Lachen mit Lange
Kabarettist und Schriftsteller stellt sächsische Witze vor „Teekessel und Othello“ heißt das neue Buch des bekannten sächsischen Kabarettisten und Schriftstellers Bernd-Lutz Lange. Abgedruckt sind hier die schönsten sächsischen Witze, die er in den vergangenen Jahrzehnten gesammelt und aufgeschrieben hat. Sein Buch und natürlich einige der besten Witze hat Bernd-Lutz Lange am 4. April 2009 in der Stadthalle dem Meeraner Publikum vorgestellt.
Begeistert begrüßt von den zahlreichen Besuchern gibt Bernd-Lutz Lange gleich eine kabarettistische Kostprobe. Er verschmäht den Stuhl, sondern setzt sich auf den vorbereiteten Lesetisch. „Als Kabarettist will man so nah wie möglich am Menschen sein“, erklärt er und fügt im besten Sächsisch an: „Man muss sich doch in de Oochen guggn gönn!“
Bevor er zu seinen sächsischen Witzen kommt, erzählt er von seiner Karriere als Kabarettist und seiner Karriere als Schriftsteller und schon dabei kann das Publikum herzhaft lachen. Zu seiner Karriere als Schriftsteller gehören seine 1999 unter dem Titel „Magermilch und lange Strümpfe“ erschienenen Kindheitserinnerungen, einem Buch, das eine nie geahnte Resonanz erlebte, wie er sagte. „Meine Generation wusste sofort, um welch furchtbare Zeit es sich handelt“, erklärt er in Anspielung auf die gehassten langen Strümpfe, die sich durch seine sonst glückliche Kindheit zogen.
Lange: „Wir waren glücklich, wir kannten nichts anderes.
Wir hatten keinen Vergleich und durch den Mangel waren wir sehr erfinderisch und wurden sehr kreative Kinder. Und wir hatten unglaublich viele Spiele.“
Und sicher wurden auch damals schon Witze erzählt. Der sächsische Witz, erklärt Bernd-Lutz Lange dem Publikum, ist eine Besonderheit. Der sächsische Humor ist ein Humor, der etwas um die Ecke geht und er hat eine große Portion Selbstironie. Vergleichbar ist er dabei mit dem jüdischen Witz, erklärte er.
Und dann kommt Bernd-Lutz Lange zum Titel seines Buches. Teekessel und Othello? „Na, kennen Sie denn den Unterschied zwischen einem Teekessel und Othello?“, fragt Bernd-Lutz Lange in die Runde und gibt dann im schönsten Sächsisch die Antwort: „Ganz einfach: Beim Deegässl, da sieded dähr Dee. Und beim Odhello, da deeded dähr sie.“
Darauf muss man erst einmal kommen! Wir Sachsen nämlich, sagt Lange „mir sin nich so gemiedlich, wie mir sprechen…“
Das Publikum amüsiert sich auf jeden Fall prächtig. Die Witze im Buch sind in verschiedene Kategorien eingeteilt, es gibt „Teekessel und Othello“ – der Witz, „der etwas um die Ecke geht“, oder „Sachsen in der DDR“. Aus dieser Kategorie erzählt Lange den bekannten, aber immer wieder gern gehörten Klassiker: Ein Volkspolizist hält eine Straßenbahn an. Der Fahrer fragt, was denn los sei und darauf der Polizist: „Diskutieren Sie nicht, fahren Sie rechts ran!“.
Wer Bernd-Lutz Lange diesmal verpasst hat, kann sich schon jetzt den 18. Dezember 2009 vormerken. An diesem Tag ist er gemeinsam mit der Sängerin, Schauspielerin und Kabarettistin Katrin Weber sowie dem Rainer-Vothel-Trio mit dem Kabarettprogramm „Das wird nie was“ in der Meeraner Stadthalle zu Gast.
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