Ideensuche für künftigen Brunnen auf dem Marktplatz - Brunnen soll zum Verweilen einladen
Im Ergebnis der Neuordnung des Areals um das Kunsthaus auf dem Markt besteht der gemeinsame Wunsch der Fördergemeinschaft „Mehr Meerane“ und der Stadt, als gestalterische Abrundung einen Marktbrunnen zu errichten. Um Ideen für die Gestaltung des Brunnens zu finden und sich über verschiedene Varianten auszutauschen, hatte Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer am 28. November 2009 zu einem Bürgerforum in die Stadtbibliothek eingeladen. Zirka 25 Meeranerinnen und Meeraner haben sich an dieser Diskussion beteiligt.
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer informiert zu Beginn des Bürgerforums über frühere Brunnenanlagen in der Stadt und auf dem Markt. Einen Brunnen hatte es auf dem Meeraner Markt früher schon gegeben (Foto), wie eine historische Ansicht zeigt.
Die Neuanlage eines Marktbrunnens geht zurück auf das Testament des Unternehmers und Stifters Carl Wilhelm Wunderlich, dessen 170. Geburtstag in diesem Jahr begangen wurde. Wunderlich, der im Jahr 1893 verstarb, hatte der Stadt unter anderem auch Geld für einen neuen Marktbrunnen hinterlassen, und es hatte bereits Kontakte zu einem Berliner Bildhauer gegeben. 1903 wurde das Brunnenprojekt jedoch ausgesetzt, da man zuerst einen Rathausneubau am Markt klären wollte. Den hat es bekanntlich nie gegeben, im Vorfeld des I. Weltkrieges wurde das Projekt dann weiter verschoben. „Aus verschiedenen Gründen ist das Projekt bis heute nicht realisiert, doch ich bin zuversichtlich, dass wir es nun gemeinsam schultern können“, sagte Professor Dr. Ungerer. Federführend wird die Fördergemeinschaft „Mehr Meerane“ das Vorhaben betreuen.
Im Mittelpunkt des Bürgerforums sollte insbesondere die künftige Gestaltung des Brunnens stehen. Barbara Könnemann vom Fachbereich Bauen hatte dafür verschiedene Gestaltungsbeispiele mitgebracht. Wie sie in diesem Zusammenhang informierte, kann die vorhandene Zisterne unter dem Marktplatz nicht für das Füllen des Brunnens genutzt werden. Zum einen dient die Zisterne als Löschwasserspeicher, zum anderen wird sie mit dem Wasser der umliegenden Straßeneinläufe gespeist. Vorschrift ist jedoch seit Juli 2009, dass Wasser, das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird – wie im Falle des Marktbrunnens – Trinkwasserqualität haben muss. Hier wurde jedoch bei der Sanierung des Kunsthauses vorgesorgt: Für den Brunnen wurden ein Trinkwasseranschluss und ein Stromanschluss vorinstalliert.
Zur Gestaltung des Brunnens wurden sich die Anwesenden schnell einig. Um das „Erlebnis Brunnen“ auf den Markt zu holen, eignet sich am besten ein begehbarer Brunnen mit einem Becken, welches das Wasser hält. Der Brunnen sollte auch zum Sitzen und Verweilen einladen bzw. die Bänke um diesen herum. Ein gutes Beispiel ist der Brunnen auf dem Teichplatz, der bei schönem Wetter immer ein Anziehungspunkt für Familien und gerade Kinder ist.
Im Hinblick auf Größe und Gestaltung sollte sich der Brunnen angemessen in den Marktplatz einfügen, aber nicht zu klein werden. Beim Material wurde Naturstein bzw. eine Kombination mit Edelstahl favorisiert.
Einig war man sich ebenfalls, keinen industriell vorgefertigten Brunnen zu nutzen. „Es soll ein individueller Brunnen werden, den ein Künstler aus der Region gestalten sollte“, betonte Annemarie Friedrich, die Vorsitzende der Fördergemeinschaft. „Ein Original sollte entstehen, ein Blickfang auf dem Markt“, ergänzte Ralf Michel.
Wie der Bürgermeister informierte, haben der Meeraner Dampfkesselbau und auch das Überbetriebliche Ausbildungszentrum Glauchau eine Mitwirkung an der Umsetzung angeboten.
Verschiedentlich angesprochen wurden auch technische Probleme, Fragen zur Wasserqualität oder dem Pflegeaufwand. Über diese Dinge, ebenso über die Finanzierung, sollte man sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt verständigen, schlug der Bürgermeister vor, da zuerst geklärt sein muss, welchen Brunnen sich die Meeraner wünschen.
Die Entscheidung über das Projekt soll nun in einer weiteren Abstimmungsrunde mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern fallen.
Das Bauamt der Stadt Meerane nimmt auch weiterhin gern die Vorstellungen und Ideen der Meeraner entgegen. Interessenten können sich an Barbara Könnemann, Tel. 03764 / 54 291, wenden
Der Lageplan zeigt den geplanten Standort des neuen Marktbrunnens. Direkt über der vorhandenen Zisterne (blau) kann dieser nicht entstehen. Der Kreis in der Mitte zeigt den Standort der Laterne.
|