Ambulantes Operationszentrum im Medizinischen Zentrum Meerane eingeweiht
Über 500 Meeraner Bürgerinnen und Bürger informierten sich
Unter großem Interesse der Meeraner Öffentlichkeit wurde am 3. September 2008 das Ambulante Operationszentrum im Medizinischen Zentrum Meerane, Hospitalstraße 2-4, eingeweiht.
Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer und der Geschäftsführer der DRK Krankenhaus Lichtenstein gGmbH, die das Ambulante Operationszentrum betreibt, begrüßten die zahlreichen Gäste zu einer kleinen Feierstunde, darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft, der Meeraner Ärzteschaft, Ärzte und Mitarbeiter der DRK Krankenhaus Lichtenstein gGmbH und natürlich die künftig im Ambulanten Operationszentrum tätigen Mitarbeiter. Kathleen Dittrich-Ueberfeld, Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin, ist die Leiterin des Ambulanten Operationszentrum, der allen Meeranern gut bekannte Chirurg Dr. Dietmar Walter wird ebenfalls hier tätig sein.
Mit dem Ambulanten Operationszentrum ist damit wieder eine medizinische Einrichtung in die Räume des ehemaligen Meeraner Krankenhauses, das im Juni 2005 trotz großer Proteste der Meeraner Bevölkerung vom KKH Glauchau geschlossen wurde, eingezogen.
In der 1. Etage befinden sich zwei moderne Operationssäle und ein Aufwachraum mit insgesamt zehn Aufwachplätzen. Das Zentrum, von einer Fachärztin für Anästhesie geleitet, wird von niedergelassenen und sonst stationär tätigen Operateuren unterschiedlicher Fachrichtungen genutzt.
Mit Dr. med. Frank Lorenz, Facharzt für Chirurgie / Sportarzt / H-Arzt, hat auch ein niedergelassener Arzt seine Praxis im Medizinischen Zentrum Meerane.
Das Meeraner Krankenhaus, 1859 eröffnet, wurde 1961 enteignet und unter der Trägerschaft des Rates des Kreises Glauchau geführt. Ein Restitutionsantrag der Stadt erfolgte 1990/91 und im Jahr 1994 wurde das Krankenhaus ins Eigentum der Stadt rückübertragen und zur unentgeltlichen Nutzung dem KKH Glauchau überlassen. Dieses schloss den Klinikbereich Meerane zum 30. Juni 2005.
„Aus dem ehemaligen Meeraner Krankenhaus wird das Medizinische Zentrum Meerane mit dem Herzstück, dem Ambulanten Operationszentrum, geführt durch die DRK Krankenhaus Lichtenstein gGmbH. Für die Stadt Meerane geht damit ein Wunsch in Erfüllung“, sagte Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer in seiner Ansprache.
Prof. Dr. Ungerer ging auch auf die Ereignisse der vergangenen drei Jahre ein: die Versuche der Stadt Meerane, die Schließung des Meeraner Krankenhauses zu verhindern; das bürgerschaftliche Engagement vieler Meeraner, stellvertretend Hannelore Krauß und Monika Laqua, die Proteste und eine Unterschriftensammlung mit 7000 Unterschriften organisierten; die Schließung zum 30. Juni 2005 mit Sicherung des Eigentums der Stadt Meerane und die darauf folgenden Klagen gegen die Stadt Meerane und auch gegen die Person des Bürgermeisters.
„Nach dem erfolgreichen OLG-Beschluss im Mai 2007 konnten wir das Projekt mit dem DRK Krankenhaus Lichtenstein konkretisieren. Im März 2007 gab es erste Gespräche mit Herrn Dr. Günther und Vorgespräche mit Herrn Kollegen Sedner, Bürgermeister der Stadt Lichtenstein, die Mitgesellschafter der gGmbH ist“, sagte Prof. Dr. Ungerer.
Vertrauen und Sicherheit sind ausschlaggebend für die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten. Patienten erwarten klare Behandlungsziele und Ergebnisse und fragen nach, wo Leistung am besten erbracht wird. Trend ist die Komplexleistung aus einer Hand: ambulante Operation mit Vor- und Nachsorge und stationärer Sicherheit im DRK-Netzwerk, führte er weiter aus. „Die Stadt Meerane überlässt die Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses einem Krankenhausträger, der diese Parameter in hohem Maß erfüllt und ein klares und nachhaltiges Entwicklungsleitbild entwickelt und lebt“, betonte Prof. Ungerer und dankte der DRK Krankenhaus Lichtenstein gGmbH und allen Beteiligten für das Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und das in den vergangenen Monaten Geleistete.
Wie Dr. Herbert Günther informierte, wurden rund 300.000 Euro – unter anderem für die Wiederinbetriebnahme der Operationssäle – eingesetzt. „Wir wollen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten der Region die Arbeit in Angriff nehmen. Wir gehen neue Wege, aber zeitgemäße Wege und wollen dieses Angebot dauerhaft etablieren. Neue Ideen haben auch Feinde, aber wir sind es gewohnt, Wiederstände zu überwinden“, sagte er.
Dr. Günther dankte der Stadt Meerane für die gute Zusammenarbeit und insbesondere seinen Mitarbeitern. „Ich weiß, dass kein Patient wegen eines Geschäftsführers ins Krankenhaus kommt, sondern wegen guter Ärzte und Schwestern“, sagte er.
Auch der Bürgermeister von Lichtenstein Wolfgang Sedner überbrachte ein Grußwort. „Mit der Fertigstellung des Medizinischen Zentrums Meerane sowie der Einweihung ihres Herzstücks, dem Ambulanten Operationszentrums, haben Sie – hierin eingebunden die Stadt Lichtenstein als Gesellschafter des DRK Krankenhauses Lichtenstein – ein deutliches Signal für die medizinische Versorgung der Bevölkerung nicht nur für die Stadt Meerane, sondern für die gesamte Region gesetzt. Die Inbetriebnahme des neuen Medizinischen Zentrums mit modernster und zeitgemäßer Technik reiht sich in die positive Entwicklung der medizinischen Versorgung unserer Städte in würdiger Weise ein und sichert damit eine optimale medizinische Behandlung der Patienten“, sagte er und wünschte alles Gute und viel Erfolg.
Dr. Dietmar Walter freut sich auf die in der nächsten Woche beginnende Arbeit. „Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen in der Stadt. Meerane wird von diesem Ambulanten Operationszentrum profitieren. Bürgermeister Prof. Ungerer hat eine großartige Leistung vollbracht“, sagte er.
Nach der Feierstunde waren von 15 bis 17 Uhr die Meeraner Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste eingeladen, sich in den Räumen des Ambulanten Operationszentrums umzusehen. In kurzer Zeit füllten sich die Räume mit vielen interessierten Besuchern, über 500 Bürger nutzten die Gelegenheit, einen Blick in einen der Operationssäle, in den Aufwachraum und die technischen Räume zu werfen. Die Anästhesie-Ärztin Kathleen Dittrich-Ueberfeld und Anästhesie-Schwester Angela Dornheim beantworteten im Operationsraum viele Fragen.
Hannelore Krauß und Monika Laqua gehörten natürlich zu den Besuchern: „Wir freuen uns so sehr, dass es endlich geklappt hat. Ein großes Dankeschön geht an das Krankenhaus Lichtenstein und unseren Bürgermeister“, sagten sie.
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