Aktuelles (13.04.2011)

 

In Gedanken stolpern

2 "Stolpersteine" in der August-Bebel-Straße verlegt 

Am 12. April 2011 hieß es erneut in Meerane: Stolpern erwünscht, denn in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wurden in der August-Bebel-Straße 51 und 63 „Stolpersteine“ für die Meeraner Frida Blumenthal, geb. Hamburger, und Alfred Born verlegt. Beide erfuhren das Leid der NS-Zeit am eigenen Leib, wobei Frida Blumenthal mit ihrem Leben bezahlte. Sie führte bis zu ihrer Verhaftung das Bekleidungsgeschäft ihres Vaters Marcus Hamburger. Der Neffe von Frida Blumenthal, Alfred Born überlebte das KZ Buchenwald und übernahm nach dem Tod von Frida das in Meerane unter dem Namen „M. Hamburger“ bekannte Geschäft bis er es 1950 aufgab und auswanderte.

Anlass für diese erneute „Stolperstein“-Aktion war der Gedenktag am 27. Januar für die Opfer des Nationalsozialismus in der Bibliothek. Hier schilderten auf eindrucksvolle Weise die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse der Tännichtschule ihre Eindrücke und Gedanken während einer Studienreise in das Konzentrationslager Auschwitz. Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer betonte zur Steinverlegung, das dies Anlass genug gewesen sei, die geschilderten Ereignisse nach außen zu tragen und diesen beiden Meeranern einen „Stolperstein“ zu widmen. Zudem stellte die Stadt Meerane eine Informationstafel in der Nähe der Stolpersteine auf.

Interessant ist, dass während der aufgrund apriltypischer Wetterkapriolen stattfindenden kurzen Veranstaltung eine ehemalige Angestellte aus dem damaligen Bekleidungsgeschäft „M. Hamburger“ mit anwesend war – Ingeborg Knoll. Sie kannte also Alfred Born noch persönlich und erzählte, dass er ein sehr netter Mensch gewesen sei und sich sicher über diesen heutigen Gedenktag äußerst gefreut hätte: „Wie oft stand er bei schönem Wetter vor seinem Geschäft und unterhielt sich mit den Vorbeigehenden. Es war damals eine schöne Zeit.“

Übrigens: Das Projekt, an dem sich deutschlandweit Städte beteiligen, wurde von dem Künstler Gunter Demnig entwickelt. In das Straßenpflaster eingelassene „Stolpersteine“, auf denen die Namen und Lebensdaten verzeichnet sind, erinnern an Opfer des Nationalsozialismus. Die Steine werden auf den Gehwegen vor dem letzten Wohnort dieser Menschen gesetzt. Anliegen ist es unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben.

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer (4.v.r.) enthüllte zusammen mit den Schülern der Tännichtschule die Gedenk- und Informationstafel an der August-Bebel-Straße, welche in unmittelbarer Nähe zum „Stolperstein“ von Alfred Born aufgestellt wurde. Nur ein paar Meter weiter setzten die Schüler der Tännichtschule den „Stolperstein“ für die Meeranerin Frida Blumenthal in den Gehweg ein.

<< zurück