Aktuelles (27.10.2011)

 

Meilenstein in der Geschichte gelegt
Schalthaus in der Talstraße feierlich eingeweiht

Die Freude war am 26. Oktober 2011 bei allen Beteiligten groß, als das neue so genannte Mittelspannungsschalthaus in der Meeraner Talstraße eingeweiht wurde. Fortan bildet es nun das „Herzstück“ der Meeraner Stromversorgung.
Wie Geschäftsführer der Stadtwerke, Uwe Nötzold, in seinen Begrüßungsworten betonte, habe man dieses Projekt in einer Rekordzeit verwirklichen können und damit einen Meilenstein in der Meeraner Geschichte verwirklicht. Denn mit Betriebnahme des neuen Schalthauses steht die Stromversorgung der Stadt auf höchstem technischem Niveau. So bedankte sich der Geschäftsführer bei allen Firmen, welche Hand in Hand zum Gelingen des wichtigen Bauvorhabens beigetragen haben. Ein besonderer Dank ging an Patrick Kühni, Leiter Netze: „Er hat sich hervorragend um die Bauaufsicht und Projektplanung gekümmert.“ Diese wurde zwingend notwendig, weil das Schalthaus bereits seit 1978 in Betrieb war und wie Uwe Nötzold erklärte, hatten Schalthäuser im Umkreis bereits erhebliche Probleme verursacht, denen man gern im Vorfeld begegnen wollte. So erfolgte vor 8 Monaten der Baustart und konnte nach Plan fertiggestellt werden.

Dann übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer, das Wort. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und sprach seinen Dank an die Gesellschafter (Thüga, Envia), die Mitglieder des Aufsichtsrates sowie Geschäftsführer Uwe Nötzold und dem Leiter Netze Patrick Kühni aus. „Die Stadtwerke Meerane sind damit für die Netze der Zukunft gerüstet“, freute sich Professor Dr. Lothar Ungerer und blickte in die 115-jährige Geschichte der Elektrizität in Meerane zurück.

So wurde bereits am 1. November 1896 in der Zwickauer Straße gegenüber dem Schlachthof (heute Bürogebäude des Meeraner Dampfkesselbau) ein Elektrizitätswerk in Betrieb genommen – damals von der Aktiengesellschaft für elektrische Anlagen Dresden betrieben. Das System beruhte auf Zweiphasen von Dr. Fischinger, so dass die Motoren eine Spannung von 1.430 Volt erreichten. Oberleitungen führten Strom zu Umschaltstationen in der Stadt und wurden zu einer Gebrauchsspannung von 170 Volt für Kraft und 125 Volt für Licht umgeformt. 1902 kaufte dann die Stadt das Werk. Nach über 20-jähriger Stromversorgung musste diese im April 1923 aufgrund des maroden und überforderten Zustandes stillgelegt werden und der Anschluss an das Landesstromnetz erfolgte.

Erst drei Jahre später, am 10. Februar 1926, verpflichtete sich die Aktiengesellschaft Sächsische Werke vertraglich, der Stadt mindestens 30 Jahre Strom zu liefern. Die

Stromlieferung erfolgte als Drehstrom mit dreimal 30.000 Volt in Umspannwerk (neben der Gasanstalt) Obere Bahnstraße/Zimmerstraße. Eine Umformung auf zweimal 1.430 Volt und die Durchleitung an Umformungsstationen war dazu notwendig. Der Umbau des Leitungsnetzes dauerte bis zum Jahre 1929 an.

Das Elektrizitätswerk wurde durch den Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung gesteuert. Wie der Bürgermeister zudem erklärte, gab es zwei weitere Ausschüsse für das Wasserwerk und die Gasanstalt. Am 1. Oktober 1924 entschloss man sich, diese drei Werke zu einem Betriebsausschuss, der umfassende Führungszuständigkeiten hatte, zusammenzulegen. Damit wurde also der Grundstein vor 87 Jahren für die Stadtwerke Meerane gelegt.

1977 nahm das neu gebaute Umspannwerk in der Talstraße seinen Dienst auf. Dieses war erforderlich, da der Betrieb Technische Textilien (später DREWS Meerane) seine Produktion begann. „Genau aus dem Jahr 1977 stammen auch die Schaltanlagen, die jetzt außer Betrieb gehen“, weiß Professor Dr. Lothar Ungerer zu berichten und freut sich, dass die schwankende dezentrale Stromversorgung damit ein Ende hat.
Das neue Schalthaus erfüllt die Funktion einer Umspannanlage, welches Stromnetze unterschiedlicher Spannungsebenen verbinden kann. „Netze sind entscheidender Flaschenhals der Energiezukunft“, betont das Stadtoberhaupt zum Schluss und richtet auch einen Dank an die Meeraner Bürgerschaft für ihre große Geduld angesichts der vielfältigen Baumaßnahmen, die sich langsam zu Ende neigen.
Übrigens: Das neue Schalthaus ist für eine Betriebsdauer von 40 Jahren ausgelegt und für modernste Stromerzeugung konzipiert. Damit steht auch der Zukunft von neuen Industrieansiedlungen, welche sich auf eine gesicherte Energieversorgung stützen, nichts im Wege.

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