Aktuelles (24.03.2011)

 

Auf ehemaliger IFA-Brache wird es grün

Umgestaltung des Geländes an der Waldenburger Straße nach erfolgter Renaturierung abgeschlossen

Auf dem Gelände der ehemaligen Industriebrache in der Waldenburger Straße sind alle Arbeiten abgeschlossen. Seit Dezember 2009 liefen hier umfangreiche Maßnahmen: Abbruch der Industriebrache der ehemaligen IFA-Karosseriewerke, Revitalisierung der Brachfläche und Renaturierung des Dittrichbaches.

Das Wasser des Dittrichbaches, der bis vor wenigen Monaten noch komplett verbaut unter dem damaligen Industriegelände verborgen war, plätschert nun munter in seinem neuen Bachbett und gab gleichzeitig den Anlass für Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer und Umweltreferentin Erdmute Stäuber, zum „Tag des Wassers“ am 22. März 2011 auf das neugestaltete Gelände einzuladen. Sie begrüßten dazu Annett Pianezzer von der Landesdirektion Chemnitz, Angelika Rothert und Jörg Buchhold vom Dezernat Umwelt, Natur, Land- und Forstwirtschaft des Landkreises Zwickau, Meeraner Stadträte, Vertreter der am Bau beteiligten Planungsbüros und Unternehmen, des AZV Götzenthal und der Städtischen Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft sowie die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Meerane, die das Projekt begleitet hatten.

Bürgermeister Professor Dr. Ungerer erinnerte an die industrielle Geschichte des Geländes, die mit Errichtung der Färberei Fa. C. Batky im Jahr 1887 ihren Anfang nahm. Später waren hier ein Textilveredlungswerk und ab 1956 die IFA Karosseriewerke Meerane ansässig. Eine Fortentwicklung des Geländes nach 1990 ist nicht gelungen, so dass sich die Stadt Meerane in die Pflicht nahm und das Gelände von der TLG erwarb, erinnerte der Bürgermeister, der in diesem Zusammenhang dem Stadtrat seinen Dank aussprach. „Die Stadt Meerane geht offensiv mit dem Strukturwandel um. Umbau im Sinne der Stadtentwicklung ist eines der bereits 2002 im Integrierten Stadtentwicklungskonzept festgelegten Ziele. Auch auf diesem Gelände, wie an vielen anderen Punkten in unserer Stadt, ist diese Wandelkompetenz sichtbar“, betonte Professor Dr. Ungerer. „Wir sind sehr glücklich über den erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen. Hier ist eine Aufwertung der Fläche gelungen, und damit wurde auch ein Stück Lebensqualität geschaffen“, fügte er hinzu.

Auf dem Gelände an der Waldenburger Straße konnte das Umbauprojekt mit einem Wasserprojekt und damit gleichzeitig mit einem Teil des Hochwassermanagements der Stadt verbunden werden.
Der Dittrichbach war im Bereich des Geländes bereits 1891 begradigt worden und erhielt 1911 eine Überbauung. Vor Beginn aller Baumaßnahmen 2009 war der Dittrichbach hier vollständig überbaut. Nun liegt er auf einer Länge von 185 Metern wieder offen, ein Durchlass- und Staubauwerk sorgt künftig bei Hochwasser für eine Drosselung des Wasserdurchflusses Richtung Innenstadt. Das Gelände bietet dem Bach, der bei Regen schnell anschwillt, künftig 3000 Kubikmeter Rückstaufläche, erklärte Umweltreferentin Erdmute Stäuber. Wie sie weiter informiert, werden sich in den nächsten Monaten die verschiedensten Pflanzen auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Gelände ansiedeln, darunter typische Pflanzen, die ein sumpfiges Gewässer begleiten. Aus diesem Grund bleibt das gesamte Gelände auch noch ca. 2 bis 3 Jahre geschlossen.
Angepflanzt wurden bereits 17 Bäume, insbesondere Trauerweiden im Bachbereich sowie Erlen. Weitere Bäume werden folgen.

Ein Dankeschön richtete Bürgermeister Professor Dr. Ungerer an die Landesdirektion Chemnitz und das Landratsamt Zwickau. „Ohne diese Partner hätten wir unser Ziel nicht erreichen können“, sagte er. Er dankte außerdem den eingebundenen Planungsbüros und den am Bau beteiligten Unternehmen sowie den eingebundenen Mitarbeitern der Stadtverwaltung. „Hier ist ein gutes Zusammenwirken aller Beteiligten gelungen“, lobte er.


Die Maßnahme in Zahlen:
Ehemalige Industrieanlage IFA Karosseriewerke Waldenburger Straße 64 bis 86: Rückbau der Gebäude und Renaturierung des Baches

* Projektmaßnahme Brachenrevitalisierung: Programm des Freistaates Sachsen, EFRE in der Förderperiode 2007 bis 2013
* Zuwendungsbescheid vom 17. Juli 2009:

* Gesamtkosten: 740.330,24 Euro
- Fördermittel EFRE: 555.224,25 Euro
- Fördermittel Land: 111.044,86 Euro
- Eigenmittel: 74.061,13 Euro

* Gebäudeabbruch: Bauzeit vom 4. Dezember 2009 bis 31. Mai 2010
- 26.700 Tonnen Abbruchmaterial

* Renaturierung des Dittrichbaches: Bauzeit vom 6. April bis 10. November 2010
- 185 Meter Renaturierungslänge
- 7.200 Tonnen Bodenaushub und Betonabbruch
- Rechteckdurchlass mit anschließendem Tosbecken und Rückhaltedamm, Durchlass als Drosselbauwerk

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer. Umweltreferentin Erdmute Stäuber.
Erdmute Stäuber, Peter Porzig (Gößnitzer Abbruch- und Recycling GmbH), Gottfried Speck (HSE Bau GmbH) und Kerstin Götze vom Fachbereich Bauen (v.l.n.r.) nahmen gemeinsam die symbolische Einweihung des Geländes am Durchlassbauwerk des Dittrichbaches vor.
Zahlreiche Gäste wurden zur Einweihung des neugestalteten Geländes begrüßt.
   

Ein „Relikt“ der alten IFA: Das Eingangstor zur Fläche an der Waldenburger Straße wurde erhalten. Die Gestaltung hatte es im Rahmen der IBUg2008 erhalten.

 
   

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