|
9./10. November 1938. 71 Jahre Pogromnacht. Meerane gedenkt seiner verfolgten jüdischen Mitbürger
In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten die Nationalsozialisten jüdische Einrichtungen. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie über 7.500 jüdische Geschäfte, Wohnungen oder Schulen wurden geplündert, zerstört oder angezündet. Ab dem 10. November wurden über 30.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.
Die Meeraner Juden gehörten zur jüdischen Gemeinde Chemnitz, deren Synagoge am Stephanplatz in der Pogromnacht in Brand gesteckt wurde. Auch Meeraner Juden wurden am 10. November 1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Mit dem Pogrom begann die verschärfte Verfolgung der deutschen und europäischen Juden, die in ihrer Deportierung und Ermordung ihren Höhepunkt erreichte. Verhaftet wurden in der Pogromnacht der Meeraner Unternehmer Josef Wertheim (geb. 11.8.1859), sein Sohn Felix Oskar Wertheim (geb. 2.11.1895) und der Kaufmann Alfred Born.
Alfred Born wurde von Mitgliedern der SA misshandelt, seine Wohnung und sein Geschäft in der Augustusstraße zerstört.
Josef Wertheim, der über 50 Jahre in Meerane lebte, kam 1942 nach einer weiteren Deportation im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben.
Die Stadt Meerane gedenkt heute ihrer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 vertrieben oder verschleppt oder ermordet wurden.
|
Seit 27. Januar 2009, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, erinnern in Meerane zwei „Stolpersteine“ an das Schicksal der jüdischen Meeraner Unternehmerfamilie Wertheim. Vor der ehemaligen Wertheim-Villa in der Crotenlaider Straße wurden zwei „Stolpersteine“ für Josef und Willy Wertheim eingebracht. Josef Wertheim ist 1942 in Theresienstadt zu Tode gekommen, sein Sohn Willy Wertheim starb nach schweren Misshandlungen 1935 im KZ Sachsenburg.
|