Aktuelles (10.08.2009)

 

Grünes Licht aus Erfurt für Terminal-Umbau
Arbeiten sollen am 1. September beginnen

In der Osterländer Volkszeitung (OVZ) erschienen am 6. August 2009 die folgenden Beiträge zum Leipzig-Altenburg Airport, die wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlichen.

Nobitz. Die dringend nötige Erweiterung der Abfertigungskapazitäten auf dem Leipzig-Altenburg Airport kann endlich beginnen. Die Baugenehmigung liegt vor und auch das Erfurter Verkehrsministerium gab inzwischen grünes Licht. „Unser Part war die luftrechtliche Stellungnahme zu dem Projekt, dazu mussten wir die Deutsche Flugsicherung beteiligen“, erklärte Ministeriumssprecher Thomas Sauer auf OVZ-Anfrage. „Wir haben unser positives Votum abgegeben, damit steht auch einer Erteilung der Baugenehmigung durch das Landratsamt nichts mehr im Wege.“ Auch die liegt inzwischen vor, die Ausschreibung des Projektes ist gelaufen, die Vergabe erfolgt in den nächsten Tagen, bestätigte Flughafen-Geschäftsführer Jürgen Grahmann. „Unser Ziel ist der Baubeginn am 1. September.“ Wobei die ursprünglichen Planungen bereits einige Wandlungen durchliefen. Zum einen ist das Projekt gewachsen. Zum anderen ist der Zeitplan ins Rutschen gekommen. Bei der Ankündigung der Terminal-Erweiterung im Februar – gerade hatte Ryanair die Einrichtung der neuen Edinburgh-Linie bekanntgegeben – war lediglich vom Neubau einer einfachen Standard-Fabrikhalle die Rede. Sie sollte zusätzliche Abfertigungskapazitäten bringen. Dabei bleibe es selbstverständlich, aber inzwischen, so informierte Grahmann, ist auch eine Erweiterung des vorhandenen Terminals vorgesehen – einige Wände werden versetzt, sodass insgesamt eine größere Fläche zur Verfügung steht. Die Arbeiten sollen teilweise parallel laufen, um die Krantechnik besser auszulasten. Dafür soll es erfreulicherweise bei der Finanzierung diesmal keine Probleme geben. Die Kosten, die sich nach OVZ-Informationen auf rund eine Million Euro belaufen, können aus den für dieses Jahr ohnehin zur Verfügung stehenden Fördermitteln des Landes in Höhe von 2,8 Millionen Euro komplett gedeckt werden. Ursprünglich geplante Arbeiten an der Landebahn sollen stattdessen in einer technologisch und kostenmäßig günstigeren Variante ausgeführt werden. „Aber das ist alles kein Problem, und die Erweiterung unserer Abfertigungskapazitäten ist einfach im Moment das absolut wichtigste“, sagte Grahmann mit Blick auf die schon jetzt zeitweise nötige Abfertigung von zwei Jets gleichzeitig. Da ist der inzwischen eingetretene Zeitverzug ärgerlicher. Hatte man in der Flughafengesellschaft anfangs noch von einer Fertigstellung des Anbaus schon im April geträumt, kann es nun bis zum Jahreswechsel dauern, bei ungünstigem Wetter sogar bis zum nächsten Frühjahr. Zum einen ist dies sicher der Erweiterung des Projekts geschuldet, aber offenbar gab es auch wieder einmal Probleme mit Erfurt. Nach OVZ-Informationen war die Zustimmung des Verkehrsministeriums zumindest eine Zeit lang an die Vorlage eines umfangreichen Marketingkonzepts der Flughafengesellschaft gekoppelt. Eine Forderung, die inzwischen anscheinend fallengelassen wurde, denn es gibt jetzt grünes Licht aus Erfurt, obwohl das Konzept bislang nicht offiziell bestätigt ist. Dafür soll aber der formelle Zuwendungsbescheid für das Terminalprojekt immer noch nicht vorliegen.    Günter Neumann


       Kommentar
Von Günter Neumann

Tatsachen sprechen für sich

Optimisten können sich freuen, dass es auf dem Flugplatz wieder einen Schritt vorwärts geht, Pessimisten werden wohl beklagen, dass es wieder einmal unnötig länger dauerte. Doch als unstrittige Tatsache darf inzwischen gelten, dass sich das außerordentlich ambitionierte Projekt eines Billigfliegerstandortes für Mitteldeutschland positiv entwickelt und zunehmend von der CDU-Landesregierung befördert wird.
Inwieweit dies einem dauerhaften Umdenken oder nur zeitweisen Einlenken aufgrund (wahlkampf-)taktischer Überlegungen geschuldet ist, dürften Optimisten und Pessimisten erneut unterschiedlich beurteilen. Gefordert sind aber ohnehin Realisten, also Menschen, die bereit sind, sich an Tatsachen zu halten. Als da wären: Die Top-Lage des Platzes in Mitteldeutschland, die Gunst von Europas Marktführer, wachsende Passagierzahlen, vergleichsweise niedrige Investitionskosten und ein Betriebskonzept, das nicht wie in Erfurt auf millionenschwere zusätzliche Startbahnen und horrende Anschubfinanzierungen für Linien setzt, die eigentlich gar keine Airline anbieten will.
Man darf auf die nächsten Entscheidungen der nächsten Landesregierung sehr gespannt sein. @g.neumann@lvz.de

 


<< zurück