Aktuelles (16.03.2007)

 


Schüler diskutieren zum Stadtumbau
Bürgermeister zu Besuch bei 10. Klasse der Tännichtschule

Das Vorurteil, junge Leute interessierten sich nicht für ihre Stadt und für Stadtentwicklung konnten Zehntklässler der Meeraner Tännichtschule sehr eindrucksvoll entkräften. Am 9. Januar 2007 traf sich Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer mit der Klasse 10a der Mittelschule zu einem „Unterricht anderer Art“ und sprach im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichtes mit den jungen Leuten über das „Städtebauliche EntwicklungsKonzept“ (SEKo), das derzeit in der Stadt erarbeitet wird. Um eine breite Bevölkerungsbeteiligung zu erreichen, wurde ein Fragebogen mit dem Amtsblatt an alle Haushalte verteilt. Diesen Fragebogen hatte der Bürgermeister für alle Schüler mitgebracht und diskutierte die einzelnen Themenbereiche mit den jungen Leuten.

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept beinhaltet die verschiedensten Problemfelder, die sich gegenwärtig und in der nächsten Zukunft der Stadt stellen: Lärmbelästigung, Parkplatzsituation, Verkehrsprobleme, Radverkehr, seniorengerechte Stadt, Freizeitgestaltung, Sportangebote, Denkmalschutz, Kindertagesstätten, Angebote für Jugendliche und einiges mehr.

Schnell kam es zu einem regen Gespräch und nicht nur zu den Themen, die für junge Menschen in einer Stadt interessant sind. Zu allen angesprochenen Bereichen meldeten sich die Schüler zu Wort.
Beispiel Tempo-30-Zonen bzw. Fußgängerzonen: Hier wurde von den Schülern Kritik laut, wie schwierig zum Beispiel die derzeitige Verkehrsführung in der Marienstraße für Fußgänger ist, die sich sicherheitshalber zwischen den Einpflanzungen bewegen müssten, weil viele Kraftfahrer die dort vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht einhalten. Mehr Geschwindigkeitskontrollen im Stadtgebiet wurden gefordert, auch in Bezug auf das Thema Lärmbelästigung.
Zur Thematik öffentlicher Personennahverkehr gab es zahlreiche Wortmeldungen. Kritisiert wurden fehlende Verbindungen, zum Beispiel nach Zwickau, insbesondere am Wochenende, wenn Veranstaltungen in anderen Orten besucht werden wollen. Oft müssten die Eltern mit dem Auto einspringen. Auch eine Abstimmung zwischen Bus und Bahn fehle. Kritisiert wurden ebenso die vollen Busse im Schülerverkehr.
Das Radfahren in der Stadt ist für die Schüler natürlich ebenfalls von Interesse. Problematisch ist, dass es in der Innenstadt keine Radwege gibt. Autofahrer würden oft keine Rücksicht nehmen, die Vorfahrt wird den Radfahrern nicht gewährt, nannten die Schüler. Insgesamt sei das Radfahren in der Stadt nicht angenehm, hieß es.
Eine interessante Diskussion gab es auch zu den Sport-Angeboten in der Stadt. Die Jugendlichen wünschen sich mehr öffentliche Fußballplätze und Plätze für Volleyball und Basketball, auch mit einem entsprechenden Belag. Bürgermeister Prof. Ungerer stellte die Überlegung vor, dafür einen zentralen Ort – zum Beispiel im Axa-Gelände – mit mehreren Plätzen zu schaffen.
Einige Schüler sprachen sich ebenfalls dafür aus, andere favorisierten mehrere öffentliche Sportplätze über das Stadtgebiet verteilt. Dabei machten sich die Schüler auch Gedanken, wie man Sicherheit und Sauberkeit dieser Plätze gewährleisten könnte. Das Problem, dass solche Plätze als Treffpunkt genutzt werden, Alkohol getrunken und möglicherweise dann auch randaliert wird, sehen auch die Jugendlichen.

Die Anregungen der Schülerinnen und Schüler werden nun ebenfalls in die Auswertung der SEKo-Fragebogen-Aktion mit einfließen. Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer äußerte sich nach der Stunde begeistert über die offene, abwechslungsreiche und sachliche Diskussion mit den Schülern.


<< zurück