Aktuelles (10.09.2007)

 


Äußere Crimmitschauer Straße wieder für Verkehr freigegeben

Mit einem symbolischen Banddurchschnitt wurde die Äußere Crimmitschauer Straße heute vormittag wieder für den Straßenverkehr freigeben.
An der neuen Fußgänger-Ampel in Höhe Einfahrt Lidl-Einkaufsmarkt trafen sich zur Straßenfreigabe Frank Weigel und Roland Taut vom Straßenbauamt Zwickau, Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer und Birgit Jantsch, Fachbereichsleiterin Bauen, Christine Wilfling vom AZV Götzenthal sowie Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen und des Meeraner Stadtrates.
Die Bauarbeiten hatten am 18. September 2006 begonnen. Auf einer Baulänge von 770 Metern wurde die Äußere Crimmitschauer Straße grundhaft ausgebaut, inklusive Rad- und Gehweg, Parkflächen und Grünstreifen. Im Rahmen der Maßnahme Ausbau der Staatsstraße S 288 wurden weiterhin zirka 90 Meter der Goethestraße erneuert.
Foto oben: Frank Weigel, Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer, Birgit Jantsch, Christine Wilfling und Roland Taut (v.l.n.r.) griffen gemeinsam zur Schere.



Ansprache von Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer zur Freigabe Äußere Crimmitschauer Straße und Goethestraße am 10. September 2007

 Meine sehr verehrten Damen und Herren,

von dem römischen Philosophen und Politiker Cicero (106 – 43 v. Chr.) ist der Satz überliefert: „Angenehm sind die erledigten Dinge.“
Er läuft rund, der Straßenbaumotor der letzten Jahre. Die wichtigen städtischen Verkehrsachsen präsentieren sich in ausgezeichneter neuer Verfassung. Dazu zählen August-Bebel-Straße, Achterbahn, Friedrichstraße, Untere und Obere Mühlgasse, Merzenberg, Waldenburger Straße, Forststraße, Zwickauer Straße, Brüderstraße und jetzt endlich die Äußere Crimmitschauer Straße. Ihre Neugestaltung ist erledigt.  

Bereits im Jahre 1552 wird die Crimmitschauer Straße erwähnt „zu mehran am krimitzscher steige“. Ein Stück der Straße war Hohlweg, der in der Stadtchronik 1717 erwähnt wird: „am Crimmitzscher hohlen Fahrwege.“
Nach den Aufzeichnungen von Theodor Röbbecke aus dem Jahr 1899 war die Crimmitschauer Straße bis Mitte der 1850er Jahre ein tiefer, im Felde gelegener Hohlweg, mit Pflaumenbäumen bepflanzt. Die Beschaffenheit dieses Weges war mitunter so schlecht, dass die Gemeinde Waldsachsen bei der Kreisdirektion zu Zwickau Beschwerde führte, worauf dann der Weg zugeschüttet und in einen guten Zustand versetzt wurde.
Gleichzeitig begann die Bebauung dieser Feldgrundstücke und die Anlegung neuer Straßen (Amtsstraße, Martinstraße, Weberstraße, Philippstraße).   
Im Jahr 1818 erging in Sachsen der königliche Landesbefehl, alle Straßen des Landes in einen fahrbaren  Zustand zu versetzen. Es war im selben Jahr der Bürger Carl Friedrich Weber, der der Bürgerschaft vorschlug, die Straßen Meeranes zu pflastern.
1863 stellte Dr. Heinrich Leopold in seiner Chronik fest, dass „der von der Crimmitschauer Straße aus nach Waldsachsen bis zur Zwickauer Chaussee führende Fahrweg“ in einem guten Zustande sei.
Dieser Ausbau hielt über 150 Jahre.

Seit 2001 hatte sich die Stadt Meerane intensiv beim Freistaat Sachsen um den grundhaften Ausbau der Äußeren Crimmitschauer Straße bemüht. Noch vor der Waldenburger und der Zwickauer Straße ist sie die zentrale Haupteingangsstraße in unsere Stadt. Die Äußere Crimmitschauer Straße glich einem Flickenteppich, ein elendiges Holter und Gepolter und war damit eine katastrophale Visitenkarte für Meerane. Die Löcher wurden immer wieder gestopft. Doch wie bei einem alten Kleidungsstück hat das Flicken irgendwann ein Ende. Die teilweise weit über 100jährige Pflasterung war verschlissen, der Unterbau eingebrochen und die unter der Straße liegenden Wasser- und Gasversorgungsleitungen marode. Eine weitere prekäre Situation war die ungenügende Absicherung der Fußgänger in Höhe des Lidl-Marktes

Die einzige Lösung: Ein grundhafter Ausbau und eine Neugestaltung der Straße. Dieses Ziel ist nun erreicht. Heute wird die Straße frei gegeben.

Die Stadt Meerane dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis während der Bauzeit. Der Dank gilt insbesondere den direkten Anliegern an der Crimmitschauer Straße, die viele Beeinträchtigungen in den vergangenen Monaten in Kauf nehmen mussten. Der Dank richtet sich aber auch an die Bewohner des Wohngebietes Westring, deren Geduld durch die Umleitungsstrecke sehr strapaziert wurde. Dies gilt besonders für die warmen Sommermonate. Ab sofort ist der Westring wieder Anwohnerstraße und es wird die von vielen gewünschte Ruhe wieder einkehren.

Die Stadt Meerane dankt dem Straßenbauamt Zwickau für die sehr gute Zusammenarbeit. Die Bereitstellung der notwendigen Geldmittel beim Sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr war die größte Hürde. Einige Termine führten mich deshalb in den Jahren 2002 bis 2006 nach Dresden und ins Regierungspräsidium nach Chemnitz.
Am 21.03.2002 gab es eine Auftaktkonferenz im Regierungspräsidium Chemnitz mit dem Straßenbauamt Zwickau. In der Folge schufen wir im Jahre 2004 als Abwasserzweckverband Götzenthal mit der Erneuerung des Abwasserkanals in der Crimmitschauer Straße die Voraussetzungen für die Straßensanierung.
Ende Juni 2006 wurde ein Lösung gefunden, die Finanzierung gesichert, so dass ich am 11. Juli 2006 dann endlich an das Ministerium einen Dankesbrief schreiben konnte, der mit den Worten endete: „Wir sind rundum glücklich.“ Dies wiederhole ich heute sehr gerne.

Rundum glücklich sind wir jetzt mit der Freigabe der sanierten Straße. Damit hat das Straßenbauamt Zwickau die Staatsstraße S 288 komplett modernisiert. Stellvertretend für allen Beteiligten danke ich insbesondere den Leitern des Straßenbauamtes Zwickau, den Herren Roland Taut und Frau Weigel. Die nächste Aufgabenstellung stellt sich für uns im weiteren Verlauf der S 288 durch Waldsachsen.

Mit dem Teil Goethestraße (87 Meter) wurden insgesamt  857 Straßenmeter gebaut, plus  Gehweg, kombinierter Rad- und Gehweg, Grünstreifen, Ampelanlage und Straßenbeleuchtung. Dazu unter dem Belag: Trinkwasserleitung, Gasleitung, Kabellegung (1500 m Kabelgräben), Straßenbeleuchtung und die bereits 2004 erledigte Abwasserleitung. Die Gesamtkosten der Straße betragen knapp 1 Million Euro. Der Anteil der Stadt Meerane liegt bei 330.000 Euro, wovon 156.000 Euro Fördermittel sind.

Wie geht es im Straßenbau unserer Stadt weiter?

Im innerstädtischen Straßennetz hat die Stadtverwaltung im Haushaltsentwurf 2008 den 4. Bauabschnitt August-Bebel-Straße (Marienstraße bis Torgasse) und den 1. Bauabschnitt Rosental vorgeschlagen. Beim Landkreis Chemnitzer Land haben wir auf den dringlichen Sanierungsbedarf der Kreisstraße 7308  (Leipziger Straße und Schwanefelder Straße) hingewiesen. Sie sehen, es gibt noch genug zu tun. Für heute freuen wir uns über die neue Crimmitschauer Straße, getreu dem Cicero-Satz „Angenehm sind die erledigten Dinge.“

Die Äußere Crimmitschauer Straße ist nach dem grundhaften Ausbau wieder für den Verkehr freigegeben. Vom Kreuzungsbereich Goethestraße aus wurden außerdem zirka 90 Meter der Goethestraße saniert.
Die erste offizielle Fahrt über die neue Straße wurde mit einem Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Meerane absolviert.

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