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Die Stadt Meerane erinnert in diesem Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen und Ausstellungen an die Zeit der friedlichen Revolution vor 20 Jahren. Am 9. November 2009 – 20 Jahre nach Öffnung der Grenzen der ehemaligen DDR – wurden zwei Gedenktafeln angebracht, die an Protestaktionen Meeraner Bürger erinnern. Bereits im April 1988 wurden im Meeraner Stadtgebiet verschiedene Losungen an Mauern oder Gebäudewände gemalt bzw. gesprüht, so am 9./10 April „Freiheit für Andersdenkende“ an die Mauer August-Bebel-Straße und am 22. April „Wer sich nicht rührt, spürt die Fesseln nicht! Freiheit“ an die Mauer an der Achterbahn. An den Stellen, an denen diese Worte damals zu lesen waren, enthüllte Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer die beiden Erinnerungstafeln.
„Freiheit für Andersdenkende“ – diese Worte stammen ursprünglich aus dem Aufsatz „Die Russische Revolution“ von Rosa Luxemburg, erklärte Professor Dr. Ungerer. Luxemburg hatte Lenins Umsturzversuch begrüßt, kritisierte aber zugleich scharf seine Strategie und warnte vor einer Diktatur der Bolschewiki. In diesem Zusammenhang formulierte sie den berühmten Satz: „Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden“. Auch in der zweiten Losung „Wer sich nicht rührt, spürt die Fesseln nicht! Freiheit“ wird „Freiheit“ gefordert, ein wichtiges Thema auch bei Friedrich Schiller, dessen Geburtstag sich in diesen Tagen zum 250. Male jährt. „Schiller ist ein Dichter der Offenbarung, der Freiheit, der Rechtschaffenheit. Schillers Schicksal war es, ein Kämpfer zu sein – für die Freiheit, das Glück und das eigene Wohlergehen. Weil er selbst zeitlebens von vielen Fesseln gebunden war, wusste er die Freiheit nur um so mehr zu schätzen. Wer sich nicht rührt, spürt seine Ketten nicht. Schiller rührte sich und rüttelte an seinen Banden“, so Professor Dr. Ungerer. |
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Die Tafel mit der Losung „Freiheit für Andersdenkende“ wurde an der Mauer an der August-Bebel-Straße angebracht (Foto oben), die Tafel „Wer sich nicht rührt, spürt die Fesseln nicht! Freiheit“ an der Mauer an der Achterbahn. Dort ist übrigens noch immer deutlich die rote Farbe zu sehen, mit der die Losung damals übermalt wurde. |
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