„20 Jahre friedliche Revolution in Meerane – Zwischen Angst und Aufmüpfigkeit: Friedensgebete, Umweltbewegung, Kirchgemeinde“
Ausstellung in der Kirche St. Martin zur Erinnerung an den Herbst 1989
Am 9. Oktober vor 20 Jahren war das 1. Friedensgebet in der Kirche St. Martin mit einer anschließenden Demonstration durch die Meeraner Innenstadt zum Alten Rathaus. 300 Teilnehmer wurden damals gezählt.
20 Jahre später erinnert eine Ausstellung in der Kirche St. Martin an die Ereignisse der Wendezeit in Meerane.
Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „20 Jahre friedliche Revolution in Meerane – Zwischen Angst und Aufmüpfigkeit: Friedensgebete, Umweltbewegung, Kirchgemeinde“ und des kommunalen Gedenktages fanden sich am 9. Oktober 2009 über 140 Gäste in der Kirche St. Martin ein, darunter viele Meeraner Bürger, die die Friedliche Revolution in Meerane vorangebracht und begleitet haben und zahlreiche Stadträte.
Die Fachbereichsleiterin Kultur Angelika Albrecht begrüßte die Gäste und übermittelte die Grüße des Bürgermeisters Professor Dr. Lothar Ungerer, der aufgrund eines wichtigen Termins leider nicht an der Ausstellungseröffnung teilnehmen konnte.
Angelika Albrecht erinnerte in ihren Begrüßungsworten vor der Kirche an die für sicher alle Meeraner sehr bewegende Zeit vor 20 Jahren und gab auch einen Überblick über die bisherigen und noch geplanten Veranstaltungen zu diesem Thema.
Im Anschluss erfolgte am Haupteingang der Kirche die Enthüllung einer Erinnerungstafel an die Friedensgebete dieser Zeit durch Detlef Kahnt und den stellvertretenden Bürgermeister, Stadtrat Jörg Sommer. Dazu Andreas Kuhn vom Fachbereich Kultur: “Zur dankbaren Erinnerung an den 9. Oktober 1989 haben wir diese Tafel enthüllt. Die Kirche war zur Zeit der friedlichen Revolution offen für alle Menschen guten Willens und sie bleibt auch weiterhin geöffnet für Alle, besonders für die Bedrängten“. Die Idee für diese Tafel stammte von Detlef Kahnt. Die Fertigung erfolgte durch Graveur Bernd Lehmann, der als Zeichen der Dankbarkeit und Verbundenheit die Kosten übernahm.
In der Kirche begrüßte Pfarrer Dr. Martin Teubner die Gäste. Er referierte zum Thema Zeitzeugen und Gedächtnisorte. Nach einem bewegenden Orgelstück, gespielt von Kantor Norbert Ranft, sprachen Pastorin i.R. Gertraude Eckart und Dr. Hans-Erich Müller über ihre Erfahrungen zum Thema „Wir wollen raus – wir bleiben hier“. Johannes Groschwitz erinnerte an die Umweltbewegung mit seinen Ausführungen „Aufbruch jetzt“ und Pfarrer i.R. Dietmar Koenitz ließ noch einmal die Zeit der Friedensgebete gegenwärtig werden mit seinem Vortrag „Ein Wunder: Wir haben die Angst verloren“.
Anschließend präsentierten Professor Dr. Wolfgang Zscherpel und Detlef Kahnt zwei Originalvideos aus den Jahren 1989 und 1990 mit Szenen einer Demonstration von der Kirche zum Alten Rathaus, aber auch viele Innenstadtansichten.
Die Ausstellung „20 Jahre friedliche Revolution in Meerane – Zwischen Angst und Aufmüpfigkeit: Friedensgebete, Umweltbewegung, Kirchgemeinde“ ist nun bis zum 27. November 2009 in der Kirche St. Martin zu sehen. Geöffnet ist täglich von 14 bis 18 Uhr, nach Vereinbarung auch vormittags.
Auf 19 Tafeln, in drei Vitrinen und zahlreichen Ordnern werden viele Dokumente und andere Belege gezeigt. Im Wesentlichen wurde die Ausstellung durch folgende Zeitzeugen ermöglicht: Pastorin i.R. Gertraude Eckart, Pfarrer i.R. Dietmar Koenitz – Ehrenbürger der Stadt Meerane, Dr. Hans-Erich Müller, Bürgermeister i.R. Dr. Peter Ohl, Professor Dr. Wolfgang Zscherpel, Herbert Augsten, Johannes Groschwitz, Herbert Heider, Detlef Kahnt, Georg Knittel und Joachim Krause. Begleitet und realisiert wurde die Ausstellung durch die Mitarbeiter des Heimatmuseums Meerane in enger Zusammenarbeit mit Pfarrer Dr. Martin Teubner.
Außer den Zeitzeugen gilt ein besonderer Dank dem Leiter der Außenstelle der BStU Chemnitz Dr. Martin Böttger und Sabine Dintner, die Einsicht in die gewünschten Unterlagen ermöglicht hatten und auch die Akte „OV – Fassade“, die Losungen im Stadtgebiet betreffend, zur Verfügung stellten. Weiterhin gilt der Dank dem Vorstand der Kirchgemeinde St. Martin sowie Pfarrer Dr. Martin Teubner für die Nutzung der Kirche und anderer Räume während der Vorbereitungszeit der Ausstellung.
„20 Jahre friedliche Revolution in Meerane“ – eine Initiative der Sächsischen Staatsregierung und der Stadt Meerane - wird gefördert aus Mitteln des Freistaates Sachsen.
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