Aktuelles (08.11.2011)
Professor Dr. Lothar Ungerer, Bürgermeister der Stadt Meerane Geleitwort zum 9. November 1938 |
Zum ehrenden Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, die in den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 vertrieben oder verschleppt oder ermordet wurden. |
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Einen entscheidenden Einschnitt in der Judenverfolgung bildete die „Reichskristallnacht“ am 9./10. November 1938. Vorwand für diesen staatlich organisierten Pogrom gegen die Juden in Deutschland vor 73 Jahren bildete das Attentat eines jungen Juden auf einen deutschen Botschaftsangehörigen in Paris. Auf höhere Weisung (Hitler, Goebbels) zogen Truppen vor allem der SA zu Synagogen und Geschäften von Juden, zündeten sie an und zerstörten sie. Tausende von Juden wurden aus ihren Wohnungen getrieben und misshandelt. 27.000 jüdische Männer wurden noch während der „Kristallnacht“ in Konzentrationslager gesperrt. Aus den Akten des Kriminalamtes Chemnitz liegt der Stadt Meerane ein Protokoll vom 18. Januar 1947 über die Befragung eines Herrn E. B. aus Glauchau vor, in dem er seine Mitwirkung an der „Kristallnacht“ zugibt und schildert, wie er mit weiteren Mitwirkenden in Glauchau, Meerane, Mülsen und Oberlungwitz sich an den antijüdischen Aktionen mitbeteiligt. Er schildert die Übergriffe auf die Meeraner Familien Born und Wertheim. Die Schicksale der Familien Wertheim und Born finden ihre Erinnerung in dem Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig. Es wird an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft mit Gedenktafeln aus Messing erinnert, die vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort ins Trottoir eingefügt werden. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Der Gedenkstein für Herrn Joseph Wertheim wurde im Jahr 2009 angebracht, der Gedenkstein für Herrn Alfred Born in diesem Jahr. |