Lörracher Friedenstaube an Meerane übergeben 
Die Meeraner Partnerstadt Lörrach ist eine von 30 Städten, die sich mit einer Friedenstaube am Projekt „Illustrierung der 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ anlässlich des 60. Jahrestages der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen beteiligt. Initiator der Aktion „Friedenstaube“ ist der Künstler Richard Hillinger, der das Projekt mit den 30 Friedenstauben in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und einem Kuratorium durchführt, das den „Collage United Nations Award“ für die Wahrung der Menschenrechte an engagierte Persönlichkeiten vergibt.
Die Lörracher Friedenstaube startete im Mai 2008 ihre Reise durch die Lörracher Partnerstädte in Europa und wurde anlässlich des Neujahrsempfanges am 16. Januar 2008 in der Stadthalle nun an die Stadt Meerane übergeben.
Bürgermeisterin Marion Dammann aus Lörrach, die herzliche Grüße von Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Blum überbrachte, überreichte die Friedenstaube an Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer. „Es ist mir eine große Freude, unsere Friedenstaube heute an die Stadt Meerane zu übergeben. Ziel der Aktion ist es, die Bürger für das Thema Menschenrechte zu sensibilisieren. Die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geben die grundlegenden Ansichten zu den Rechten aller Menschen wieder, ohne Unterschiede zu Stand, Religion oder Rasse. Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt, wir wissen, wie wichtig diese sind. Es geht um die Würde des Menschen und die Gleichberechtigung von Frau und Mann“, sagte sie und fügte hinzu. „Ich freue mich besonders, dass junge Menschen diese Aktion begleiten und sich mit dem Thema auseinandersetzen. Schulen sind die Wegbereiter der Reise der Friedenstaube durch unsere Partnerstädte. Ich bin sicher, dass auch von Meerane viele Projekte und Impulse zum Thema Menschenrechte ausgehen werden.“
Mit Marion Dammann waren die Leiterin der AG Meerane im Verein Lörrach International, Conny Kühn, und die Projekttheatergruppe der Hellbergschule Brombach mit ihrer Leiterin Anita Fischer und der Rektorin der Schule Petra Sauer nach Meerane gereist. Die Projekttheatergruppe stellte sich mit einer Aufführung dem Publikum in der Stadthalle vor, in der sie sich intensiv mit dem Thema Menschenrechte auseinander setzten. „Ein Teil unserer Schüler stammt aus Ländern, in denen Menschenrechte verletzt werden. Insbesondere mit diesen Artikeln der Menschenrechtserklärung haben wir uns beschäftigt“, erklärte die Projektleiterin Anita Fischer.
Die Jugendlichen setzten die Verletzung von Menschenrechten mit einfachen, aber eindrucksvollen Mitteln in Szene. Themen waren unter anderen Diskriminierung, die Verheiratung von Minderjährigen, das Recht auf Privatsphäre, Misshandlung und Folter.
Auch in Meerane wird die Friedenstaube nicht nur Aktionen der Stadt, sondern insbesondere Projekte der Schulen begleiten, informierte Bürgermeister Prof. Dr. Ungerer. Zum Neujahrsempfang gab er die Friedenstaube an die Schülerin Jocelyn Heinrich der Tännichtschule weiter. Nächste Station der Friedenstaube wird das Europäische Gymnasium sein.
Erste Veranstaltungen in diesem Rahmen werden die Eröffnung der Anne Frank-Ausstellung am 27. Januar 2009 in der Stadtbibliothek - ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Meerane, der Tännichtschule und des Europäischen Gymnasiums Meerane – und die Aktion „Stolpersteine“ zum Gedenken an die jüdische Bevölkerung in Meerane sein.
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Pressemitteilung der Stadt Lörrach vom 19. Januar 2009
Friedenstaube in Meerane – beeindruckende Theaterszenen
Lörrach. Die Lörracher Friedentaube ist seit einem Jahr auf Reisen, um Projekte zum Thema „Menschenrechte“ anzuregen. Die Theatergruppe der Hellbergschule hat in der Lörracher Partnerstadt Meerane bei der Übergabe der Friedenstaube durch Bürgermeisterin Marion Dammann ein beeindruckendes Theaterstück über Menschenrechtsverletzungen aufgeführt. Die Hellbergschule möchte den Kontakt zur Tännichtschule in Meerane im Rahmen der Städtepartnerschaft weiter pflegen.
„Für die Schüler der Theatergruppe war der Besuch in Meerane eine große Wertschätzung,“ berichtete Schulleiterin Petra Sauer. Die Auseinandersetzung mit den Menschenrechten habe 2008, als die Friedenstaube in der Hellbergschule weilte, unter anderem zu dem Projekt der Theatergruppe geführt. „Die Szenen haben die Schülern selbst erarbeitet,“ erläuterte die Lehrerin Anita Fischer, die das Projekt betreut. Da ein großer Teil der jungen Akteure einen Migrationshintergrund habe, konnten diese auch persönliche Erlebnisse in den Theaterszenen umsetzen und in mehreren Aufführungen weitergeben. Höhepunkt war dann der Auftritt der Theatergruppe am Neujahrsempfang in Meerane.
Die Reise nach Meerane hat aber auch noch viele andere Eindrücke hinterlassen. Beim Besuch der Tännichtschule, wo die Theateraufführung ebenfalls großen Anklang fand, lernte die Gruppe aus Lörrach auch den Unterricht und eine andere Schulstruktur kennen. Sehr vorteilhaft war, dass die Schüler in Gastfamilien übernachteten. „Die Gasteltern haben uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen“, so brachte die Schülerin Elen Michael die Gastfreundschaft auf den Punkt. Schulleiterin Petra Sauer lobte das große Engagement von Rosemarie Lorenz, Lehrerin an der Tännichtschule in Meerane. Sie organisierte diese Begegnung mit einem interessanten und kurzweiligen Programm und traf die Auswahl der Gastfamilien „sehr liebevoll“.
Ein weiterer Höhepunkt war der Tagesausflug nach Dresden gemeinsam mit den Kindern der Gastfamilien. Besonders die Frauenkirche beeindruckte die Jugendlichen. Die Schülerin Lisa Lahner konnte sich spontan die Hauptstadt Sachsens als Wohnort vorstellen: „Wenn ich groß bin, ziehe ich nach Dresden“. In Meerane fand der Tag dann noch auf Einladung der Gasteltern einen unvergesslichen Abschluss in der Schlittschuhdisco.
Die Vertreter der Hellbergschule sind nun gespannt, welche Projekte die Friedenstaube in Meerane anregen wird, und hoffen auf einen Gegenbesuch von Rosemarie Lorenz und Meeraner Schülern, bei dem die Gäste dann ihre Aktivitäten zum Thema Menschenrechte präsentieren können. Auf die Nachhaltigkeit des Theaterprojektes angesprochen, antwortete Petra Sauer: „Eine bessere Form der Auseinandersetzung mit der Thematik Menschenrechte, hätte ich mir nicht denken können“. Auch Bürgermeisterin Marion Dammann freut sich über das Projekt: „Ich finde es toll, dass durch die Friedenstaube ein neuer Schulkontakt zwischen der Hellbergschule und der Tännichtschule entstanden ist".
Lörrach, 19. Januar 2009
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