Die Stadt Meerane hat am 11.11.2011 die neue ÖPNV/SPNV-Verknüpfungsstelle am Meeraner Bahnhof symbolisch mit einer Dankeschönveranstaltung für Fördermittelgeber und Unterstützer eröffnet.
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer konnte dazu zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Staatsminister Dr. Jürgen Martens, der Geschäftsführer des VMS Chemnitz Dr. Harald Neuhaus, die Projektleiterin Sabine Neitzke und Projektingenieur Günter Plaschnik von der DB Projektbau GmbH, Vertreter der Deutschen Bahn, der Landesdirektion Chemnitz und der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen GmbH, Meeraner Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Meerane, die das Projekt begleitet haben. Auch der Glauchauer Bürgermeister Dr. Peter Dresler war zu diesem Anlass nach Meerane gekommen, ebenso wie der Landtagsabgeordnete Nico Tippelt und weitere Gäste.
Der Bürgermeister dankte allen ganz herzlich, die sich für das Projekt engagiert hatten, insbesondere den Fördermittelgebern, der Landesdirektion Chemnitz und dem VMS sowie der Deutschen Bahn.
Nach der Begrüßung gab der Bürgermeister jedoch das Wort erst einmal an die Vertreter des Meeraner Carnevalsvereins, die knapp zwei Stunden zuvor mit der Zepterübergabe vor dem Alten Rathaus die Macht in Meerane übernommen hatten, damit diese ihre erste Amtshandlung vollziehen. MCV-Präsident Thomas Gregor verwies darauf, dass sich die Meeraner Karnevalisten ja bestens mit dem Thema „Zug“ und „Bahn“ auskennen. Schließlich heißt es jedes Jahr am 11.11. „Wir sind am ZUG“, die Karnevals-Sitzungen finden an der AchterBAHN statt, beim Fasching werden Beziehungen angeBAHNt und die Gläser in vollen ZÜGEN geleert, um nur einige Beispiele zu nennen.
„Durch des Bauarbeiters Fleiß entstand nun hier ein neues Gleis. Hebt euer Glas, es wäre nett, auf´s neue Gleis im neuen Bett. Und hier an der Meeraner Verknüpfungsstelle soll`s niemals geben ´ne kaputte Schwelle“, wünschte der MCV-Präsident. Dem schloss sich der „Reisende Stefan“ an, der Wortspielereien zum Stichwort „Verknüpfungsstelle“ zum Besten gab.
Die Weichen für die Verknüpfungsstelle hatte der Meeraner Stadtrat in seiner Sitzung im März 2009 gestellt. Im Dezember 2010 begannen mit dem Abbruch eines Gebäudes und des Güterschuppens die ersten Maßnahmen zur Neugestaltung des Geländes. Mit Beginn der Streckenertüchtigung durch die Deutsche Bahn und der damit verbundenen Streckenstilllegung wurde im April 2011 mit dem Abbruch des ehemaligen Bahnhofsgebäudes begonnen.
An dessen Stelle steht nun das Servicegebäude der neuen Verknüpfungsstelle mit einer öffentlichen Toilette (ab sofort in Betrieb), Sitzgelegenheiten und einem Fahrradständer. Die gesamten Verkehrsflächen im Bereich der Verknüpfungsstelle wurden erneuert, und es entstanden Park- und Taxistellplätze. Barrierefrei geht es künftig vom Bus in die Bahn oder von der Bahn in den Bus.
Die Inbetriebnahme der Verknüpfungsstelle erfolgt mit der Umstellung auf den Winterfahrplan der Deutschen Bahn zum 11.12.2011. Der Fahrkartenautomat steht bereits.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,6 Mio Euro (inklusive Fördermittel), einschließlich Grunderwerb, Abriss der Gebäude, Herstellung der Verkehrsflächen und der neuen Verknüpfungsstelle.
„Politik bedeutet ein starkes, langsames Durchbohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“ zitierte Bürgermeister Professor Dr. Ungerer Max Weber (1864-1920).
Er erinnerte an die Situation des ehemaligen Empfangsgebäudes am Meeraner Bahnhof, an zahllose Gespräche, Abstimmungen und Vorberatungen, Fördermittelverfahren, den Kauf des Empfangsgebäudes durch die Stadt und Lokaltermine. „Das Thema Bahn hat mich seit meinem Amtsantritt im August 2001 bis heute begleitet“, fasste er zusammen.
„Es galt, die bestehende Situation aufzubrechen, den eigentlichen Wandel durchzuführen, also etwas Neues einzuführen, und nun gilt es, das Neue zu erhalten und zu stabilisieren. Bahnhöfe und Zugangsstellen sind Visitenkarten, die prägend für ein negatives oder positives Image des Öffentlichen Personennahverkehrs sind. Wir haben den Wandel vom negativen zum positiven Image vollzogen. Die Verknüpfungsstelle erfüllt die Qualitätskriterien wie gute Erreichbarkeit und Erschließung, Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln, mehr Service, und es gibt einen kurzen Weg in die Meeraner Innenstadt. Das Ziel, die infrastrukturelle Fortentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs, ist erfüllt“, betonte der Bürgermeister. Absolut erforderlich ist nun die Verdichtung der Verkehrsangebote: Im Focus liegen dabei die Strecken Gößnitz – Leipzig und Meerane – Glauchau – Chemnitz, fügte er hinzu. Eine Vision ist die Einbindung in das S-Bahn-Netz der Region. „Aber für heute sehen Sie die Stadt Meerane rundum glücklich“, schloss er seine Ansprache und fügte noch ein Dankeschön an die Meeraner Bürgerinnen und Bürger für ihre Geduld hinzu.
Staatsminister Dr. Jürgen Martens, selbst Meeraner, freute sich ebenfalls über die neue, nutzungsfähige Anlage. „Die Staatsregierung hat hier investiert, und es ist eine gute Investition geworden. Ich wünsche der Verknüpfungsstelle viele Nutzer und Reisende“, sagte er.
Wie VMS-Geschäftsführer Dr. Harald Neuhaus ankündigte, werden mit Beginn des Winterfahrplanes Regionalbahnen und Regionalexpresszüge im Stundentakt fahren. „Infrastruktur ist immer mit Kosten verbunden, daher ist eine Finanzstabilität wichtig“, betonte er. „Ich freue mich besonders über die Realisierung dieses Projektes, die dem Meeraner Bürgermeister zu verdanken ist, der hartnäckig an diesem Projekt dranblieb“, fügte er hinzu. Wie er weiter informierte, gibt es im Bereich der VMS insgesamt 175 Zugangsstellen, 110 sind bisher saniert. „Damit ist Meerane die 111. sanierte bzw. neue Zugangsstelle, womit diese Zahl gut zum heutigen Einweihungsdatum 11.11.11 passt“, so Dr. Neuhaus.
Auch Claudia Fugmann vom beauftragten Planungsbüro Fugmann & Fugmann richtete ein Dankeschön an Bürgermeister Professor Dr. Ungerer, der so viele Jahre an dem Projekt festgehalten hat, sowie an die Fördermittelgeber und alle Beteiligten.
Zum Abschluss der Eröffnung wurde eine Blutbuche im Bereich der Bushaltestelle gepflanzt. Dies übernahm die Fachbereichsleiterin Bauen Birgit Jantsch, die das Gesamtprojekt in der Stadtverwaltung Meerane betreute.
|