„Die Vogelsammlung des Bauernornithologen Gottfried Lampert (Grünberg)“ im Mauritianum Altenburg
Am 3. Juni 2007 wurde im Mauritianum Altenburg die Sonderausstellung „Die Vogelsammlung des Bauernornithologen Gottfried Lampert (Grünberg)“ eröffnet. Zahlreiche Exponate dieser Ausstellung stammen aus dem Vogelbestand des Meeraner Heimatmuseums, den das Mauritianum Altenburg im vergangenen Jahr übernommen hatte.
Die Exponate der Vogelsammlung, die das Heimatmuseum 1933 von den Erben Gottfried Lamperts erhalten hatte, befanden sich zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. Sie waren unter anderem von Schädlingen befallen bzw. mit Schadstoffen belastet. Eine Restaurierung war für das Meeraner Museum nicht möglich. Aus diesem Grund hatte Meerane einen Partner gesucht.
„Für uns ist es ein Glücksfall, dass sich das hiesige Naturkundliche Museum Mauritianum Altenburg der Sammlung angenommen hat und das Schaffen von Gottfried Lampert damit die verdiente Würdigung erhält. Ein herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Höser und Herrn Jessat sowie an das Team des Mauritianums“, sagte Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung. Ziel war, die Sammlung zu erhalten, einer entsprechenden Pflege und sukzessiven Restaurierung zu unterziehen und Teile der Sammlung in den Ausstellungen des Mauritianums zu zeigen.
Der Direktor des Mauritianums Mike Jessat informierte die zahlreichen Besucher zur Ausstellungseröffnung zur Entstehung der Ausstellung. „Mir war die Vogelsammlung des Meeraner Museums bis dahin völlig unbekannt. Doch die Erwähnung des Bauernornithologen Gottfried Lampert hat mich neugierig gemacht. Die Bauernornithologen sind als eine regionale Besonderheit in die Geschichte der Vogelsammler und –forscher des Osterlandes eingegangen. Begüterte Bauern gründeten 1850 den ‚Ornithologischen Special-Verein des Pleißengrundes' und trugen maßgeblich dazu bei, dass die Vogelwelt der Region im 19. Jahrhundert dokumentiert wurde. Zum Bestand des Mauritianums gehören bereits die Vogelsammlungen der Bauernornithologen Hermann Porzig aus Steinwitz, Johann Kratzsch aus Kleintauschwitz und Friedrich Schach aus Russdorf. Gottfried Lampert aus Grünberg passte daher gut ins Museumskonzept“, so Mike Jessat.
Nachdem der Meeraner Stadtrat im Juli 2006 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte, gingen die rund 470 Exponate im August nach Altenburg. In den vergangenen Monaten erfolgten erste Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten sowie eine Zustandsdokumentation und Registrierung. Ein ausgewählter Teil der Objekte, die Gottfried Lampert zugeordnet werden konnten, zeigt nun die Sonderausstellung.
„In der kleinen Ausstellung möchten wir zeigen, dass die Sammlung Lampert im Mauritianum neben den Kollektionen der anderen Ornithologen des 19. Jahrhunderts am richtigen Platz ist und der Stadtrat Meerane die richtige Entscheidung gefällt hat. Einen Informationsgewinn wird die Sammlung nur dann bieten, wenn man sich mit dieser beschäftigt und die Stücke im direkten Vergleich mit anderen Stücken betrachtet. Natürlich ist hier noch sehr viel Forschungsbedarf vorhanden“, informiert Mike Jessat.
Bei der Recherche zu Gottfried Lampert hat der Direktor des Mauritianums auch mit dessen Familie Kontakt aufgenommen, die noch immer in Grünberg lebt. „Sie können sich vorstellen, wie überrascht ich war, als mir die Familie Lampert mitteilte, dass sie ebenfalls noch Vögel aus der Sammlung besitzt. Die Familie hat uns fast 50 original erhaltene Kleinvögel mit einer passenden Vitrine zur Verfügung gestellt. Das ist für uns besonders wertvoll, weil wir nun zum Beispiel auch wissen, wie die ursprünglichen Sockel mit Beschriftung von Gottfried Lampert ausgesehen haben. Bei den Meeraner Exponaten waren leider irgendwann die Sockel übermalt worden“, erzählte er und richtete ein besonderes Dankeschön an die Familie Lampert, die ebenfalls zur Ausstellungseröffnung anwesend war.
Wie Mike Jessat abschließend informierte, wird nach dem Ende der Sonderausstellung, die bis 23. September 2007 zu sehen ist, ein ausgewählter Teil der Exponate in der Dauerausstellung zur Sammlung der Bauernornithologen gezeigt.
Geöffnet ist das Naturkundliche Museum Mauritianum Altenburg, Parkstraße 1, Dienstag bis Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr.
Informationen zum Museum unter www.mauritianum.de .
Foto links: Günter Lampert, der Urenkel von Gottfried Lampert, im Gespräch mit Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer und Direktor Mike Jessat (v.l.) sowie weiteren Mitgliedern der Familie Lampert aus Grünberg. Fotos: Hönsch
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