Nachruf

 

Nachruf für Andreas Kuhn

Der Tod schlägt Schluchten des Schweigens, wo sonst eine Antwort war und nun kein Echo mehr ist; er schafft schmerzliche Leere an Tisch und Bett, wo keine fürsorgliche, wärmende Hand mehr entgegenkommt.

Christoph Demke (*1935), Ev. Theologe und Bischof


Die Stadt Meerane trauert um ihren Museumsleiter Andreas Kuhn, der am 21. Januar 2011 im Alter von 60 Jahren verstarb. Großer Schmerz und tiefe Anteilnahme vereinen uns in dieser Situation seines plötzlichen Todes. Für Stadtrat und Stadtverwaltung bedeutet sein Tod das Ende einer Freundschaft, das Ende einer erfüllten Zusammenarbeit, das Ende einer von Respekt und Achtung getragenen 20jährigen Zeit. Eingebunden sind hier auch Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und darüber hinaus, mit denen Andreas Kuhn zusammengewirkt hat.

Dies kommt in einem Brief des Meeraner Uhrmachermeisters Heinz Lukes zum Ausdruck, der uns am 25. Januar erreichte.

Abschied von Andreas Kuhn

Mit großer Trauer und zutiefst betroffen habe ich die Nachricht vom plötzlichen Tode des Museumsleiters Andreas Kuhn zur Kenntnis genommen. Für mich absolut unfassbar. Noch am Donnerstag, 20. Januar 2011, erhielt ich seinen Anruf mit einer Terminabsprache für Donnerstag, 27. Januar 2011. Die von mir für ihn vorbereitete Überraschung, auf die er sich schon freute, erreichte ihn leider nicht mehr.
Aus unserer langjährigen Zusammenarbeit für das Museum Meerane hatte sich eine Freundschaft entwickelt, die ich nun schmerzhaft vermissen werde. Im Andenken an ihn werde ich auch weiterhin mein spezielles Können für das Heimatmuseum zur Verfügung stellen, sofern es benötigt wird.

Dies verspricht ihm sein Museumsuhrmacher
Heinz Lukes

Dag Hammarskjöld (1905), ein Politiker, der aus christlichen Überzeugungen heraus lebte, UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger (1961), und der bei einem Flugzeugabsturz 1961 ums Leben kam, hat uns den Satz hinterlassen:
„So dich aber nichts mehr zu trösten vermag denn Gott, ... so tröstet er dich auch.“
Nichts anderes fällt uns im Leben so schwer wie das endgültige Abschiednehmen von einem Menschen, den wir kennen und schätzen gelernt haben, mit dem wir ein Stück des Lebens gemeinsam gegangen sind, dem wir uns persönlich verbunden fühlen.
Sein Tod wirkt wie ein kalter Schatten und bedrückt das Herz. Stumm und ratlos stehen wir vor diesem Ereignis.

Wir trauern um einen Mitarbeiter, der sehr am kulturellen Erbe und der Genese, der historischen Entwicklung unserer Stadt interessiert war.
Wir trauern um einen engagierten Bürger beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung nach der friedlichen Revolution in den Jahren 1989/1990.

Andreas Kuhn übernahm am 6. Mai 1990 Verantwortung für die Neugestaltung unserer Stadt. Er war bis zum 31.07.1994 Mitglied der ersten Meeraner Stadtverordnetenversammlung (heute Stadtrat). Er vertrat seine Fraktion der CDU im Ausschuss für Sport, Kultus und Soziales.

Mit dem 16.01.1991 trat er in den Dienst der Stadtverwaltung ein. Er verantwortete die Bereiche Archiv und Öffentlichkeitsarbeit.

Sein Interesse galt der Kultur, der Kunst und der örtlichen Geschichte. Bereits sehr früh widmete er sich als junger Mensch der Malerei, Keramik und Grafik und beteiligte sich mit eigenen Werken an offenen Ausstellungen. Als Mitglied des Zirkels Schreibender unter Leitung des Meeraner Schriftstellers Wolfgang Eckert sammelte er auch literarische Erfahrungen. Er betreute das Pfarrarchiv der katholischen St. Marien Gemeinde Meerane und wirkte in der Gruppe der Ortschronisten des Meeraner Bürgervereins.

In Folge der erforderlichen Konsolidierung der Meeraner Stadtfinanzen kam es vor allem im Jahr 2002 zu Umstrukturierungen in der Stadtverwaltung. Andreas Kuhn wechselte in das Museumswesen der Stadtverwaltung und konnte seine Interessensgebiete beruflich ausbauen. Die Systematisierung der Sammlungen, die Profilierung des städtischen Museums und die Konzipierung und Realisierung von Ausstellungsprojekten waren seine zentralen Aufgaben im Fachbereich Kultur der Stadtverwaltung, die er souverän meisterte. So sei insbesondere an die Ausstellung zu 20 Jahren Friedliche Revolution in Meerane 1989-2009 erinnert oder an die jährlichen Sonderausstellungen, die die Vielfalt der Meeraner Historie in Sport, Kultur und Wirtschaft widerspiegelten. Er entwickelte dauerhafte Ausstellungsstrukturen im Alten Rathaus wie die Bilz-Stube oder im Zusammenwirken mit Ausstellungspartner wie dem Altenburger Mauritanum die sach- und fachgerechte Präsentation der ornithologischen Sammlung. Das Heimatmuseum Meerane war unter seiner Führung in ein vielfältiges Netzwerk eingebunden.  

Andreas Kuhn hat mit Sachkunde unser Heimatmuseum und damit verbunden das heimatgeschichtliche Aufgabenfeld erweitert. So wie Andreas Kuhn war, bleibt er uns in Erinnerung. Wir verneigen uns vor ihm und werden ihm stets in Dankbarkeit und Ehrfurcht gedenken.

Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Frau Anna Maria Kuhn und den Kindern mit ihren Familien.

Stadtrat Meerane
Stadtverwaltung Meerane
Bürgermeister der Stadt Meerane

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