|
Meeraner Draufgänger-Likör bei den 3. Kauber Blüchertagen dabei
Am 14. Juni 2011 wurde in der „Rhein-Lahn-Zeitung“ über die 3. Kauber Blüchertage berichtet, bei denen auch der beliebte Meeraner Draufgänger-Likör ausgeschenkt wurde. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlichen wir diesen Beitrag.
Böllerschüsse schallen durchs Rheintal
Kaub - Kleine Stadt, Riesenwirbel: 3. Kauber Blüchertage erinnern an die legendäre Rheinquerung bei Kaub, die das Ende Napoleons besiegelte.
Mit Böllerschüssen aus einem Coehorn-Mörser und einer Kanone eröffneten Bayerische Kanoniere die dritten Kauber Blüchertage. Vorangegangen war ein Empfang der Ehrengäste auf der Terrasse der Jugendherberge. Stadtbürgermeister Karl-Heinz Lachmann bedankte sich besonders bei dem Heimat- und Kulturverein mit dem Vorsitzenden Dieter Becker und dem Verein der Freunde und Förderer des Blüchermuseums Kaub mit dem Vorsitzenden Wolf Christian von Blücher für die großartige Arbeit zur Realisierung des Spektakels.
Wolf Christian von Blücher ist ein Nachfahre des Generalfeldmarschalls Gebhard Leberecht von Blücher, dessen legendärer Rheinübergang in der Silvesternacht 1813/14 zur Verfolgung der Truppen Napoleons in Erinnerung gerufen werden soll. „Die Blüchertage sind kein Fest, es wird nicht gefeiert“, erklärte Landrat Günter Kern dann dem Publikum auf dem neu gestalteten Blücherplatz in den Rheinanlagen, „wir gedenken hier eines großen geschichtlichen Ereignisses.“ Auch Schirmherr Karl Peter Bruch, Anna-Lena Richarz als „Elslein von Kaub“ und Loreley Angelika I. wünschten den vielen Gästen der Stadt und allen Akteuren großen Erfolg, bevor sich Markus Zell, der den Generalfeldmarschall Blücher verkörperte, sich militärisch kurz fasste: „Die Kauber Blüchertage sind eröffnet“.
Das Landespolizeiorchester sorgte für den musikalischen Rahmen. Der Blücherplatz war voll von Soldaten aus nahezu allen Teilen des damaligen Europas, so wie sich das Heer Blüchers zusammengesetzt hatte: Das Trommelkorps der schwarzen Husaren aus Mainz, die Landwehr Kurmark Preußen, die Landwehr aus Colberg, schlesische Grenadiere, Preußische Gardejäger, die Königlich Deutsche Legion Hannoveraner in englischer Armee und die Kayserlich Russisch-Deutsche Legion, die mit Zar Alexander gegen Napoleon gekämpft hatte. Die Brandenburgischen Husaren hatte Schiller bereits am Freitag in einem Marschkommando von ihrer Bereitschaftsstellung im Nocherner Tal über Lierschied, Bornich und Dörscheid auf den Spuren der schlesischen Armee nach Kaub geführt, wo sie an der Verfolgung Napoleons eingesetzt wurden.
Der Übergang über den Rhein wurde unter Kanonenbeschuss der linken Rheinseite nachgestellt. Bei den Blüchertagen aber wurde das Übersetzen der Soldaten Blüchers zur Pfalzgrafenstein beschränkt. Damals wurden die Kauber Schiffer in der Kirche dazu als Ruderer verpflichtet, was später als eigenständiger Programmpunkt nachgespielt wurde. Die schläfrigen Franzosen wurden vollkommen überrumpelt und ergriffen größtenteils die Flucht. Der wenige Widerstand war schnell gebrochen. Jetzt stellte sich der Rheinübergang wie ein großartiges Schauspiel auf sehr großer Bühne dar. Das Publikum hatte am Rheingeländer in Höhe der Pfalzgrafenstein regelrecht Logenplätze. Die Vorderlader und Kanonen erzeugten eindrucksvoll Qualm und ohrenbetäubenden Lärm. In der Metzgergasse und am Zollplatz flanierten dann die Bürger in ihren dem Empire-Stil nachempfundenen feinen Kleidern und Anzügen, die sie in den vergangenen Monaten selbst hergestellt hatten und boten so ein Stadtbild, das genau der Zeit um 1814 entsprach. Markthalter hatten Stände aufgebaut und boten wie die Handwerker ihre Waren an. Der Händler vom Kramladen (Peter Richarz) fuhr mit seinem Karren durch die Gassen und bot hochprozentigen „Draufgänger“ an aus Meerane in Sachsen, woher viele Soldaten in Blüchers Heer stammten. Räuchersalm gab es von der Oberweseler Salmrauche, und die Stickdreher aus Heimweiler fertigten ein 21 Meter langes Seil auf Bestellung her. Christa Lang hatte sich in ihrem Haus in der Metzgergasse als Kräuterfrau eingerichtet. Auf dem Kirchplatz wurde eine besondere Modenschau geboten: Soldaten stellten ihre Uniformen vor, bevor die Kolpingkapelle Lorch dem Samstag den musikalischen Schlusspunkt setzte. Das Finale am Sonntag war der Große Zapfenstreich mit anschließendem Feuerwerk.
|