Aktuelles (04.08.2009)

 

Frohe Sommerkunde aus der Landesdirektion Chemnitz – Stadt Meerane erhält Fördermittelbescheid für Industriebrache in Höhe von 678.310 Euro

Im Rahmen des operationellen Programmes des Freistaates Sachsen für den Europäischen Fonds für Regionalentwicklung der Europäischen Union in der Förderperiode 2007 bis 2013 zur Revitalisierung von Industriebrachen und Konversionsflächen erhält die Stadt Meerane auf Basis der Verwaltungsvorschriften Stadtentwicklung und Brachflächenrevitalisierung des Freistaates Sachsen für ihr Projekt „Ehemalige Industrieanlage IFA Karosseriewerke, Waldenburger Straße 64-86“ Fördermittel in Höhe von 678.310 Euro . Die Fördermittel dienen dem Rückbau der Gebäude und der Renaturierung des Baches in der Waldenburger Straße 64-86 im Jahr 2010. Die Landesdirektion Chemnitz hat in ihrem aktuellen Bescheid die zuwendungsfähigen Ausgaben auf 753.678 Euro festgesetzt. Davon sind 678.310 Euro Fördermittel (90% Fördermittelquote) und 75.367 Euro Eigenmittel der Stadt Meerane.
Die Fördermittel setzen sich aus 565.258 Euro der Europäischen Union und 113.052 Euro des Freistaates Sachsen zusammen.

Mit der Waldenburger Straße 64-86 verbindet sich die letzte Industriebrache der ehemaligen VEB IFA Karosseriewerke Meerane. In den vergangenen Jahren konnten die ehemaligen IFA-Werke am Merzenberg und im Rosental/Rotenberg rückgebaut werden.

Für Bürgermeister Prof. Dr. Lothar Ungerer ist der Zuwendungsbescheid ein weiterer bedeutsamer Schritt in der Stadtentwicklung. „Mein Dank geht vor allem an den Freistaat Sachsen und hier insbesondere an die Landesdirektion Chemnitz für die weitsichtige und sehr gute Zusammenarbeit. Die Beseitigung industrieller Altbrachen wäre ohne die staatliche Unterstützung nicht zu bewerkstelligen. Damit schaffen wir in unserer Stadt für die Stadtentwicklung ein Stück Zukunft. Mit der Umsetzung der Maßnahme haben wir unmittelbar begonnen. Der erste Schritt sind die planerischen Arbeiten. Der Rückbau ist mit Beginn des neuen Jahres 2010 vorgesehen. Die Industriebrache in der Waldenburger Straße ist ein weiteres Beispiel für den Strukturwandel, der dazu führte, dass es zum Rückbau der Industriebrache keine Alternative gibt. Einige historische Daten verdeutlichen, dass dieser Strukturwandel durch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen verursacht ist.

Der gewerbliche Komplex Waldenburger Straße 64-86 geht auf die Gründung der Firma Colomon Batky sen. im Jahre 1866 zurück. Geführt wurde das Unternehmen als Färberei und Appretur. Die Produktionsanlagen in der Waldenburger Straße wurden in den Jahren 1889 bis 1939 kontinuierlich erweitert. Unmittelbar mit Einmarsch der Roten Armee in Meerane wurde nach Kriegsende die Produktionsanlage teilweise als Reparationszahlung an die Sowjetunion demontiert. Nach der Enteignungsphase der Fa. C. Batky Gesellschaft mbH in den Jahren nach 1945 übernahmen die ehemaligen VEB Textilveredlungswerke Glauchau die Produktionsanlagen als Werk III Meerane vorwiegend zur Veredlung von Damenoberbekleidungsstoffen. Mit Beginn des Jahres 1960 ging der Industriekomplex an die VEB Karosseriewerke Meerane über und wurde dann als Werk V (Waldenburger Straße) Bestandteil der VEB IFA Karosseriewerke Meerane. Er diente wesentlich als Lehrlackiererei, Kundendienst und Lager. Mit dem Ende der IFA blieb das Gelände seit 1991 ohne Nutzung.“

Die Fotos entstanden zum Projekt Industriebrachenumgestaltung - IBUg2008 - im August vergangenen Jahres.

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