhörnchen im Wunderlich-Park und auch der MediaMarkt – wegen der schönen Spiele, die es dort gibt! Speziell zum Thema Lärm nachgefragt, gab es die unterschiedlichsten Antworten, die jedoch zeigen, dass auch Kinder Lärm oft als Belästigung wahrnehmen. Rasende Autos, Baulärm, Fahrzeuge auf schlechten Straßen und auch die Störung durch Jugendliche missfallen den Mädchen und Jungen. Manche werden vom Müllauto geweckt – klar, dass das nicht so toll ist.
„Könnt ihr euch auch vorstellen, was ältere Menschen in unserer Stadt stört?“, fragte Bürgermeister Prof. Ungerer. Lärm und matschige Fußwege auf jeden Fall, außerdem laute Musik bei Veranstaltungen, so die Antworten der Schüler. Außerdem könnten ältere Menschen nicht so schnell über die Straße laufen, schwierig insbesondere, wenn es keinen Fußgängerüberweg gibt.
Dazu erklärte Prof. Ungerer, dass im Zuge des Straßenbaus ein Überweg an der Crimmitschauer Straße, Höhe Lidl-Einkaufsmarkt, geplant ist. Ein weiterer Vorschlag zu einem Fußgängerüberweg kam von den Mädchen und Jungen: Am Kreisverkehr beim McDonalds.
Auch das Radfahren ist ein Thema bei den Kindern. Kritisiert wurde, dass Autofahrer zu schnell fahren, wenig Rücksicht nehmen und die Radfahrer oft lange warten müssten. Auch Waldsachsen, wo es weder Fuß- noch Radwege gibt, ist ein Problem.
Kritik gab es auch zum Zustand einiger Sport- und Spielplätze. Der Bolzplatz an der Tännichtschule ist zu hart und dort liegt außerdem oft Glas, auf dem Bauspielplatz sind Spielgeräte wie die Seilbahn kaputt. Was fehlt ist ein Platz für Rollerskater, denn auf dem Skatboardplatz auf dem Schützenplatz liegt ebenfalls oft Glas.
Beim Thema Schwimmbad kamen die Wasserratten dann auf ihre Kosten. Anschaulich erzählten viele Mädchen und Jungen vom letzten Besuch in einem Spaßbad, welche Rutschbahnen und welche Wasserspiele es dort gab. „Wenn wir einmal ein Bad planen, dann laden wir euch ein“, versprach der Bürgermeister. Bei der Frage nach einem möglichen Standort für das Bad wurde neben dem Schulhof der Engels-Schule (!) und Waldsachsen auch der Platz neben McDonalds genannt. „Weil man nach dem Baden immer Hunger hat!“
Auch jede Menge weitere Ideen für Freizeiteinrichtungen in der Stadt haben die Mädchen und Jungen: Sommerrodelbahn, ein Tierpark oder wenigstens ein kleines Tiergehege, Kino, Achterbahn, eine Kinderdisko und ein Irrgarten.
Auch die Grundschüler stören baufällige Häuser und Brachen, wie die Alwo in der Schmiederstraße oder die alte Konsum-Bäckerei. Im Gegensatz zu den 10-Klässlern der Tännichtschule, die für den Meeraner Bahnhof nichts übrig hatten und einen Abriss favorisierten, wollen die Grundschüler den Bahnhof jedoch lieber sanieren und erhalten.
Zum Abschluss der Gesprächsrunde fragte der Bürgermeister, was die Schüler an ihrer eigenen Schule verändern würden. Hier wurde mehrfach der Schulhof genannt: Asphaltiert und zu leer. Die Turnhalle könnte schöner sein und die Sportler wünschen sich höhere Zäune am Fußballplatz, damit der Ball nicht so oft verschwindet.

Insgesamt eine interessante Stunde mit aufgeweckten und interessierten Mädchen und Jungen. So sah das auch Bürgermeister Prof. Ungerer: „Ich merke, ihr kennt euch gut aus und geht mit offenen Augen durch unsere Stadt“, lobte er.


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