Stadtwerke Meerane beteiligen sich an der neuen kommunalisierten Thüga-Gruppe
Mitteilung des Bürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Meerane GmbH
Professor Dr. Lothar Ungerer:
„Die Stadtwerke Meerane sind seit Jahren integriert in das erfolgreiche Netzwerk der Thüga AG München. Das Thüga-Modell basiert überwiegend auf Minderheitsbeteiligungen an kommunal beherrschten Stadtwerken bzw. Unternehmen. An den Stadtwerken Meerane ist die Thüga mit 24,5% beteiligt; 51% hält die Stadt Meerane.
Allgemein prägt die Thüga AG seit mehr als 140 Jahren die deutsche Kommunalwirtschaft. Seit 2004 ist sie zu 100 Prozent in den E.ON-Konzern integriert. Die Veränderungen der Energiemärkte führten im vergangenen Jahr zu Hinweisen, dass der E.ON-Konzern beabsichtigt, seine Tochter Thüga zu verkaufen. Damit standen 110 Stadtwerke in Deutschland vor einer risikoreichen Zukunft, da unklar werden würde, was mit der Thüga selbst und mit ihren Beteiligungen an den Stadtwerken passieren würde, wenn ein neuer Eigentümer (im Gespräch war z. B. Gazprom) das Unternehmen anders ausrichtet. Zur Sicherstellung der kommunalen Verankerung entwickelte sich die Idee, dass die Stadtwerke als Erwerber-Gruppe auftreten und dem E.ON-Konzern ein Kaufangebot unterbreiten. Dieses Ziel ist nun erreicht: Die Thüga wird kommunal.
Die Entscheidung zum Verkauf der Thüga AG an eine kommunale Erwerbergruppe wurde durch den Aufsichtsrat der E.ON AG am 11.08.2009 getroffen. Der Verkauf erfolgt mit 62,24 % an die „Integra-Gruppe“ und mit 37,76 % an die „Kom9-Gruppe“. Es wurde ein Bar-Kaufpreis von rund 2,9 Mrd. EUR vereinbart. Nach der Freigabe der Transaktion durch das Bundeskartellamt rechnen wir mit einem Vollzug der Transaktion noch in diesem Jahr.
Die Integra-Gruppe ist ein Zusammenschluss aus enercity (Stadtwerke Hannover AG), der Mainova AG (Stadtwerke Frankfurt) und der N-ERGIE AG (Stadtwerke Nürnberg).
Die KOM9-Gruppe ist ein Zusammenschluss von bundesweit 45 Stadtwerken. Aus dem Freistaat Sachsen sind neben den Stadtwerken Meerane die Stadtwerke der Städte Aue, Chemnitz, Reichenbach und Zwickau mit dabei.
Der Stadtrat der Stadt Meerane hatte am 3. März 2009 dafür die Weichen gestellt, um die Entscheidung des Aufsichtsrates der Stadtwerke Meerane für eine Beteiligung an der Thüga-Erwerbergruppe zu legitimieren.
Generell ist die Thüga-Transaktion ein bis dato einmaliger Vorgang. Die Kommunalisierung eines Unternehmens in dieser Größe und bei dieser Marktbedeutung ist gesamtwirtschaftlich betrachtet ordnungsrechtlich wie auch prozessual sehr bedeutsam: Die neue Thüga-Gruppe nimmt als kommunales Unternehmen Rang drei der Energieunternehmen ein. Gemessen am Umsatz (in Mio. Euro für 2007) ergibt sich folgende Rangfolge: E.ON (68.731) – RWE (42.507) – Neue Thüga-Gruppe (15.500) – EnBW (14.712) – Vattenfall (12.266). Die neue Thüga-Gruppe ist damit ein kommunales Gegengewicht zu den „Großen Vier“ im Energiemarkt und sichert die Zukunft der kommunalen Energiewirtschaft. Mit dabei die Stadtwerke Meerane GmbH. Ein Stück Zukunft.
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