Grundstein für neues Höhlermuseum am Teichplatz gelegt
Obwohl der Rohbau des künftigen Höhlermuseums am Teichplatz schon deutliche Fortschritte gemacht hat wurde am Dienstag im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Grundstein für das Gebäude gelegt. Als die Bodenplatte fertig gestellt wurde, hatte die Witterung die Grundsteinlegung verhindert, erinnerte Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, der die Gäste begrüßte, darunter der Bergbauingenieur Manfred Höbald, Jens Brendel von der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG aus Glauchau, die das Bauvorhaben im Sanierungsgebiet begleitet, Vertreter der Baufirmen, Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
In einem kurzen historischen Abriss gab der Bürgermeister einen Einblick in die Entwicklung des Teichplatzes, der einen sehr jungen Teil unserer 1174 erstmals urkundlich erwähnten Stadt Meerane darstellt. Die Trockenlegung des vormals sumpfigen Bereiches erfolgte erst 1848, eines der ersten Gebäude war der 1862 errichtete "Gambrinus", der vor wenigen Jahren rechts der Italienischen Treppe nach historischem Vorbild wieder entstanden ist. 1897 wurde der Teichplatz Bismarckplatz genannt, 1946 erfolgte die Umbenennung in Ernst-Thälmann-Platz, seit 1990 ist es wieder der Teichplatz. Die Neugestaltung des Platzes mit der Italienischen Treppe, dem "Gambrinus" und dem Höhlermuseum ist eingebunden in das städtische Platzkonzept. Einige Fotos, die der Bürgermeister mitgebracht hatte, veranschaulichten deutlich die Situation der Gebäude vor der Hangsicherung, bei der man sich dann bewusst gegen die Bergwand und für eine offene, aufgelockerte und weitläufige Gestaltung - mit der Italienischen Treppe - entschieden hatte.
Schon früh begannen auch die Planungen für das nun entstehende Gebäude Untere Mühlgasse 11a, um dessen Gestaltung es zahlreiche Diskussionen gab, was jedoch, so der Bürgermeister, völlig normal für eine moderne Gesellschaft ist. "Es besteht kein öffentlicher Konsens darüber, was Stadt in ästhetischer und funktionaler Hinsicht ist. Städte entwickeln sich nicht nach Plan, sondern in eigener Logik, worauf wir modifiziert Einfluss nehmen können", erklärte er. Gerade im Bereich des Teichplatzes stehen zahlreiche verschiedene Baustile nebeneinander: das barocke Pfarrhaus, die Kirche St. Martin mit romanischen und gotischen Elementen, Gründerzeithäuser. "Es war unsere Herausforderung, etwas Neues zu entwickeln. Möglich sind in solchen Fällen die originalgetreue Wiederherstellung des Alten oder auch ein Ersatz mit maximalem städtebaulichen Gegensatz. Wir haben uns für den dritten Weg entschieden: Wir übernehmen die bauliche Symetrie, transportieren jedoch eine zeitgenössische Formensprache und setzen auf Funktionalität", erklärte der Bürgermeister.
Das neue Gebäude, dessen Fassade mit Brüstungen und verspiegelten Elementen gestaltet werden soll, wird Domizil für das neue Höhlermuseum, außerdem wird eine Toilettenanlage integriert sowie ein Mehrzweckraum. Insbesondere über die Toilettenanlage werden sich viele Veranstalter des Teichplatzes freuen.
Bürgermeister Professor Dr. Ungerer dankte den Stadträten für die wichtigen Entscheidungen, die man sich nicht einfach gemacht hatte, und allen Beteiligten für den bisher guten Bauverlauf.
Dann wurde die Kupferhülse, gefüllt mit Dokumenten zum Bau, aktuellen Münzen und zwei Meeraner Zeitungen, in einer Mauer des Rohbaus versenkt. Hier halfen Bauleiter Gert Brückner vom Bauunternehmen MMBau GmbH aus Werdau, der die guten Wünsche für das Gelingen des Bauwerkes in ein Gedicht gepackt hatte, und Polier Günter Leinert. Die letzten drei Hammerschläge auf dem symbolischen Grundstein, mit dem die Hülse verschlossen wurde, führte der Bürgermeister aus.
Auch Ralf Michel vom Planungsbüro List & Partner erinnerte nochmals an die zahlreichen Beratungen, Sitzungen, Planungen und Umplanungen, die dem Baubeginn voraus gegangen waren. "Die heutige Grundsteinlegung zeugt vom erfolgreichen Bemühen aller. Ich bin sicher, dass das Haus künftig das gesellschaftliche Leben der Stadt bereichert", sagte er.
Bei entsprechender Witterung kann der erweiterte Rohbau noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, die Fertigstellung des Gebäudes wird 2012 erfolgen, informierte Kerstin Götze vom Fachbereich Bauen.
Einer, der sich ganz besonders auf das neue Haus freut ist Bergbauingenieur Manfred Höbald, der seit vielen Jahren mit den Besuchern Führungen in den Meeraner Höhlern durchführt. "Mit dem Höhlermuseum ehren wir auch Ihr großes Engagement", richtete sich der Bürgermeister an ihn.
Über die künftige Fach-Ausstellung im Höhlermuseum hat sich Manfred Höbald schon viele Gedanken gemacht. So soll sie nicht nur die Entwicklung der Höhler aus den ersten Bergkellern dokumentieren, sondern z.B. auch den Dolomit-Abbau in Meerane.
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