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Zum „Tag des offenen Denkmals“ ging es „ab in die Post“
Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 12. September 2010 waren in Meerane erstmals auch die beiden Postgebäude in der Poststraße geöffnet, und das Interesse der Meeraner war riesig!
Die Schüler der Meeraner Tännichtschule, des Europäischen Gymnasiums und der Goetheschule hatten an diesem Tag um 10 Uhr zur Vorstellung ihrer Projektarbeiten „denkmal-aktiv“ in das Neobarocke Postgebäude eingeladen, und bereits zu dieser Präsentation waren rund 200 Besucher anwesend. Im Laufe des Tages kamen zirka 600 Meeraner und Gäste vorbei und sahen sich die Ausstellung und die beiden Postgebäude – am Nachmittag wurden auch Führungen angeboten – an.
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, der die vielen Besucher im alten Paketsaal begrüßte, freute sich über die große Resonanz. Seit Juni dieses Jahres sind beide Postgebäude im Besitz der Stadt, künftig sollen die Räume als städtisches Archiv bzw. auch für Veranstaltungen genutzt werden, informierte er. Die Neobarocke Post, erbaut 1902, zählt zu den schönsten Gebäuden in der Stadt. Der alte Paketsaal verfügt über Oberlichter und würde sich besonders als Ort für Veranstaltungen eignen, wie sich zum „Tag des offenen Denkmals“ bereits zeigte.
„Zeugnisse und Hinterlassenschaften der Industrialisierung in der Stadt Meerane“ ist das gemeinsame Thema der Projektarbeiten der Schüler. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten mit dem Meeraner Bahnhof, den Eisenbahnanlagen in der Stadt und dem Wilhelm-Wunderlich-Park als historisches Landschaftsdenkmal beschäftigt.
Auch die Post, erinnerte der Bürgermeister, ist Zeugnis des Wandels, wenn man allein die Entwicklung der Technik z.B. der Telefonie in den vergangenen Jahrzehnten betrachtet.
Professor Dr. Ungerer dankte allen beteiligten Schülern und Lehrern, die sich der Aufgabe gestellt hatten, diesen Wandel in der Industriealisierung unserer Stadt zu dokumentieren. „Wir freuen uns besonders, dass bei diesem Projekt drei Schulen zusammengearbeitet haben“, sagte er. Bereits vor eineinhalb Jahren hatten die Vorbereitungen für das von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz geförderte Projekt begonnen, informierte Sophia Wagner, Lehrerin der Tännichtschule, die das Gesamtprojekt und die Ausstellung koordinierte.
Als erstes stellten die Schüler der Tännichtschule ihre Ergebnisse zur Geschichte und Entwicklung des Meeraner Bahnhofes vor. Sie wurden bei ihrer Arbeit von Sophia Wagner und Lehrer Uwe Brauner unterstützt. Angefertigt wurden eine umfangreiche Fotodokumentation und ein geschichtlicher Abriss zur Geschichte des Bahnhofes. Einige Schüler bauten mit Hilfe von Eltern und der Unterstützung durch die Tischlerei Höss ein Modell des Bahnhofes, eine Klasse der Tännichtschule fertigte im Kunstunterricht Radierungen an.
Bei ihrer Arbeit wurden die Schüler auch von Wenzel de Bernardo, ab 1984 Reichsbahnoberamtmann auf dem Meeraner Bahnhof, beraten.
Thema der Projektgruppe des Europäischen Gymnasiums war die Veränderung der Eisenbahnanlagen im Verlauf der Industrie- und Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit standen Recherche, Quellenermittlung und –auswertung, eine Fotodokumentation sowie Interviews. Wichtig war ebenso der Aspekt des „Lernen lernens“: selbstständiges Arbeiten, kritischer Umgang mit Quellen oder auch Zeitmanagement in der Projektarbeit, informierten sie.
Die Projektgruppe der Goetheschule hatte sich mit der Entstehung und der Anlage des Wilhelm-Wunderlich-Parkes in Folge der wachsenden Industriealisierung der Stadt beschäftigt, ebenso mit dem Stifter, dessen letzte Wohnstätte die Schüler in Coburg besuchten.
Die Goethe-Schüler haben eine umfangreiche Fotodokumentation angefertigt, die den Park im Wandel der Jahreszeiten zeigt, außerdem Zeichnungen vom Entenhäuschen, und sie haben auch einen Arbeitseinsatz im Park absolviert.
Alle Ergebnisse der drei Projektgruppen wurden in einer Ausstellung zusammengefasst, die zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Post gezeigt wurde und mit viel Lob bedacht wurde. "Wunderschön gemacht", sagte eine Besucherin.
Diese Ausstellung wird von Mitte November 2010 bis Januar 2011 in der Stadtbibliothek, August-Bebel-Straße 49, gezeigt.
Ein großes Dankeschön richteten die Schüler aller Schulen an ihre vielen Helfer, darunter auch die Meeraner Ortschronisten, die sie unterstützt hatten und überraschten sie mit einem Blumenstrauß.
„Es ist schön zu sehen, wie sich 12- bis 15-Jährige mit 150-jähriger Geschichte beschäftigen, ebenso der Dialog zwischen den Generationen. So bleibt die Seele unserer Stadt erhalten“, sagte Bürgermeister Professor Dr. Ungerer.
Wie in den Vorjahren waren zum „Tag des offenen Denkmals“ auch die Evangelische Kirche St. Martin, die Katholische Kirche St. Marien und das Heimatmuseum im Alten Rathaus am Markt geöffnet. Im Trausaal des Alten Rathauses konnten die Besucher einen Filmvortrag „Eine Klasse für sich… – Unsere Zeit an der Goetheschule – Chronik einer Abiturklasse“ erleben. |
| In der Projektgruppe der Goetheschule hatten Antje Liebold, Nadine Kursawe, Janine Rateizak, Stefanie Flehsa, Melanie Thoß sowie Rico Behrend und Joanna Kießig (nicht im Bild) mitgewirkt. Unterstützt wurden sie von Lehrerin Angela Schmiedel (re.) und Kristin Bauch (li.). |
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer und Hedi und Wenzel de Bernardo mit der Projektgruppe der Tännichtschule: Florian Mader, Peter Gerth, Sascha Bänsch und Luisa Wagner (nicht im Bild), gemeinsam mit Sophia Wagner und Uwe Brauner, Heike Mader und Gerhard Höss. |