Leipziger Architekten und Ingenieure zu Gast in Meerane
Die Leipziger Bezirksgruppe des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) besuchte am 19. Juni 2010 unsere Stadt. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Italienische Treppe am Teichplatz, die 2004 fertig gestellt wurde. Die Gäste schauten sich außerdem auch die Kirche St. Martin, die Meeraner Innenstadt und die Villen in der Schwanefelder Straße an.
In der Kirche St. Martin begrüßte Pfarrer Dr. Martin Teubner die Gäste und informierte kurz zur Geschichte des Bauwerkes und zur erst kürzlich durchgeführten Sanierung des Wandbildes.
In der neuen Stadtbibliothek traf sich die Gruppe mit Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, der die Idee der Italienischen Treppe und ihre Realisierung vorstellte und auch Auskunft über das letzte Vorhaben am Teichplatz, das noch fehlende Gebäude links der Treppe, gab.
Die Idee der Treppe vom Teichplatz zur Kirche hatte der Grafiker Johannes Rothe, der ebenfalls Gast in der Stadtbibliothek war, bereits vor 15 Jahren zu Papier gebracht. Zurück geht die Idee auf den Meeraner Unternehmer E.R. Funke. „Ich habe das dann einmal visuell dargestellt“, erklärte Johannes Rothe. Diese Zeichnung war einige Jahre später der Auslöser für das Treppenprojekt. Bürgermeister Professor Dr. Ungerer hatte die Zeichnung 2001 erstmals gesehen und war begeistert. „Wir haben uns in der Verwaltung intensiv mit der Weiterentwicklung der Meeraner Innenstadt beschäftigt und mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept – INSEK - auch ein Platzkonzept entwickelt. Mit dem Bau der Italienischen Treppe konnten wir den Teichplatz mit der Kirche St. Martin und dem Kirchplatz verbinden“, erklärte er.
Verwirklicht werden konnte die Treppe allerdings nur durch die notwendige Hangsicherung. Die beiden Gebäude am Teichplatz waren baufällig und mussten abgerissen werden. Für den Neubau des historischen „Gambrinus“ wurde ein privater Investor gefunden. Elisabeth Scholz, die Tochter von Johannes Rothe, übernahm dann die Projektierung der Treppe, die als Italienische Treppe mit einem großen Fest im Mai 2004 eingeweiht wurde.
Seit zwei Jahren laufen nun die Planungen für das Gebäude an der Unteren Mühlgasse links der Treppe gegenüber des „Gambrinus“. Da sich hier auch ein Eingang zu den Meeraner Höhlern befindet, soll ein kleines „Höhler-Museum“ im Erdgeschoss dieses Gebäudes entstehen, informierte der Bürgermeister.
Der Vorsitzende der Leipziger Bezirksgruppe des BDB, Architekt Adalbert Haberbeck, äußerte sich beeindruckt von dem Projekt der Italienischen Treppe als ein gelungenes Beispiel für städtebauliche Entwicklung. „Sie haben damit in Ihrer Stadt etwas Einmaliges und Unverwechselbares geschaffen“, betonte er.
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