Aktuelles (15.05.2008)

 

Erfolgreiches HipHop-Projekt an der Meeraner Goetheschule umgesetzt

„HipHop – Kunst und Musik einmal anders“ – unter diesem Thema stand Anfang April 2008 der fächerverbindende Unterricht an der Meeraner Goetheschule, Schule zur Lernförderung. Initiiert hatte diese ungewöhnliche Woche die Meeranerin Kristin Bauch, Studentin der Förderpädagogik an der Universität Leipzig, in Zusammenarbeit mit der Schule und dem Schulträger, dem Landkreis Chemnitzer Land.

„Durch viele Praktika habe ich erlebt, wie sehr sich die Schüler für das Thema HipHop interessieren. Sie hören HipHop, kleiden sich danach, haben ihre Vorbilder aus dieser Szene. Dieses Interesse wollte ich aufgreifen und gleichzeitig die Schüler über die Ursprünge und Hintergründe der urbanen Jugendkultur HipHop, aber auch über die Vielfältigkeit der HipHop-Szene informieren“, erklärt sie und ergänzt: „HipHop wird meist als gewaltverherrlichend erlebt und zweifelsohne existieren solche Inhalte, die auch das Bild dieser Szene in der Öffentlichkeit prägen. Dennoch stehen sie neben vielen verschiedenen anderen positiven Qualitäten und Botschaften. Ein weiteres Ziel des Projektes ist, bei den Schülern Interesse für bestehende Freizeitangebote zu wecken. So gibt es im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Annaparkhütte und Jugendclub Beverly Hill's z.B. Breakdance-Gruppen“, erklärt Kristin Bauch.

Eingebunden in das Projekt waren die Schüler der 7. bis 9. Klassen. Kristin Bauch konnte zur Durchführung die „@ucation group“ aus Leipzig gewinnen. Kompetente Kultur-, Sport- und Sozialpädagogen sowie Künstler, die aus der Leipziger HipHop-Szene erwachsen sind, führten an zwei Projekttagen die verschiedenen Workshops mit den Schülern durch. Organisator der „@ucation group“ ist Marcell Heinrich.
Vorangegangen war eine Einführung, bei der Kristin Bauch mit den einzelnen Klassen das „Vorwissen“ zur HipHop-Szene erarbeitete. Dazu gehörte auch ein Spaziergang durch Meerane, bei dem die zahlreichen legalen Graffitis – größtenteils von dem bekannten Meeraner Künstler TASSO gestaltet - in Augenschein genommen wurden.

An den folgenden Tagen standen die Workshops im Breakdance, Graffiti, DJing und Rapmusik im Mittelpunkt.
Beim „Breakdance“ wurden kleinere Choreografien einstudiert. Gefördert werden dabei gemeinsame und individuelle Kreativität sowie Rhythmusgefühl und Zielstrebigkeit.
Im „Graffiti-Workshop“ erhielten die Schüler die Möglichkeit, sich selbst kreativ zu verwirklichen. Dafür stellte die Schule eine Wand der Außenfassade der Schule zur Verfügung, die gemeinsam gestaltet wurde. Neben der Aufklärung über die Geschichte und die rechtliche Situation der Graffitikunst stand so das legale, angeleitete Gestalten mit Sprühdosen sowie freies Zeichnen auf Papier im Vordergrund. Auch TASSO war in das Projekt eingebunden, er kam zu einer interessanten Gesprächsstunde in die Schule.

Kreativität war auch beim Workshop „Rapmusik“ gefragt. „Rapmusik ist das Schreiben und Vortragen rhythmisch gereimter Texte zu instrumentaler HipHop-Musik. Die Schüler verfassten selbstständig bzw. mit Unterstützung der Dozenten eigene Texte und passten diese der Musik an“, erzählt Kristin Bauch. Im Workshop „DJing“ schließlich standen musikalisches Gespür, Rhythmusgefühl und technisches Verständnis sowie Spaß und Interesse an der Musik im Vordergrund. Die gemeinsam einstudierten Beiträge wurden schließlich in einer „Abschlussjam“ der ganzen Schule in der Aula präsentiert.
Am letzten Projekttag am 7. April fuhren die Schüler gemeinsam ins Kino nach Zwickau, zum Kinofilm „Step up to the streets“. „Mit dem gesamten Ablauf des Projektes bin ich sehr zufrieden. Natürlich werden nie alle Schüler erreicht werden können, aber der überwiegende Teil hat sehr gut mitgearbeitet und es war zu spüren, wie viel Spaß es gemacht hat. Der Film war dann ein perfekter Höhepunkt zum Abschluss“, informiert Kristin Bauch.

Sebastian Drechsel und Uwe Arnold von der „@ucation group“ führten den Graffiti-Workshop durch. „Es ist angenehm zu erleben, wie die Schüler auftauen. Es macht unglaublich viel Spaß“, erzählten sie.
Katrin Sonntag und Patrick Seifried führten den Workshop „Rapmusik“ durch.
Sebastian und Tobias aus der Klasse 7b zeigen zwei Figuren, die beim „Breakdance“ einstudiert wurden.
Kristin Bauch (2.v.r.) mit den Dozenten der „@ucation group“. Fotos: Hönsch
 

Durchgeführt werden konnte das Projekt nur mit der Unterstützung zahlreicher Sponsoren, die Kristin Bauch für ihr Vorhaben gewinnen konnte. Ein großes Dankeschön geht an folgende Einrichtungen und Unternehmen:

Autohaus ASZ Zwickau
BMG Baugruppen- und Modulfertigung
CCL Label GmbH
dm-Drogeriemarkt Meerane
Elli Spirelli
Friseursalon Grit Flachs
Hamburg-Mannheimer, Andreas Bethke
HLS Ingenieurbüro
Hotel Meerane
Nugroma Holzmarkt, Christof Metzner
Stadt Meerane, Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer
Tabak-Zeitschriften-Lotto Röhner
Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau e.G.
Zahnarztpraxis Dr. L. Bressau
Zahnarztpraxis DR. Gabriela Bauer
Zahnarztpraxis Dr. H. Schimmel
   

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