Aktuelles (31.01.2012)
Medienanfrage zur geplanten Erhöhung der Kreisumlage
Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer hat eine Medienanfrage zur geplanten Erhöhung der Kreisumlage erhalten, die am 30. Januar 2012 beantwortet wurde. Die Fragen und die Antworten des Bürgermeisters veröffentlichen wir im Folgenden: Was sagt der Bürgermeister zu der geplanten Erhöhung? Die Stadt Meerane hat bis dato keine dienstlichen Informationen durch den Landkreis erhalten, dass eine Erhöhung des Kreisumlagesatzes geplant ist. Eine offizielle Anfrage vom 24.01.2012 an den Landkreis blieb bis heute unbeantwortet. Wie viel Kreisumlage (in Euro) zahlt die Stadt derzeit, wie viel mehr würde die Erhöhung die Stadt kosten? Die Landkreisverwaltung hat nun den Entwurf eines Nachtragshaushaltes für das laufende Jahr 2012 dem Kreistag zur Beschlussfassung vorgelegt, in dem der Kreisumlagesatz um 3,5 Punkte auf 32 v. H. angehoben wird. Wo müsste gespart werden, um die zusätzlichen Kosten zu kompensieren? Kürzungen im Ergebnishaushalt können zunächst nur bei den freiwilligen Aufgaben vorgenommen werden. Dafür werden im Haushaltsplan 2012 ca. 1,1 Mio. Euro ausgegeben. Hier muss die Stadt Meerane ansetzen. Betroffen sind z. B. Kürzungen bei der Stadtbibliothek und den weiteren kulturellen Leistungen der Stadt Meerane, bei den sozialen Leistungen (z.B. Jugendsozialarbeit - mobile Sozialarbeit und Schulsozialarbeit - und bei den Zuschüssen für die Jugendarbeit) und bei der Vereinsförderung. Zur Finanzierung der zusätzlichen Kreisumlage müssen die Sach- und Personalausgaben abgesenkt werden. Da bei der gewaltigen Mehraufwendung von einer halben Million Euro eine Haushaltssperre nicht ausreicht, werden sich betriebsbedingte Kündigungen für die entsprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den betroffenen städtischen Leistungsbereichen nicht vermeiden lassen. Gibt es nach Sicht des Bürgermeisters andere Quellen beziehungsweise Einsparmöglichkeiten, um das Haushaltsdefizit des Landkreises zu senken? Nicht nur der Landkreis hat Mindereinnahmen zu verkraften. Auch die Stadt Meerane verzeichnete in 2011 Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer von 16,1%, die im Jahr 2012 ausgeglichen werden müssen. Höhere Umlagen bedeuten für die Stadt Meerane weniger Freiheit, weil wir in zunehmend geringerem Maße über die Verwendung dessen entscheiden können, was in und durch die Stadt Meerane erarbeitet wurde. Die Städte und Gemeinden erwarten von ihrem Kreis, dass er die kommunale Selbstverwaltung respektiert, sichert und mit den Kommunen partnerschaftlich zusammenwirkt und ihnen nicht ständig in die Kasse greift. Die finanzielle Leistungsfähigkeit wird dadurch eingeschränkt. Die ständige Erhöhung der Kreisumlage darf nicht zum Normalfall werden. Die Gemeinden und Städte brauchen Stabilität und Verlässlichkeit. In ihnen wohnen die Bürgerinnen und Bürger. Sie sind die Identifikationskerne für den Kreis und die Region. Vom Landkreis Zwickau erwartet die Stadt Meerane eine höhere Ausgabendisziplin. Das bedarf einer erweiterten internen Konsolidierung. Der Landkreis hat ferner gegenüber dem Bund und dem Land sicherzustellen, dass die ihm übertragenen Aufgaben auskömmlich finanziert sind. Konkret: Für Auftragsangelegenheiten in dem Bereich „Soziale Sicherung“, die der Landkreis als Behörde für Bund und Land erledigt, sind ausreichend Geldmittel an die Kreise auszureichen. |