Kabarettist Tom Pauls lässt Stadthalle erbeben „In Meerane musste bissl offbassen…die sin weit weg vom Schuss“, betritt Tom Pauls im altbackenen „Outfit“ einer Ilse Bähnert die Bretter, die die Welt bedeuten. Kenner wissen, Ilse Bähnert hat sich ihre eigene Welt mit Schürze und gelb-schwarz-karierten Hauslatschen geschaffen. Doch an diesem Abend in der Meeraner Stadthalle brachte der Kabarettist ein besonderes Schmankerl mit: Gedichte und Geschichten von der sächsischen Mundartdichterin Lene Voigt. Sie hat es wie keine andere verstanden, die alltäglichen Kleinigkeiten in gut gewählte „säggsche“ Reime zu verpacken, und Tom Pauls interpretierte mit Ganzkörpereinsatz als Ilse Bähnert, als der gitarrenspielende Dieter, als der Pappi mit seinem Vogel und als Oberlehrer Mehrbitz Lene Voigt´s Gedichte. Die Lacher vom Publikum lagen auf seiner Seite, und er verstand es wie kein anderer, die Zuhörer in das Geschehen mit einzubeziehen. Er trug u.a. „Mein erster Abbelkuchen“, „Das Gaffeegespenst vom Lilienstein“ oder auch „De Gogosbalme“ vor. Doch auch tiefsinnige Deutscherläuterungen sorgten für Erheiterung. So manche neumodische „Sprechunart“ nahm er unter die Lupe. Warum sagt man heute „an Weihnachten“? Weil man sich an der Tanne sticht! Oder warum spricht man von „unter der Woche“? Tom Pauls hat auch hier die perfekte Antwort parat. Wer diese wissen will, dem sei ein Tom-Pauls-Ilse-Bähnert-Abend empfohlen. Trotz dass der Dresdner Meerane als weit weg vom Schuss bezeichnet, so sind die Meeraner für Kunst und Kultur immer zu haben, wie der Abend in der Stadthalle wieder einmal bewies. |
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„Dor Dieter“ singt sein Liebeskummerlied. |
Autogrammstunde mit Tom Pauls. |
Fotos: Stadtverwaltung, pro|picture |
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