Grußwort des Bürgermeisters Prof. Dr. Lothar Ungerer zum Festwochenende "150 Jahre Feuerwehr in Meerane"
vom 22. bis 24. Juni 2007
Liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Meerane,
sehr verehrte Festgäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
mit Stolz können die Meeraner sagen, auf die Meeraner Feuerwehr war immer Verlass, ist Verlass und wird auch immer Verlass sein. Eines verbindet alle Kameradinnen und Kameraden heute, genauso wie vor 150 Jahren, die Hilfe für den Nächsten. Dies auch in der Not, unter Einsatz des eigenen Lebens.
Heute ist die Feuerwehr ein universeller Helfer, deren Einsätze vielfältiger geworden sind. Dabei ist Feuerwehr kein Freizeitspaß, sondern Schwerstarbeit, wo es auch gelten kann, mit grausamen Szenen fertig zu werden.
Die Brandbekämpfung als Kernaufgabe ist geblieben. Blicken wir in die Stadtgeschichte, so setzten auch Feuerbrünste unserer Stadt und seinen Bewohnern sehr zu. Verheerende Brände gab es, den Aufzeichnungen folgend, z. B. in den Jahren 1420 und 1724.
Seit dem Mittelalter wurde gezielt am Brandschutz gearbeitet. Der Ruf „Feurio“ erklang leider allzu oft in Meeranes Gassen und Straßen. Für Feuermeldungen waren zunächst Türmer und Nachtwächter zuständig. Das Sturmläuten der Kirchenglocken folgte ihrer Feurio-Meldung.
Apropos Sturmläuten. Anno 1867 gab es in der Oberthorgasse mehrere Hausbrände. Das Sturmläuten erfolgte so heftig, dass die kleine Glocke auf dem Kirchturm gesprungen war.
In dieser Zeit modernisierte sich das Feuerlöschwesen. 1851 genehmigte die Kreisdirektion Zwickau eine Ratsverordnung zum Feuerlöschwesen in der Stadt Meerane. Stadtrat Carl Albrecht hatte sie entworfen. Es wurde eine Pflichtfeuerwehr als Feuerlöschkorps verordnet. Das Korps bestand aus Löschschar, Arbeiterschar, Rettungsschar, Wachschar, Reserveschar, Verpflegungsdeputation und einer Gewitterwache.
Neben der Pflichtfeuerwehr zeigte sich nun Mitte des 19. Jahrhunderts in Meerane auch das Freiwillige Feuerwehrwesen.
1862 entwickelte der Rat der Stadt Meerane unter Stadtratsmitglied Kuntze seine Feuer- und Löschordnung weiter. Jeder männliche Einwohner zwischen 18 und 45 Jahren wurde zur Pflichtfeuerwehr verpflichtet. Ausgenommen waren u. a. die Mitglieder der Freiwilligen Rettungsschar. Damit honorierte der Meeraner Stadtrat frühzeitig das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.
„Keine Geschichte beginnt mit dem Anfang, aber man muss sich für einen Beginn entscheiden.“
Entsprechend diesem Grundsatz von Reginald Beerbohm erfordern auch historische Betrachtungen zum Freiwilligen Feuerlöschwesen in Meerane einen festgelegten Einstiegstermin. Für die Stadt Meerane und ihre Freiwillige Feuerwehr ist dies das Jahr 1857. Ein schwerer Brand zerstörte am 12./13. Mai 1857 sämtliche Gebäude des Gasthofes zum „Goldenen Löwen“ (samt Tanzsaal) und verwüstete das angrenzende Wohnhaus des Fabrikanten Heinrich Schmieder. Freiwillig im Einsatz waren auch Meeraner Feuerwehrmänner, die Mitglieder des Stammtisches „Rote Laterne“.
Diesem Einsatz folgte am 1. Juli 1858 eine offizielle Gründungsversammlung der etwa 20 Mann starken „Freiwilligen Rettungsschar“ im Gasthaus Sonne, zu der der Meeraner Lehrer Friedrich Booch-Arkossy geladen hatte, der auch ihr erster Kommandant wurde.
150 Jahre später repräsentiert Wehrleiter Kai Götze eine moderne und bestens qualifizierte Freiwillige Feuerwehr. Nur mit dem Unterschied, dass es heute keine Pflichtfeuerwehr mehr gibt. Die wichtige Aufgabe des Feuerwehrlöschwesens liegt wohl noch in der Zuständigkeit der Stadt Meerane, sie wird jedoch von den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Ehrenamt ausgeführt. Dafür gebührt allen Jugendlichen, Frauen und Männern Dank und Anerkennung. Sie können stolz auf die Leistungen der 150 Jahre sein und haben allen Grund zu feiern.
Ich wünsche allen aktiven Mitgliedern der Wehr, dass sie von ihren Einsätzen immer gesund zurückkommen mögen. Darauf ein dreifaches „Gut Wehr!“.
Herzlichst
Prof. Dr. Lothar Ungerer
Bürgermeister
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