Eröffnung der Ausstellung „Werner Bochmann“ mit Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts / Werner-Bochmann-Gala / Internationale Museumsnacht am 14. Mai in Meerane
Am Samstag, 14. Mai 2011, erwartet Meerane einen ganz besonderen Abend, vollgepackt mit Musik, Kunst und Unterhaltung. Die Eröffnung der Ausstellung „Werner Bochmann“ mit Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts im Kunsthaus am Markt, eine Werner-Bochmann-Gala unter dem Motto „Mit Musik geht alles besser“ und eine Museumsnacht bieten an diesem Samstag Unterhaltung vom späten Nachmittag bis in die Nacht. Und wer noch nicht genug gesehen hat, der kann am Sonntag zum Internationalen Museumstag nochmals auf Entdeckungstour in den geöffneten Häusern gehen.
Eröffnung der Ausstellung „Werner Bochmann“ mit Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts im Kunsthaus
Die Eröffnung der neuen ständigen Ausstellung „Werner Bochmann“ mit Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts im Kunsthaus ist ein ganz besonderer Höhepunkt im kulturellen Leben unserer Stadt und künftiger Anziehungspunkt vieler musikinteressierter Gäste. Meerane hatte vor drei Jahren den musikalischen Nachlass des berühmten, in Meerane geborenen Schlager- und Filmkomponisten Werner Bochmann erhalten. In den vergangenen Monaten wurde die Ausstellung entwickelt, die ebenso an Erich Knauf und Ralph Arthur Roberts, zwei weitere bekannte Persönlichkeiten der Meeraner Musik- und Filmgeschichte, erinnert. Im Kunsthaus am Markt hat die Dauerausstellung ihr ständiges Domizil erhalten.
Am 14. Mai 2011, 18 Uhr, lädt der Bürgermeister der Stadt Meerane, Professor Dr. Lothar Ungerer, herzlich alle Meeraner Bürgerinnen und Bürger und alle Gäste unserer Stadt zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung über das Leben und Schaffen von Werner Bochmann auf den Marktplatz ein.
Werner Bochmann würde am 17. Mai seinen 111. Geburtstag begehen. Der Meeraner Sohn war einer der bekanntesten Filmkomponisten der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Eigentlich wollte Werner Bochmann Chemiker werden und studierte an der Technischen Hochschule in Dresden. Seine Liebe zur Musik war aber stärker als die Liebe zur Naturwissenschaft. Er studierte bei Gustav Mraczek und Franz Schreker Musik. Seine musikalische Laufbahn begann er als Pianist im Folklore-Ensemble Orchestra tipukta des Argentiniers José Soler. Bochmanns erste gedruckte Komposition wurde bei Irving Berlin in New York verlegt.
Werner Bochmann komponierte die Musik zu über 120 deutschen und internationalen Tonfilmen, wie „Die Feuerzangenbowle“ und „Quax – der Bruchpilot“. Dazu kamen noch Unterhaltungs-, Tanz- und Bühnenmusiken. Er arbeitete mit Schauspielern wie Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Cary Grant, Vico Torriani und Theo Lingen zusammen. Für sein musikalisches Schaffen erhielt er 1967 den Bundesfilmpreis in Gold, 1984 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 1985 den Paul-Lincke-Ring.
Am 3. Juni 1993 starb Werner Bochmann im Alter von 93 Jahren am Schliersee/Oberbayern.
Seiner Heimatstadt Meerane war Werner Bochmann immer verbunden, und er ließ den Kontakt nie abbrechen. Einen Teil seines Nachlasses hat er der Stadt Meerane geschenkt.
Auch der Journalist, Schriftsteller und Liedtexter Erich Knauf wurde in Meerane geboren.
Der Berufsweg von Erich Knauf begann als Redakteur der „Plauener Volkszeitung“, seine engsten Freunde waren Erich Kästner und Erich Ohser. 1928 ging er als Leiter des Lektorates der Büchergilde nach Berlin. Wegen einer missfallenen Kritik zur „Carmen“-Aufführung der Staatsoper wurde er verhaftet und für einige Wochen in das Konzentrationslager Oranienburg und Lichtenburg gebracht. Danach fand er eine Anstellung als Pressechef der Filmproduktionsgesellschaft Terra Film.
Beruflich schloss Erich Knauf auch Bekanntschaft mit Heinz Rühmann, der ihn wiederum Werner Bochmann vorstellte.
Aus „Heimat deine Sterne…“ von Wolfgang Eckert:
„Rühmann fragte: “Wollen Sie den Autor kennenlernen? Er ist Pressechef unserer Terra-Filmgesellschaft in Neu-Babelsberg.“ Bochmann bejahte, und Rühmann arrangierte ein Treffen der beiden. Bochmann schreibt darüber: „Das ist Herr Knauf“, stellte Rühmann vor.
Ich sagte: „Werner Bochmann“. Knauf lachte und erwiderte in gepflegtem Sächsisch. „Nu, wer kennt sich nicht?“ Ich: „Anscheinend sind wir nicht allzuweit voneinander geboren?“ Er: „Ich bin aus Meerane“. Und ich: „Na, sowas! Ich auch!“
Zwischen Werner Bochmann und Erich Knauf begann von diesem Zeitpunkt an eine enge, erfolgreiche Zusammenarbeit. Manchmal schwelgten sie dabei auch in Meeraner Erinnerungen.
Der bekannte Meeraner Schauspieler Ralph Arthur Roberts, der Text und Musik zum Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ verfasste, kreuzte ebenfalls den Weg der beiden.
Ralph Arthur Roberts verstarb am 12. März 1940 nach einer Premierenfeier in Berlin.
Erich Knauf wurden spöttische Äußerungen gemeinsam mit Erich Ohser gegen die Naziherrschaft im Luftschutzkeller zum Verhängnis. Er wurde am 28. März 1944 verhaftet und am 2. Mai 1944 hingerichtet. Der Meeraner Schriftsteller Wolfgang Eckert hat den literarischen Nachlass von Erich Knauf über dessen Witwe Erna Knauf erhalten und diesen nun als Dauerleihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.
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