Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland - Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
Das legendäre Tor von Jürgen Sparwasser bei der Fußballweltmeisterschaft 1974, der Zieleinlauf von Heide Rosendahl und Renate Stecher bei den Olympischen Spielen 1972 in München – Ereignisse, die sinnbildlich für deutsch-deutsche Sportgeschichte stehen. Die Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“, die derzeit im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig gezeigt wird, beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik und der DDR und fragt nach dessen Bedeutung im deutsch-deutschen Wettstreit der Systeme. Gleichzeitig veranschaulicht die Ausstellung die Faszination des Sports, seine Strahlkraft auf den Einzelnen und die Gesellschaft, indem sie an fest im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankerte glanzvolle Höhepunkte, an Wettkämpfe, Siege und Rekorde erinnert, informiert das Zeitgeschichtliche Forum.
Unter den mehr als 1.100 Exponaten befindet sich auch das Rennrad von Täve Schur, das ihn 1963 und 1964 zum Mannschaftssieg bei der Friedensfahrt trug - vor einem großformatigem Bild der Steilen Wand von Meerane!
Vielen Meeranern unvergessen sind die Durchfahrten und Bergwertungen der Internationalen Friedensfahrt und natürlich die Radsportlegende Täve Schur. Bis zum Jahr 2007 führte die berühmte Radrennrundfahrt regelmäßig über die Steile Wand von Meerane. Das Foto zeigt eine Friedensfahrt in den 60er Jahren.
Die verstärkte Förderung des Spitzensports in Ost und West ab Mitte der 1960er Jahre wird in der Ausstellung u. a. durch Trainingsgeräte aus dem DDR-Hochleistungszentrum in Kienbaum sowie einen Spind aus einer Bundeswehrsportschule veranschaulicht. Für die DDR galten Medaillen bei Olympischen Spielen als Prestigegewinn. Persönliche Erinnerungsstücke wie die Schwimmflossen von Axel Mitbauer, mit denen der DDR-Schwimmer 1969 durch die Ostsee in die Freiheit schwamm, verdeutlichen die Zwänge und Grenzen, die den Sportlern in der DDR auferlegt wurden.
Auch die Bundesrepublik ging seit Mitte der 1960er Jahre neue Wege in der Nachwuchsförderung im Sport. Ziel war ein gutes Abschneiden bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Dabei machte die Orientierung am „Sportwunderland DDR“ selbst vor der Anwendung von Doping nicht halt.
Die Ausstellung schließt mit einem schlaglichtartigen Blick auf den gesamtdeutschen Sport seit der Wiedervereinigung 1990 und erinnert an die Freude über neu gewonnene Möglichkeiten und erste gemeinsame Erfolge – etwa bei den Olympischen Spielen in Albertville und Barcelona 1992 –, sie zeigt aber auch die Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West.
Die Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ ist bis zum 5. April 2010 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, zu sehen.
Geöffnet ist Dienstag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag 10 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei
Foto oben: In der Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ ist das Rennrad von Täve Schur vor einem Bild der Steilen Wand von Meerane zu sehen. Auch das Trikot, welches Schur für den Sieg auf der dritten Friedensfahrtetappe 1959 erhielt, fehlt nicht. Der Wahlaufruf von 1954 dokumentiert Schurs vorbehaltlose Unterstützung für die SED. Er wurde zur "Heldenfigur des Sozialismus" erklärt. Foto: Punctum/Alexander Schmidt.
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