Aktuelles (27.10.2011)
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Meilenstein in der Geschichte gelegt Dann übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, das Wort. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und sprach seinen Dank an die Gesellschafter (Thüga, Envia), die Mitglieder des Aufsichtsrates sowie Geschäftsführer Uwe Nötzold und dem Leiter Netze Patrick Kühni aus. „Die Stadtwerke Meerane sind damit für die Netze der Zukunft gerüstet“, freute sich Professor Dr. Lothar Ungerer und blickte in die 115-jährige Geschichte der Elektrizität in Meerane zurück. So wurde bereits am 1. November 1896 in der Zwickauer Straße gegenüber dem Schlachthof (heute Bürogebäude des Meeraner Dampfkesselbau) ein Elektrizitätswerk in Betrieb genommen – damals von der Aktiengesellschaft für elektrische Anlagen Dresden betrieben. Das System beruhte auf Zweiphasen von Dr. Fischinger, so dass die Motoren eine Spannung von 1.430 Volt erreichten. Oberleitungen führten Strom zu Umschaltstationen in der Stadt und wurden zu einer Gebrauchsspannung von 170 Volt für Kraft und 125 Volt für Licht umgeformt. 1902 kaufte dann die Stadt das Werk. Nach über 20-jähriger Stromversorgung musste diese im April 1923 aufgrund des maroden und überforderten Zustandes stillgelegt werden und der Anschluss an das Landesstromnetz erfolgte. Erst drei Jahre später, am 10. Februar 1926, verpflichtete sich die Aktiengesellschaft Sächsische Werke vertraglich, der Stadt mindestens 30 Jahre Strom zu liefern. Die Stromlieferung erfolgte als Drehstrom mit dreimal 30.000 Volt in Umspannwerk (neben der Gasanstalt) Obere Bahnstraße/Zimmerstraße. Eine Umformung auf zweimal 1.430 Volt und die Durchleitung an Umformungsstationen war dazu notwendig. Der Umbau des Leitungsnetzes dauerte bis zum Jahre 1929 an. Das Elektrizitätswerk wurde durch den Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung gesteuert. Wie der Bürgermeister zudem erklärte, gab es zwei weitere Ausschüsse für das Wasserwerk und die Gasanstalt. Am 1. Oktober 1924 entschloss man sich, diese drei Werke zu einem Betriebsausschuss, der umfassende Führungszuständigkeiten hatte, zusammenzulegen. Damit wurde also der Grundstein vor 87 Jahren für die Stadtwerke Meerane gelegt. 1977 nahm das neu gebaute Umspannwerk in der Talstraße seinen Dienst auf. Dieses war erforderlich, da der Betrieb Technische Textilien (später DREWS Meerane) seine Produktion begann. „Genau aus dem Jahr 1977 stammen auch die Schaltanlagen, die jetzt außer Betrieb gehen“, weiß Professor Dr. Lothar Ungerer zu berichten und freut sich, dass die schwankende dezentrale Stromversorgung damit ein Ende hat.Das neue Schalthaus erfüllt die Funktion einer Umspannanlage, welches Stromnetze unterschiedlicher Spannungsebenen verbinden kann. „Netze sind entscheidender Flaschenhals der Energiezukunft“, betont das Stadtoberhaupt zum Schluss und richtet auch einen Dank an die Meeraner Bürgerschaft für ihre große Geduld angesichts der vielfältigen Baumaßnahmen, die sich langsam zu Ende neigen. Übrigens: Das neue Schalthaus ist für eine Betriebsdauer von 40 Jahren ausgelegt und für modernste Stromerzeugung konzipiert. Damit steht auch der Zukunft von neuen Industrieansiedlungen, welche sich auf eine gesicherte Energieversorgung stützen, nichts im Wege. |