News (19.08.2011)

 

Jetzt geht´s los - Graffiti-Künstler vor Ort in Aktion

IndustrieBrachenUmgestaltung - Festival für urbane Kultur in der ehemaligen Palla Gartenstraße / Vom 2. bis 4. September für das Publikum geöffnet

Die IBUg, das Festival für urbane Kultur, geht in diesem Jahr in seine sechste Auflage und es kommen wieder mehr als 100 Graffiti- und Streetart-Künstler aus zehn Ländern nach Meerane und beziehen ihr diesjähriges Domizil – die ehemaligen Palla-Werke an der Gartenstraße/Ecke Schmiederstraße. Während einer einwöchigen Kreativphase wird das ehemalige Textilkombinat in künstlerischen Workshops und Kollaborationen mittels Graffiti, Streetart, Urban Art Installationen und Performances in ein Gesamtkunstwerk verwandelt, informiert das IBUg-Organisationsteam.
Auch 2011 haben sich zahlreiche nationale und internationale Künstler zur IBUg angekündigt. Mit dabei sind u.a. Ta55o (Meerane), Zone56 (Glauchau), Tshunc und Flamat (Leipzig), Andy K und Jens Besser (Dresden), Wurstbande (Berlin), Atem (Frankfurt am Main), Hifi (Dortmund), Chromeo (Schweiz), Ruskig (Schweden), Emilone (Österreich), Faunagraphic und Rocket (Großbritannien), Pixelpancho , Sirtwo und Seacreative (Italien), Eon 75 und Subone (USA), Rallitox und Eme (Spanien), Amin und Marchal Shaka (Frankreich) oder Enes (Niederlande).
Die Ergebnisse werden dann vom 2. bis 4. September 2011 im „IBUg Pallast“ im Rahmen eines Festivals für Urbane Kultur dem Publikum vorgestellt. Dabei soll die IBUg auf das traditionsreiche Umfeld besonders Bezug nehmen. Die Meeraner Schneidermeisterin Petra Lorenz wird beispielsweise aus alten Palla-Stoffen eine IBUg-Kollektion kreieren. Und es soll Tandemführungen mit ehemaligen Fabrikarbeitern und Künstlern durch die umgestaltete Brache geben. Zu den Höhepunkten des Wochenendes gehören die Vorträge des Dresdner Künstlers Jens Besser, der sein aktuelles Buch „Lak Aan Braak“ über ein gleichnamiges Mural Art Projekt in den Niederlanden vorstellt, und von Matze Jung vom Archiv der Jugendkulturen aus Berlin, der über Graffiti in den Favelas von Rio de Janeiro berichtet. Am Samstagabend lädt die traditionelle IBUg-Party ab 22 Uhr zum Feiern und Tanzen zu feinsten Hip Hop-Beats ein.
Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet außerdem eine IBUg-Kneipe, die bereits während der Kreativphase erste Einblicke in das Schaffen der Künstler gewährt, einen Urban Art Markt u.a. mit Fotografien von Conny Heimer aus den letzten fünf Jahren IBUg, T-Shirts, Taschen sowie Arbeiten der IBUg-Künstler, ein Filmprogramm über urbane Kunst und Kultur, eine IBUg-Modenschau mit AnneIhm (Leipzig), Schicke Schnitte (Leipzig), Petra Lorenz (Meerane), Stoff aus Frankfurt (Frankfurt am Main) und Ariann Ruhle (Leipzig) sowie eine Tombola, bei der als Hauptpreis eine Leinwand von Deutschlands bekanntestem Graffiti-Künstler „Loomit“ verlost wird.

Hintergrund: Wie es überhaupt zur Idee und zum Konzept der IBUg kam, erzählt TASSO, der 2006 die erste IBUg initiierte: „In Meerane gab es, wie in vielen ostdeutschen Städten, in denen ehemals eine produzierende Industrie existiert hat, sehr viele brach liegende Industriebetriebe und Fabriken, an denen niemand mehr Interesse hatte und welche so für einen langsamen Verfall bestimmt waren. Auf der ständigen Suche nach Flächen zur Nutzung für legales Graffiti stieß ich bei den Verantwortlichen – insbesondere bei Bürgermeister Professor Dr. Ungerer – auf offene Ohren. Nachdem ich die Genehmigung für die ehemaligen IFA-Hallen am Merzenberg bekommen hatte wurde mir erst bewusst, wie groß das Gelände war und wie viele interessante Flächen zu Bemalung zur Verfügung standen. Diese wollte ich nicht nur für mich alleine nutzen, sondern gezielt befreundete Sprayer einladen, die es verstehen würden, mit den noch vorhandenen Gegebenheiten, wie alten Installationen, Maschinenteilen, Kabelsträngen, Fenstern und der ungewöhnlichen Architektur, zu spielen und zu experimentieren. So wollte ich dem Ganzen den Rahmen einer Art Jam - Begriff für eine Veranstaltung im HipHop-Bereich - geben, zu der Aktive über einen längeren Zeitraum eingeladen werden und sich nach und nach im gesamten Gelände nach eigenen Vorstellungen verwirklichen können. Ich wollte auf keinen Fall eine Graffiti-Jam im ursprünglichen Sinne, bei der sich Sprayer treffen, um an möglichst langen Wänden ihre Figuren und Schriftzüge farbenfroh aneinander zu reihen. Hier ging es darum, sich auf die Umgebung einzustellen und ihr mittels Spraydose und allem, was man dafür noch verwenden mochte, ein neues Gesicht zu verpassen."

Geöffnet ist der „IBUg Pallast“ am Freitag von 15 bis 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 5,- Euro.
Weitere Informationen zur IBUg gibt es im Internet unter www.ibug-art.de .
Das Veranstaltungsprogramm der IBUg vom 2.-4. September mehr.


 
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