Ausstellung

 

„Metamorphosen in Linie, Farbe und Form“
in der Galerie ART IN

Werke von Dagmar Ranft-Schinke bis 6. Mai 2007 zu sehen

Die Chemnitzer Künstlerin Dagmar Ranft-Schinke stellt ihre Werke derzeit in der Galerie ART IN in Meerane, Marienstraße 22, vor. „Metamorphosen in Linie, Farbe und Form“ – so der Titel der Ausstellung. In den Werken widmet sich die Künstlerin insbesondere den Themen „Pegasus' Vision“, „Mensch – Natur“ „Präkolumbische Reflexionen“, Gentechnik und Virtuelle Realität.

Zur Ausstellungseröffnung am 14. März 2007 konnte Prof. Dr. Wolfgang Zscherpel, Vorsitzender des Meeraner Kunstvereins, in der fast bis auf den letzten Platz besetzten Galerie auch die Künstlerin begrüßen.
Schon zweimal hat Dagmar Ranft-Schinke in der Vergangenheit ihre Werke in Meerane vorgestellt. Die Bilder, die nun in der Galerie ART IN zu sehen sind, erscheinen schön farbig und leicht, erfordern aber große Betrachtungsarbeit und es gibt viel zu entdecken, stimmte Prof. Zscherpel ein.

Die Lautatio zur Ausstellung hielt der Galerist Bernd Weise aus Chemnitz. Er würdigte Dagmar Ranft-Schinke als eine der interessantesten Künstlerinnen Deutschlands. „Dagmar Ranft-Schinke studierte an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig bei den Professoren Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer. Das Studium bei diesen von den Studenten gleichsam geachteten wie gefürchteten Professoren, zwei der wichtigsten deutschen Künstler, befähigt sie noch heute, sich auf absolut unbefangene Art und Weise und mit schlafwandlerischer Sicherheit der figürlichen Gestaltung zu widmen und gleichzeitig impulsiv und unvorhergesehen zu improvisieren und Neues zu erfinden. Bei dem gesellschaftskritischen Maler Wolfgang Mattheuer, bei dem sie ihr Diplom absolvierte, spürte sie, dass der mit besonderer Begabung ausgestattete Künstler eine Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber haben und ein Sensor seiner Gesellschaft sein sollte. Und von Werner Tübke lernte sie die Natur genau zu beobachten und im altmeisterlichen Sinne zu zeichnen“, beschrieb er ihren künstlerischen Werdegang.
Heute befinden sich Werke von Dagmar Ranft-Schinke unter anderem in Sammlungen berühmter Museen wie der Eremitage St. Petersburg, im Getty-Center Santa Monica, im Nationalmuseum Lima oder im Dresdner Kupferstichkabinett.

Seit ihrer Kindheit umgeben und beflügeln Pferde die Fantasie der Künstlerin. Schon kurz nach ihrem Studium brachte Dagmar Ranft-Schinke die ersten Pegasus-Visionen zu Papier. Der Pegasus wurde ihr Markenzeichen, so Bernd Weise. „Dagmar Ranft-Schinke erhielt als Kind in musischer Beziehung sehr viel Unterstützung von ihren Eltern – doch die Wünsche, ein eigenes Pferd besitzen zu können und eine Weltreise zu unternehmen, mussten sie ihr versagen. So verbanden sich die beiden größten Wünsche ihrer Kindheit im Pegasus: das geflügelte Pferd als Symbol für Freiheit jeglicher Art“, erklärt er und ergänzte: „Auf ihren neuesten Bildern prescht der vielleicht kämpferischste Pegasus im Malerleben von Dagmar Ranft-Schinke in die Lüfte.“

Ein weiterer thematischer Mittelpunkt ihres Schaffens sind Arbeiten, die sich mit den Fragen der wissenschaftlichen Ethik und den damit verbundenen nicht kalkulierbaren Genmanipulationen beschäftigen. Bereits seit einem Vierteljahrhundert setzt sich Dagmar Ranft-Schinke künstlerisch mit der Gentechnologie auseinander. Ein erstes Hauptwerk war das großformatige Gemälde „Drosophila oder die Versuchung“, das 1980 entstand.
Ebenfalls sehr früh setzte sich Dagmar Ranft-Schinke mit gesellschaftspolitischen und sozialen Problemen auseinander und machte auch diese zu den Inhalten ihrer Kunst.
Anfang der 90er Jahre konnte die Künstlerin ihr Projekt „Begehbare Bilder“ mit Hilfe von Darmstädter Wissenschaftlern umsetzen. Für Dagmar Ranft-Schinke wurde ein Traum Wirklichkeit: In einer virtuellen Computerwelt - einer künstlichen, dreidimensionalen Welt - konnte sie ihre Bilder begehen. Das Ergebnis „Metamorphosen I“ war einer der Höhepunkte ihres künstlerischen Schaffens in der Interaktiven Kunst, so Bernd Weise.
Dagmar Ranft-Schinke arbeitet „mit der Phantasie und dem Kampfgeist von zehn verschiedenen Personen“, sagt sie selbst. Sie scheut sich nicht davor, öffentlich zu arbeiten und in gesellschaftlichen Diskussionen Stellung zu beziehen. „Die Künstlerin, die sich Ihnen heute mit ihren Werken vorstellt, ist jedoch nicht nur in sozialer, ökologischer und politischer Weise engagiert. Sie ist, das erlaube ich mir ganz ohne Übertreibung zu sagen, auch die klügste und belesenste Künstlerin, welche ich kenne. Dagmar Ranft-Schinke gehört neben Gerhard Altenbourg und Carlfriedrich Claus - beiden war sie eng und freundschaftlich verbunden - zu den Künstlern bzw. Künstlerinnen im Osten Deutschlands, die etwas Besonderes und Unvergleichliches geschaffen haben“, sagte Bernd Weise.

Öffnungszeiten der Galerie ART IN Meerane, Marienstraße 22:
Dienstag bis Donnerstag, Sonntag 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung

Danny Leuschner umrahmte die Ausstellungseröffnung am Klavier. Galerist Bernd Weise aus Chemnitz hielt die Laudatio.
 

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