Aktuelles (25.05.2007)

 


Einweihung des Wilhelm-Wunderlich-Platzes am 25. Mai 2007

Nach Fertigstellung der Arbeiten wurde am 25. Mai 2007 der neue Wilhelm-Wunderlich-Platz mit dem Kunstobjekt "Textil-Forum-Meerane" an der August-Bebel-Straße eingeweiht. Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer begrüßte dazu Günter Börnichen und Ullrich Nitzsche vom Meeraner Dampfkesselbau, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen und zahlreiche Meeraner Bürger. Die Kunstobjekte "Meeraner Schotten" und "Stele" sind ein Geschenk des Meeraner Dampfkesselbaus an die Stadt Meerane. Mitarbeiter des Unternehmens haben die Entwürfe des Meeraner Künstlers Dieter Prange umgesetzt.
Wie Geschäftsführer Günter Börnichen informierte, wurden für die beiden Objekte 450 Meter Edelstahlrohr und 3,5 Quadratmeter Edelstahlblech verwendet. "Die technologischen Anforderungen, die Entwürfe umzusetzen, waren riesig. Ein großer Dank geht an unsere Mitarbeiter; die Objekte sind auch eine großartige Demonstration der Fertigkeiten des Meeraner Dampfkesselbaus", sagte er.



Lesen Sie im Folgenden die Ansprache des Bürgermeisters Prof. Dr. Lothar Ungerer

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich Willkommen zu unserem doppelten Anlass: Die offizielle Übergabe des Wilhelm-Wunderlich-Platzes und die „Enthüllung“ der Kunstobjekte.
Sie sind Teil der immer noch währenden städtebaulichen Gestaltung des innerstädtischen Quartiers um den historischen Marktplatz.
Ich lade Sie mit meiner Ansprache zu Begegnungen mit der Meeraner Stadtgeschichte ein.

Erstens: Wilhelm-Wunderlich-Platz mit Wunderlich-Garten.
Karl Wilhelm Wunderlich (1839-1893): Erfolgreicher Kaufmann (Manufakturwarengeschäft), Stadtrat und Gönner unserer Stadt, wohnhaft in der Augustusstraße 49.
Karl Wilhelm Wunderlich verließ 1890 Meerane; er wohnte bis zu seinem Tode am 22.08.1893 in Coburg. In seinem Testament wurde die Stadt Meerane zur Universalerbin seines Vermögens eingesetzt. Die Stadt erbte 367 192 Mark, wovon zwei Drittel zum Anbau und zur Aufforstung von Grundstücken verwendet werden mussten: unsere heutigen Parklandschaften. Hinzu kam seine kostbare Münzsammlung als unveräußerliches Eigentum der Stadt.
24 132 Mark waren für verschönernde Zwecke verfügt; gedacht war vor allem an die Aufstellung eines ornamentalen Brunnens auf dem Marktplatz, wo bereits zwei Projekte eingereicht waren (Entwürfe durch Bildhauer Wesche, Berlin-Friedenau). Zu dem Brunnen ist es nicht gekommen, weil der Stadtrat am 31.08.1903 die Beschlussfassung aussetzte, bis die Frage des Rathausneubaues endgültig geregelt wäre. Mittlerweile ist diese Frage gelöst. Was fehlt ist der Marktplatzbrunnen.
Für mich ist dies die nächste Aufgabenstellung; dieses Vermächtnis von Wilhelm Wunderlich umzusetzen. Dafür bedarf es neuen Geldes, denn die Erbschaftsgelder existieren nicht mehr.
Hinter seinem Wohnhaus in der Augustusstraße 49 schloss sich ein schöner Garten an, der in Terrassen gegen den Rotenberg abfällt. Die Rekultivierung der oberen Terrassen ist Teil des Wunderlich-Platz-Konzeptes. Unter Federführung der Fachbereichsleiterinnen Birgit Jantsch und Erdmute Stäuber entsteht hier mit dem Stadtgarten ein Stück Erinnerung an Wilhelm Wunderlich.

Der Wilhelm-Wunderlich-Platz wird begrenzt durch die Neue Stadtbibliothek. Die Auflösung der komplexen Bebauung an der August-Bebel-Straße ermöglichte dieses neue Ensemble, das neue funktionale Gebäude, die sanierte August-Bebel-Straße, die unterschiedlichen Plätze und den Garten miteinander verbindet.

August-Bebel-Straße und Augasse sind (auch) im Kontext mit der Meeraner Textilindustrie zu sehen, so dass nach dem Abbruch der maroden Altsubstanz uns die Frage beschäftigte, in welcher Form wir in der Neugestaltung auf diese Tradition verweisen. In einem Gespräch mit dem Meeraner Künstler Dieter Prange reifte der Gedanke für das Kunstprojekt „Textil-Forum-Meerane“.

Mit dem Kunst-Projekt setzt die Stadt Meerane ihre städtebauliche Vision „Kunst im öffentlichen Raum“ fort. Verwiesen sei auf die „Liegende“ im Wilhelm-Wunderlich-Park und die Trilogie am Lörracher Platz.
Meerane widmet sich erneut dem Thema der Kunst im öffentlichen Raum. Seit ihrer Aufstellung am 4. April 2007 diskutieren die Bürgerinnen und Bürger über die Kunstobjekte, mal ablehnend, mal begeistert. Das ist gut so. Warum?
Wenn Kunst Gespräch ist, dann erwartet sie vom Betrachter, dass er eigene Gedanken, Phantasien und Interpretationen einbringt.
Für mich bleibt der Ort, an dem sich künstlerische und damit geistige Prozesse abspielen der öffentliche Raum. In diesem Raum, in dem sich viele Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen begegnen, finden Kunst und Geist ihre Akteure, ihr Publikum.
Die Atmosphäre im öffentlichen, vor allem städtischen Raum, sollte sich durch kritische Aufgeschlossenheit gegenüber dem Neuen auszeichnen. Das ist ein Wesensmerkmal der Stadtgesellschaft. Und Meerane ist nun mal Stadt.

Nun ist moderne Kunst immer experimentierende Kunst.
Das Wesenselement in der Kunst – wie in der Politik – ist die Toleranz.
Toleranz bedeutet nicht etwa, dass man andere Meinungen teilt, sondern dass man Meinungen, die man nicht teilt, duldet.
Toleranz bedeutet ferner, dass man die Freiheit als einen Vorzug auffasst, der es erlaubt, solche Meinungen, die nicht jeder teilt, offen kundzutun.

Kunst ist in einer freien Gesellschaft Vielfalt.
Wir haben erfahren, wie in geschlossenen bzw. totalitären Gesellschaften Kunst staatlich verordnet wurde.
Kunst braucht Gesprächspartner, Kritiker, Spötter, Befürworter; kurzum: Menschen, die es wagen, ihre Meinung zu äußern.
Für mich gewinnt Kunst, wenn sie sich der Kritik stellt.

Ich könnte mich jetzt sehr knapp halten:
Entstanden sind zwei plastische Objekte aus Edelstahl mit stadtgeschichtlichen Bezügen, die im Dialog miteinander stehen: „Meeraner Schotten“ mit einer „Stele“, verbunden durch gravierte Steinplatten, die sich vom Pflaster abheben.
Künstlerischer Entwurf: Dieter Prange, Meerane.
Realisiert und inszeniert durch die Mannen des Meeraner Dampfkesselbaus.
Für die Steinmetzarbeiten zeichnet die Firma Brumme verantwortlich, für das Pflaster die Firmen VSTR aus Rodewisch und Dutzky. Planung, Bauoberleitung und Bauüberwachung Interplaning GmbH auch Schmölln.

Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich will mich nicht knapp halten. Alle Firmen werden von der Stadt Meerane für ihre Leistungen bezahlt. Der Wilhelm-Wunderlich-Platz ist Teil der Neugestaltung der August-Bebel-Straße, die zentrale innerstädtische Infrastrukturmaßnahme. Mit Unterstützung der Stadtwerke Meerane war es möglich, die Fördermittel, und damit die Gesamtfinanzierung zu sichern, in die weitere städtische Mittel flossen. Inklusive der Anbindung und Einbindung des Wunderlich-Gartens betragen die Gesamtkosten 272.000 Euro – ohne die Kunst. Ich danke allen beteiligten Firmen, den Stadtwerken Meerane (auch für die Kunst-Unterstützung), den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung Meerane, Frau Jantsch, Frau Könnemann, Frau Stäuber, Frau Eis und Herrn Schmeißer mit ihren Fachbereichen.

Was aber ist mit der Kunst?
Sie ist ein Geschenk des Meeraner Dampfkesselbaus an unsere Stadt. Dafür danke ich sehr herzlich den beiden Geschäftsführern, den Herren Börnichen und Nitzsche.
Nun finanziert eines der renommiertesten Unternehmen unserer Stadt, der Meeraner Dampfkesselbau, ein Kunstprojekt mit textilem Bezug auf einem neu fertig gestellten Platz, der nach einem erfolgreichen Kaufmann unserer Stadt benannt ist.
Gibt es da Verknüpfungen?
Zwei plastische Objekte sind entstanden. Die „Meeraner Schotten“ und eine „Stele“. Die Plastizität verweist auf die Verformbarkeit eines Materials/Werkstoffes.

Betrachten wir zunächst die „Meeraner Schotten“.
Neben der Erfindung des Rades gehört das Verkreuzen verschiedener Fäden – das Weben – wohl zu den wichtigsten Errungenschaften der Menschheit. Das Prinzip des Webens ist die Verkreuzung von rechtwinklig zu einander laufenden Fadensystemen: Vergleichbar mit dem Stopfen von Strümpfen wird der quer laufende Faden - der Schussfaden - durch Heben und Senken mit dem Längsfaden - der Kette – verflochten.
Die Problematik der technischen Umsetzung liegt einerseits im Spannen der Fadensysteme und andererseits im Auseinanderdrücken der beiden Fadensysteme.

Ich spreche von Fäden und nicht von Edelstahlrohren. Also noch einmal.
Das Prinzip des Webens ist die Verkreuzung von rechtwinklig zu einander laufenden Edelstahlrohrsystemen: Vergleichbar mit dem Stopfen von Strümpfen wird das quer laufende Edelstahlrohr - das Schussrohr - durch Heben und Senken mit dem Längsrohr - der Kette – verflochten.
Die Problematik der technischen Umsetzung liegt einerseits im Spannen der Rohrsysteme und andererseits im Auseinanderdrücken der beiden Rohrsysteme.

Die technische Umsetzung der Idee Dieter Pranges ist für mich das zweite Kunstwerk – die hohe Kunst des Biegens und Schweißens. Respekt vor dieser technischen Meisterleistung.

Nun bestehen die „Meeraner Schotten“ in ihrer Struktur aus einem Rohrgeflecht. Die Gesamtfläche beträgt 6 Meter x 6 Meter. Das Objekt ist in seiner vertikalen Achse angewinkelt. Das Rohrgeflecht ist in seinen Rohrabständen (Raster) unregelmäßig und etwas „durchhängend“ gestaltet, um der natürlichen Struktur der „Meeraner Schotten“ besser zu entsprechen.

Mit ihr korrespondiert die „Stele“ . Sie hat eine Gesamthöhe von ca. 8 Meter. Die Säulenhöhe beträgt 6 Meter, die Skulpturhöhe 2 Meter. Die tragende Säule besteht aus ringförmig angeordneten Edelstahlrohren.
Die auf ihr montierte (Frauen)Skulptur ist aus einem Stück poliertem Edelstahlblech nach Vorlage einer Schablone gestaltet. Durch den Einsatz des polierten Edelstahlbleches, so Dieter Prange, wird die Optik (Plastizität und Lichtspiegelung) der Skulptur in ihrem expressiven Ausdruck besonders verstärkt. Die Skulptur wird von der Säule heraus beleuchtet.
Die „Meeraner Schotten“ verkörpern eine bzw. die historische Stärke der Textilstadt Meerane und seiner Textilunternehmen.
Die Stele mit dem figürlichen Tuch oder Stoff verkörpert die modische Kreation wie sie hinter den Stoff- und Tuchmachern steht. Eines der herausragenden Kennzeichen der Meeraner Tuchmacher waren in der Hauptsache Stoffe für die Damenbekleidung.
Beispiele: Die Firma der Gebrüder Bochmann (Packhofstraße) ab 1890; Franz und Richard Bochmann: Meeraner Damenstoffe in Seide, Wolle, Halbwolle und Kunstseide. Dazu zählt auch die Fa. Drews, deren Schließung nach 15 Jahren Produktion von Damenoberbekleidungsstoffen schmerzlich ist.

Verknüpft werden „Stele“ und „Meeraner Schotten“ durch sechs Steinplatten, die an die großartige Meeraner Textiltradition erinnern. In die Steinplatten sind zentrale historische Daten eingraviert.

Erste Platte: Zeug- und Leineweber um 1700
Der erste einwandfreie Nachweis zur Weberei in Meerane stammt aus dem Jahre 1550. Im Capital-Buch des Glauchauer Amtsgerichtes ist ein Eintrag über sieben Groschen „weberzins zue Mehran“ vermerkt. Leineweber und Zeugmacher entwickelten Meerane zu einem Weberort. Die Weberinnung wird nachweislich auf das Jahr 1620 datiert. Für das Jahr 1718 sind bereits 40 Zeug- und Leineweber und 6 Wollkämmer vermerkt.
Mit der Webindustrie ist die Ausrüstungsindustrie verknüpft (Färberei, Druckerei, Appretur); hinzu kamen Spinnereien. Das älteste Unternehmen aus diesem Bereich ist die J.H. Bornemann AG, gegründet 1839 durch Johann Heinrich Bornemann.

Zweite Platte: J.H. Bornemann 1839
Johann Heinrich Bornemann (1813-1878), Leipziger Straße 7, Färberei. 1921 wurde die Firma in eine AG umgewandelt: Stückfärbereien mit Appretureinrichtungen. 1929 wurde der Betrieb stillgelegt.

Dritte Platte: J. F. Gräfe 1851
Johann Friedrich Gräfe (1793-1856): Mit J.F. Gräfe & Söhne verbindet sich der erste geschlossene Betrieb im Rosenthal, der 10 mechanische Webstühle für englischen Orleans in Gang brachte. Die Firma sicherte seinerzeit Meerane den Ruhm, im ganzen westsächsischen und ostthüringischen Webereibezirk mit der Einführung mechanischer Webstühle vorangegangen zu sein.

Vierte Platte: C. F. Schmieder 1868
Ehrenbürger und Kommerzienrat Carl-Friedrich Schmieder (1814-94). Auf dem beräumten Gelände Augasse/August-Bebel-Straße befand sich u. a. der Gebäudekomplex der ehemaligen Reinholdschen Weberei (später Palla), einem der bedeutendsten Industrieunternehmen der Stadt Meerane im 19./20. Jahrhundert.
1886 erwarb Eduard Reinhold das Grundstück der bereits 1829 gegründeten Firma C.F. Schmieder & Comp., die als erster Textilgroßbetrieb Meeranes in den Jahren 1861/62 250 mechanische Webstühle aufstellte. Die Webstühle stammten von der englischen Webstuhlfirma Hattersley/Yorkshire. Die 400 beschäftigten Weber wurden von englischen Fachleuten angelernt; hier liegt auch der Ursprung der späterhin weltweit bekannten „Meeraner-Schotten-Fabrikate“ . Eduard Reinhold produzierte dann ausschließlich Damenkleiderstoffe.
C.F. Schmieder war es auch, der 1853 das Geschäftshaus Ecke Augasse errichtete, das Eduard Reinhold 1886 übernahm und seinerseits um 1900 die Bebauung Augasse mit weiteren Fabrikgebäuden forcierte.

Fünfte Platte: M. Funke 1891
Max Paul Funke übernahm 1891 die Firma Ernst Langlotz (Leipziger Straße 34); 1918 erweiterte sie Ernst Richard Funke (Buntgewebe – sämtliche Modeartikel – Naturfasern und Kunstfasern) zu dem größter Meeraner Textil-Unternehmen seiner Zeit.





Sechste Platte: Textilwerke Palla 1953
1945 nach Ende des II. Weltkrieges wurden in der sowjetischen Besatzungszone die großen Firmen enteignet und verstaatlicht. Es entstanden die Textilwerke Palla (gr. Palla „das Gewand“). 1970 erfolgte die Fusion aller Textilbetriebe des Raumes Meerane – Glauchau unter dem Namen „Textilwerke Palla“ mit ca. 4.400 Beschäftigten.
Meerane beherbergte darüber hinaus auch die Zentrale des DDR-Kombinats „Wolle und Seide“ (1967-1990). Das Kombinat gehörte mit über 40.000 Beschäftigten zu den Top Ten der DDR-Kombinate.

Die eingravierten Namen der Meeraner Textil-Unternehmer stehen exemplarisch für die große Tradition hervorragenden Betriebe unserer Stadt mit ihren Unternehmerpersönlichkeiten und Belegschaften. Dazu gehören Namen wie Bemmann, Strübell & Müller, Bohrisch, Dressel, Georgi, Börnert, Grundmann & Co., Heinig, Heinke & Hesse, Klemm & Co., Emil Klemm, Kroitzsch, Matthes, Nietzel, Pfeiffer, Reinhold, Segeltuch-Industrie, Quaas, Schaller & Aechtner, Schmieder, Steinbach, Straff & Sohn, Tetzner, Thieme & Co., Thümmler, Türschmann, Wagner & Opitz, Oswalt, Batky, Bornemann, Frank, Gläsel, Heuser, Kurz, Rudolph, Schmalfuß, Schneider & Fritzsche, Posern, Sieber, Scharf, Zesch, Kammgarnspinnerei AG (1882), Zwirnerei Saxonia AG und weitere.

Kennzeichen der Weberei und Textilindustrie ist ihr permanenter Wandel. Sie zählt heute zu den Altindustrien Europas. Deutlich wird dies gegenwärtig am Beispiel der Firma Drews, die mit ihren Damenoberbekleidungsstoffen keinen erfolgreichen Markt mehr findet.
1809 entwickelte sich die erste Textil-Manufaktur in unserer Stadt; die Industrialisierung der Textilindustrie ergriff Meerane. 116 Jahre später (1925) gab es in unserer Stadt 11.000 Arbeitsplätze, wovon 67% in der Textilindustrie waren.

Hier haben wir jetzt die entscheidende Verbindung zum Meeraner Dampfkesselbau . Wie heute – so waren auch damals Energiefragen zentrale Fragen. 1862 gründete Franz Louis Oschatz den Meeraner „Dampfkesselbau“ und erkannte den gewaltigen Energiehunger der neuen Industrien.

Wie damals – so ist auch heute der Meeraner Dampfkesselbau ein erfolgreiches Unternehmen mit einer bewegten Geschichte. Die Leistung des heutigen Unternehmens, nach der unverschuldeten Insolvenz im Rahmen des Babcock-Absturzes, in eigener Verantwortung mit allen unternehmerischen Risiken den Dampfkesselbau zu dem Erfolg zu führen, der heute da ist, ist erstklassig und nötigt mir allen Respekt ab. Dafür danke ich beiden Geschäftsführern. Und ich danke Ihnen, lieber Herr Börnichen und lieber Herr Nitzsche, für das Kunst-Geschenk auf diesem Platz.

Was bleibt noch zu sagen zum Wilhelm-Wunderlich-Platz:

  • Er ist nicht für Autofahrer bzw. Autoparker.
  • Er stellt das Entree – den Hausflur für die umliegenden Geschäfte dar, mit viel Bewegung.
  • Belebung erfährt er darüber hinaus durch den Wochenmarkt.
  • Belebung erfährt er über das Café mit seinem Freisitz: Gelegenheit um in aller Ruhe über Meerane (bei diesem Blick in Richtung Marienstraße), über die Stadtpolitik (bei diesem Blick auf das Alte Rathaus), über das Leben an sich und natürlich über die Prangesche Kunstobjekte des Meeraner Dampfkesselbau zu philosophieren.

Glück auf – den Wilhelm-Wunderlich-Platz.


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