Aktuelles (03.08.2009)

 

IBUg2009 „Licht an“ in der ehemaligen Meeraner Lampenschirmfabrik

„Licht an“ hieß es vom 15. bis 30. August 2009 in der ehemaligen Meeraner Lampenschirmfabrik. In der Industriebrache in der Poststraße fand in diesem Jahr das Projekt Industriebrachenumgestaltung - kurz IBUg2009 - statt. Vor vier Jahren war die IBUg als Experiment gestartet – initiiert vom bekannten Meeraner Graffiti-Künstler Jens Müller TASSO in der ehemaligen IFA-Brache am Merzenberg, und hat sich seitdem zu einem national und international vielbeachteten Event für Graffiti- und Streetart-Künstler entwickelt.
„Hinter der IBUg steckt ein Urban Culture Event mit dem Ziel, Graffiti, Street-Art und Installationen einem breitem Publikum näher zu bringen und als eigenständige Kunstform zu etablieren. Für die beteiligten Künstler stellt das Projekt dabei ein einzigartiges Forum der künstlerischen Arbeit und auch der Präsentation ihres Schaffens dar“, sagen die Organisatoren.
Dabei brachte die IBUg 2009 nicht nur Farbe in die alten Fabrikgemäuer, sondern auch ein internationales Team an Graffiti- und Street-Art-Künstlern nach Meerane. Vom 15. bis 30. August 2009 war die Industriebrache Anlaufpunkt für über 35 international bekannte Künstler dieser Szene: aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Italien und sogar Korea, die jeweils zwischen drei und fünf Tagen hier arbeiteten.
Graffiti-Künstler TASSO freut sich darüber besonders: "Die IBUg wird immer bunter und wächst immer mehr. Das ist eine großartige Anerkennung des Projektes", sagt er und fügt hinzu: „Ich war schon bei vielen Projekten beteiligt, die IBUg ist eine der originellsten und am besten organisierten Geschichten.“
Zur Pressekonferenz am 27. August 2009 konnte daher ein ausschließlich positives Resümee gezogen werden. Begeistert waren die Künstler von der Architektur der Brache, die viele verschiedene Räume bot und von der Veranstaltung an sich, die deutschlandweit einmalig ist, hieß es. Zudem gab es jede Menge Einrichtungsgegenstände und Material, das bei Installationen Verwendung fand.
„Wir laden Künstler ein, die sich einlassen auf Geschichte und Räume, die sich mit der Architektur beschäftigen und diese einbeziehen in ihre Arbeit. Wir brauchen Leute, die einen Schritt weiter gehen“, erklärte TASSO.

Ein großes Dankschön richteten Tasso und Thomas Dietze vom IBUg-Organisationsteam an die Stadt Meerane für die seit vier Jahren geleistete große Unterstützung. Im Vorfeld der IBUg2009 hatte Meerane seine Bemühungen um den Kauf des ehemaligen Leuchtenbaus von den Eigentümern verstärkt, auch um diese für die IBUg zur Verfügung stellen zu können, informierte Bürgermeister Professor Dr. Ungerer. „Inzwischen fragen uns viele, ob es nicht möglich ist, eine IBUg-Brache zu erhalten, damit die Kunstwerke nicht dem Abriss zum Opfer fallen. Wir prüfen das. Für das nächste Jahr haben wir auf jeden Fall noch eine interessante Industriebrache, die wir anbieten können“, blickte der Bürgermeister schon einmal ins Jahr 2010.

Für die Künstler selbst ist das spätere Verschwinden der Werke eigentlich kein Problem, da Graffiti als sogenannte „Verfallskunst“ meist ein zeitlich begrenztes Dasein führt.
Am letzten August-Wochenende präsentierte die IBUg wie schon in den Vorjahren die Ergebnisse der Öffentlichkeit und die Meeraner und über 1400 Besucher nutzten die Gelegenheit, im ehemaligen Lampenbau auf Entdeckungsreise zu gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Rund 20 der beteiligten Künstler waren dazu nochmals nach Meerane gekommen. „Das Publikum ist unglaublich interessiert, nicht nur junge, auch ältere Leute“, erzählt Thomas Dietze.
Mit dabei war auch der Meeraner Graffiti-Künstler DIOS. „Es war wieder eine schöne Zeit und die Resonanz der Besucher ist sehr gut. Es gibt unglaublich viel zu entdecken, total verblüffende Sachen sind entstanden“, schwärmt er. Im nächsten Jahr ist er natürlich wieder mit dabei: „So eine Veranstaltung gibt es nirgendwo noch einmal!“
Erstmals wurde die IBUG von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert, ein weiteres Zeichen der Anerkennung für dieses Kunstprojekt.

Zur Pressekonferenz am 27. August 2009.
 

 

 
Der Meeraner Graffitikünstler DIOS sprayte im Eingangsbereich zur IBUg einen Kraftsportler, der den IBUg-Schriftzug nach oben zieht.
Eines der Werke des Meeraners TASSO - 2 Seiten.
.
Zum dritten Mal bei der IBUg dabei war die Schneidermeisterin Petra Lorenz, die im Rahmen der Vernissage Modelle mit Drucken von Graffitis präsentierte.  
 

<< zurück