Aktuelles (22.12.2010)
Mit diesem Schreiben haben sich heute Katrin Petters, die Vorstandsvorsitzende des Vereins Annaparkhütte e.V., und Sebastian Hübsch, der Leiter des Freizeitzentrums Annaparkhütte, an das Landratsamt Zwickau, verschiedene Politiker und die Medien gewandt:
Sehr geehrte Damen und Herren, Die fehlenden Mittel führen zunächst dazu, dass eine Stelle im Freizeitzentrum gestrichen werden muss. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, denn gekürzt wird auch noch an anderer Stelle. Der Wegfall der Aufwandsentschädigung durch die Tauris Stiftung hat nämlich auch zur Folge, dass unsere ehrenamtlichen Hilfstätigkeiten auf der Kippe stehen. Wie sollen wir also unter dem Umstand fehlender ehrenamtlicher Helfer und gestrichener Stellen vernünftige pädagogische Arbeit leisten? Pädagogische Arbeit ohne Menschen, die diese Arbeit ausführen und mittragen ist einfach nicht möglich. Die Annaparkhütte hat im zurückliegenden dreiviertel Jahr einen großen Sprung gemacht. Viel wurde verändert, investiert und umgestaltet. Die Kinderzahlen sind rasant gestiegen, so dass wir heute sagen können: „Die Hütte ist voll“. Weitere Projekte und Ideen stehen schon in den Startlöchern und wollen umgesetzt werden. Mit den Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ihnen Perspektiven, Wege und Chancen zu ermöglichen ist unser Auftrag. Unter den jetzigen Umständen ist dieser Auftrag hinfällig und rückt für lange Zeit in weite Ferne. Veränderungen und notwendige Weiterentwicklungen können nicht erfolgen. Hier wird uns schlicht die Arbeitsgrundlage entzogen. Was übrig bleibt ist ein stures „vor sich hin arbeiten“ nach dem Motto: „Hauptsache die Arbeit geht irgendwie weiter“. Die notwendige Motivation aber und der Idealismus für und mit den Kindern etwas zu bewegen und für andere da zu sein wird durch diese Kürzungen weggespart. Sicher bleibt unsere Einrichtung offen. Sicher wird einer tapfer die Stellung halten und weiter kämpfen. Aber es wird ein Kampf auf verlorenem Posten sein, ohne Aussicht auf bessere Zeiten. Dazu kommt: Was heute wegfällt und was über viele Jahre hinweg gewachsen ist, kann in naher Zukunft nicht wieder neu entstehen. Gewonnenes Vertrauen welches einmal gebrochen wurde, kann so schnell nicht wieder neu entstehen. Wo soll das hinführen? Welchen Wert bringen wir unseren Kindern und Jugendlichen damit noch entgegen? Im Folgenden haben wir einmal aufgelistet, welche Folgen sich aus den Kürzungen für die Annaparkhütte ergeben. Dies sind die Folgen der Kürzungen:
Es wird hier eine Spirale nach unten in Gang gesetzt, obwohl unser Auftrag stärker benötigt wird als bisher. Immer wieder zeigt sich, wie wichtig unsere Arbeit für alle Bürger ist. Wir erbringen nicht nur eine Dienstleistung für Kinder und Jugendliche, sondern letztlich für unsere gesamte Gemeinschaft. Angesichts der nun eingetretenen Kürzungen, deren Folgen und der Wichtigkeit unseres Tuns stellt sich folgende Frage: Können wir uns diese Kürzungen wirklich leisten? Bereits seit Jahren wird immer wieder an der gleichen Stelle gespart. Stellen werden gestrichen, Mittel eingespart. Dabei trifft es natürlich nicht nur die Annaparkhütte, sondern viele weitere soziale Einrichtungen müssen herbe Verluste in Kauf nehmen oder gar ganz schließen. So ist unsere Arbeit nicht möglich. Welchen Auftrag sollen wir unter diesen Bedingungen noch erfüllen können? Irgendwann ist Schluss! Irgendwann ist Jetzt!! Mit freundlichen Grüßen Katrin Petters (Vorstandsvorsitzende) Sebastian Hübsch (Leiter FZZ Annaparkhütte) |