Spurensuche in Schönberg und Meerane
Lesung mit dem Schönberger Joachim Krause
„Am Abend mancher Tage – eine Spurensuche in Mitteldeutschland“, so hat Joachim Krause sein in diesem Jahr erschienenes Buch genannt. Der erste Teil des Titels erinnert an den Erfolgshit der Gruppe „Lift“, 1980 auf Platz 1 der besten 100 Pop-Titel der DDR gewählt. Der Text stammt von Joachim Krause, der zwar studierter Chemiker und Theologe ist, aber auch als Texter für die Gruppen Karat, Lift, für Horst Krüger oder Theo Schumann schrieb.
Einen Teil seiner Kinder- und Jugendzeit erlebte Joachim Krause in Schönberg, in Meerane besuchte er die Erweiterte Oberschule, und so wurde die Lesung nicht nur zu einer „Spurensuche in Mitteldeutschland“, sondern auch zu einer Spurensuche in Schönberg, Meerane und Umgebung.
Das Buch enthält rund 200 Geschichten aus rund 50 Lebensjahren von Joachim Krause, für die Lesung hatte er viele ausgewählt, die in Schönberg und Meerane spielten. Ursprünglich waren die Geschichten – Mosaiksteine von der Kindheit bis zur Wendezeit 1990 - für ihn selbst und die Kinder gedacht, um Erinnerungen aufzuheben. „Ich habe nach Spuren meines Lebens gesucht“, sagte er dem Publikum.
Joachim Krause beginnt mit Geschichten über seine Kinderzeit - den Kindergarten, die „Zwergenschule“ im Dorf, erzählt von duftend frischem Brot, das niemals ohne „Knabberspuren“ das Zuhause erreichte, wenn die Mutter ihn zum Bäcker schickte; von der Arbeit in der Landwirtschaft, wo er auf dem Hof eines Freundes nach der Schule mithalf, vom ersten Kinofilm „Das doppelte Lottchen“, von Leibchen und Strumpfhaltern, vom Kampf gegen den „Klassenfeind“ Kartoffelkäfer. Das Publikum erinnert sich mit ihm, zustimmendes Gemurmel ist zu hören, Lachen und manchmal auch ein Seufzen.
Dann die Zeit in der Oberschule in Meerane – Westfernsehen, Tanzschule und Heinz Quermann mit seiner Talentsuche. In dieser Zeit stieg Joachim Krause als Gitarrist bei der Meeraner Band „Meridas“ ein.
Auch von ersten Anwerbeversuchen der Staatssicherheit berichtet er – in der Zeit des Studiums - und wie froh er heute noch ist, dem Werben und Schmeicheln, später Drängen und Drohen widerstanden zu haben.
Nach der Lesung kommt es schnell zu einem Gespräch mit dem Publikum, da viele Gäste – darunter Freunde und Bekannte - einen Teil des Weges mit Joachim Krause gegangen sind. Mit dem Buch entstanden ist auch ein Stück Heimatgeschichte der Region, ist sich das Publikum einig.
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