Aktuelles (10.04.2007)

 

Schüler übernehmen soziale Verantwortung

Gemeinnützige Arbeit von Schülern des Europäischen Gymnasiums Meerane

Im außerunterrichtlichen Nachmittagsbereich besuchen die Schüler des Europäischen Gymnasiums „Johann Heinrich Pestalozzi“ zur Zeit 15 Arbeitsgemeinschaften. Eine davon ist die „AG Soziale Verantwortung“. Sie gehört neben der „AG Gutes Benehmen“ zu den sogenannten Pflicht-AGs, die jeder Schüler bis Ende der 7. Klasse besucht haben muss.

In diesem Schuljahr konnten die teilnehmenden Schüler innerhalb der „AG Soziale Verantwortung“ zwischen drei Angeboten wählen: Arbeit in der Stadtgärtnerei Meerane, Spielplatzpflege und die regelmäßige Betreuung von Menschen in einem Seniorenheim der Stadt. Einmal wöchentlich haben die Schüler auf jedem dieser Gebiete für etwa zwei Stunden Einsatz. Nach einem halben Jahr ist für sie die Arbeit in der AG beendet, und es kommen neue Teilnehmer.

In der Stadtgärtnerei lernen die Schüler unter der fachlichen Anleitung der Fachbereichsleiterin Umwelt/Gärtnerei Erdmute Stäuber und den Kolleginnen der Gärtnerei die Arbeitsabläufe beim Heranziehen von Blumenpflanzen und Ziersträuchern kennen. Dabei müssen die Mädchen und Jungen beim Stecken, Umtopfen und Pflegen von hunderten von Pflanzen kräftig zupacken. Außerdem merken sie, welche Mühe es macht, damit die Grünanlagen in Meerane farbenfroh und gepflegt das Stadtbild verschönern.

Die zweite Gruppe säubert – sofern das Wetter dies erlaubt – jeden Freitag den Spielplatz an der Äußeren Crimmitschauer Straße. Außerdem kontrolliert sie regelmäßig die Spielgeräte auf Beschädigungen. Die Schüler haben sich dafür das Motto „Kinder engagieren sich für Kinder“ auf die Fahnen geschrieben. Sie arbeiten bei diesen Einsätzen eng mit den Mitarbeitern des Städtischen Werkhofes zusammen. Die freundliche Unterstützung durch das Parkhotel erleichtert die Arbeit. Demnächst ist geplant, die Bänke und Spielgeräte frisch zu streichen.

Die Schüler der dritten Gruppe besuchen alle 14 Tage das Seniorenheim „Laurentius“. Sie gestalten dort zusammen mit den Bewohnern den Nachmittag. Dazu gehören gemeinsame Gesellschaftsspiele, gemeinsames Singen, gymnastische Übungen und je nach Jahreszeit gemeinsames Basteln. Dabei kommen Alt und Jung in Kontakt, und wie selbstverständlich spricht man weit über das Programm hinaus miteinander und lernt voneinander. In der jeweils anderen Woche bereiten die Schüler den nächsten Besuch vor.

„Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, dass die Schüler lernen für die Gesellschaft konkrete Verantwortung zu übernehmen. Es wird zur Zeit in Deutschland viel über Werteerziehung gesprochen. Hier geschieht sie konkret. Und sei es, dass die Schüler, die den Spielplatz pflegen, sich über den wöchentlichen Müll, der dort achtlos oder mutwillig hingeworfen wird, ärgern“, erklärte Lutz Kohlschmidt, der für das Europäische Gymnasium in Meerane verantwortlich ist.

Dass diese gemeinnützige Arbeit auch das Demokratieverständnis der Schüler positiv beeinflusst, erfuhr kürzlich Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer, als sich Schüler der AG bei ihm erfolgreich für den Erhalt des Spielplatzes einsetzten.

Für das nächste Schuljahr denken die Schulleitung und die für die AG verantwortlichen Erzieher/innen über eine Erweiterung der Inhalte nach. Es besteht bereits Kontakt mit einem Meeraner Kindergarten, in dem ab Herbst Schüler zum Einsatz kommen sollen. Und was sagen die Schüler dazu? Sebastian steht mit seiner Aussage für fast alle bisherigen Teilnehmer: „Am Anfang dachte ich, bloß schnell abhaken, dann hab' ich's hinter mir. Gestützt wurde diese Meinung sogar von Erwachsenen, die uns schon 'mal ein 'Ihr müsst aber ganz schön blöd sein' beim Vorübergehen zuriefen. Aber schon schnell merkte ich, dass meine Arbeit in der AG sinnvoll ist. Ohne uns wäre der Spielplatz schlechter benutzbar. Und das ist für mich ein gutes Gefühl.“

 

 

 

 

 

 

  Umtopfen war für Alexandra, Philipp, Vivien und Till angesagt.
Die erste Gruppe, die den Spielplatz betreute: Sophie, Linda, Jenny, Lili-Marleen, Sebastian, Andreas, schaukelnd Paul und Marco.
Nathalie, Maxi und Vivien nach ihrem Einsatz im Seniorenheim.
Fotos: Europäisches Gymnasium

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