Aktuelles (21.10.2008)

 

LiterARTurtage 2008 im Kulturraum Zwickauer Raum

Spurensuche mit Mark Benecke in der Stadtbibliothek Meerane

Einer der Höhepunkte der Veranstaltungen der Kunst- und Literaturtage im Kulturraum Zwickauer Raum war der Vortrag des Kölner Kriminalbiologen Mark Benecke in der Stadtbibliothek Meerane. 120 Besucher aus der ganzen Region von der jungen bis zur älteren Generation, männlich und weiblich, hatten sich eingefunden, um der Spurensuche des „Herrn der Maden“, wie er auch bezeichnet wird, zu lauschen. Der Andrang war so groß, dass die Karten nicht ausreichten.

Bereits vor fünfeinhalb Jahren war Mark Benecke schon einmal zu Gast in Meerane. Inzwischen ist er neben seiner beruflichen Karriere als weltweit geschätzte Kapazität auf dem Gebiet der Kriminalbiologie und forensischen Entomologie auch zu einem beliebten Medienstar geworden. Fernsehauftritte in TV TOTAL, Stern TV, Autopsie und anderen Fernsehsendungen gehören heute genauso zu seinem Alltag wie seine Erfolge im Beruf und als Autor von Büchern sowie von wissenschaftlichen Schriften.
Schon vor Beginn der Veranstaltung kauften die Fans seine Bücher, die vom Autor mit Madenstempel und persönlicher Widmung versehen wurden. Es bildete sich eine lange Schlange, da Mark Benecke sich auch noch die Zeit zu einem persönlichen Foto mit jedem Fan nahm. Diese Fotos wird er ins Internet stellen, zur Erinnerung der Besucher an diesen unvergesslichen Abend.

Mark Benecke - Nichtautofahrer, aber begeisterter Radfahrer - startete seinen Vortrag mit Bildern seiner Reise von seiner Wohnung in Köln bis zum Hotel in Meerane. Natürlich ging es erst mit dem Fahrrad zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach Meerane. Der humorvolle, redegewandte Mann brachte das Publikum mit vielen in Bildern eingefangenen Kuriositäten zum Lachen. Bis zum Ende der Veranstaltung verstand es der 38-Jährige trotz ernsthafter Thematik das Publikum durch seine einzigartige Rhetorik in einen dreistündigen Bann zu ziehen.
Im zweiten Teil des Veranstaltung konnten die Anwesenden per Abstimmung eines von 12 angebotenen Vortragsthemen auswählen. Die Entscheidung fiel auf die Leiche in der Biomülltonne. Mark Benecke schilderte anhand des Falles, wie er als Kriminalbiologe an eine solche Aufgabe herangeht und sich mit seinem Team in mühevollen Schritten auf Spurensuche begibt. Bei der Untersuchung der Leiche nach Insektenbefall helfen Würmer, Maden und Fliegen bei der Bestimmung des Tatortes und des Todeszeitpunktes.
Gemeinsam mit seinen Assistenten, Praktikanten und Studenten werden immer neue Untersuchungsmethoden entwickelt. Eine Empfehlung aus seinem Berufsleben gab er mehrmals an sein Publikum weiter: „Nicht nachdenken! Betrachten Sie die Welt mit dem Verstand eines Sechsjährigen!“.

Zum Abschluss der Veranstaltung versicherte Mark Benecke dem Publikum, dass er gern wieder nach Meerane kommt, denn schließlich warten noch viele Themen auf seine Zuhörer. Er wünscht sich aber, dass dafür nicht erst wieder fünf Jahre vergehen müssen.

Angelika Albrecht
Fachbereichsleiterin Kultur


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