Aus der Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales am 20. Januar 2026 berichtet
Zu einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales begrüßte Bürgermeister Jörg Schmeißer am 20. Januar 2026 die Ausschussmitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie Juliane Richter, Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie Meerane, und Vertreter der Presse im Neuen Rathaus.
Im ersten Tagesordnungspunkt stellte Stefanie Trinks, Sachgebietsleiterin Bildung und Soziales, den Jahresbericht 2025 Soziale Arbeit vor. Sie informierte zuerst zu den Beratungsangeboten im Sozialhaus „Alte Post“. Zu den bereits bestehenden Angeboten ist im vergangenen Jahr die Mediensprechstunde hinzugekommen. Außerdem macht mit dem Beginn des Jahres das Beratungsmobil des Sächsische Krebsgesellschaft e.V. monatlich Station in Meerane. Weiterhin werden in Kooperation mit der Volkshochschule Zwickau diverse Sprachkurse und Kurse zur Medienbildung angeboten. Wie Stefanie Trinks informierte, ist eine steigende Zahl an allgemeiner sozialer Beratung zu verzeichnen. Aktuell werden ca. 300 Beratungsanliegen jährlich bearbeitet. Dies beinhaltet beispielsweise die Unterstützung bei Antragstellungen und in sozialen Notlagen.
Zum Bereich der Sozialen Arbeit gehören auch die umfangreichen Angebote der Seniorenarbeit. Ein wichtiges Bindeglied für die Seniorenarbeit ist die Seniorenbeauftragte Denise Schinzel, die für die Anliegen der Seniorinnen und Senioren ein offenes Ohr hat und diese an die Stadtverwaltung vermittelt.
Zu den regelmäßigen Angeboten für Senioren zählen die Seniorengymnastik, das Generationenprojekt „Jung & Alt gemeinsam fröhlich“, die Angebote im Seniorentreff „Ost 36“ und im Seniorentreff „Ringtreff“ mit wechselnden Themen, die Seniorenweihnachtsfeiern und das Projekt „Wunschgroßeltern“. Auch der Spielenachmittag sowie der Reparaturtreff werden sehr gut angenommen. Hier betonte Stefanie Trinks, dass es sich nicht um Angebote ausschließlich für Senioren handelt – alle Interessierten sind zum Spielenachmittag und zum Reparaturtreff herzlich eingeladen!
Der Jahresbericht 2025 Projekt „Ein Quadratkilometer Bildung Meerane“ folgte im zweiten Tagesordnungspunkt. Stefanie Trinks beschrieb zunächst die Grundstrukturen des Projektes. Wie sie informierte, werden im Programm Ein Quadratkilometer Bildung die Schwerpunkte werden von den lokalen Bildungsakteuren gesetzt – dazu zählen unter anderem Einrichtungsleitungen, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Parallel verfolgt die Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Bildungspraxis, Bildungspolitik und Bildungswissenschaft.
Anhand der laufenden Projekte an Meeraner Einrichtungen stellte Stefanie Trinks aktuelle thematische Schwerpunkte des Projektes in der Stadt vor.
Unter dem Schwerpunkt der Übergangsgestaltung finden beispielsweise Schülerpatenschaften an der Tännichtschule und das schulvorbereitende Gruppenangebot „Komm wir lernen Schule“ der Frühförderstelle „Help me“ e.V. statt.
Ein Elterncafé in der Kita Buratino sowie ein Interkulturelles Bewegungsangebot für Familien stellen Angebote im Bereich der Inklusion dar.
Ein breites Angebot gibt es zum Schwerpunktthema Sprachbildung, unter anderem mit „Meeraner Tonie macht Geschichte“, Lesepatenschaften an der Lindenschule, die Betreuung der Schulbücherei der Lindenschule, das Leseförderprogramm „Tutoring for all“ an der Lindenschule, eine ehrenamtliche Lernbegleitung an der Friedrich-Engels-Schule sowie Vorlesestunden für Meeraner Kindergärten und diverse Angebote und Kooperationen mit der Stadtbibliothek Meerane, wie zum Beispiel „Fit trotz LRS“ oder „Kamishibai – Das Erzähltheater“.
Unter dem Schwerpunkt digitale Bildung wurden das Ganztagesangebot Medienbildung an der Lindenschule und die Fortbildungen für Lehrkräfte gefördert.
Bedeutsam ist auch die Förderung der Zusammenarbeit mit den Eltern, wie sie durch den Krabbelgruppe, Familien- und Eltern-Workshops, das Angebot von Kids-Yoga und das Elterncafé umgesetzt wird.
Individuelles Lernen wird als Schwerpunkt ebenfalls durch zahlreiche Angebote umgesetzt. Dazu gehören das Projekt „Kleine Forscher“ im Hort der Lindenschule, Projektwochen zum Thema „Natur“ im Hort der Lindenschule, der Kita Regenbogen und im Jugendclub Beverly Hill‘s e.V., Gartenprojekte in Kita und Hort Regenbogen, der Friedrich-Engels-Schule und im Hort der IPM, diverse Ferienprogramme im Hort der Lindenschule und im Jugendclub Beverly Hill‘s e.V., wie Kunstprojekte, Schwimmlager, Blaulichtwoche, Erste Hilfe. Außerdem wurden Lernecken in der Lindenschule, die bewegte Pause in der Friedrich-Engels-Schule, das Generationenprojekt „Jung & Alt gemeinsam fröhlich“ der Tännichtschule sowie das Projekt „Gesunde Ernährung“ in Kitas und Horten gefördert. Auch die Teilnahmen an „Genial Sozial 2025“ und am Deutschen Kurzfilmtag 2025 wurden unterstützt.
Unter dem Schwerpunkt Resilienzförderung fanden die Projekte „Starke Kinder brauchen keine Muskeln“ an der Lindenschule, der Friedrich-Engels-Schule und in verschiedenen Kitas sowie „Gruppenklima-Sozialkompetenz-Training“ in der Evangelischen Grundschule statt. Außerdem wurde das Sozial- und Schulkompetenztraining „Mach dich locker!“ an der Friedrich-Engels-Schule angeboten. Mit der Fortbildung „FAUSTLOS Kindergarten“ wurde allen Meeraner Kitas ein Methodenkoffer an die Hand gegeben. Zur Resilienzförderung trug auch die Meeraner Präventionswochen 2.0 bei, bei denen Kindern und Jugendlichen verschiedene Veranstaltungsformate zu Suchtprävention, Mobbing- und Gewaltprävention, Jugendmedienschutz, Gesundheitsprävention sowie Extremismusprävention und Demokratiearbeit angeboten wurden.
Impressionen aus der Präventionswoche im Jahr 2025.
Stefanie Trinks informierte zum Ausblick für das Jahr 2026, mit dem die Halbzeit der Förderperiode erreicht ist. Geplant ist nun die Erstellung einer Wirkungsanalyse durch die Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung. Wie Stefanie Trinks mitteilte, findet im Sommer das Bundesnetzwerktreffen von Ein Quadratkilometer Bildung in Meerane statt, wo Einblicke in die Soziale Arbeit vor Ort gegeben werden und sich die Mitglieder austauschen können. Für das Jahr 2026 sind weiterhin die Fortführung und der Ausbau aller laufenden Projekte geplant. Auch neue Projekte in den Bereichen Kunst und Bewegung sollen hinzukommen.
Bürgermeister Jörg Schmeißer sprach Stefanie Trinks herzlichen Dank für ihre Arbeit aus und richtete auch Worte des Dankes an alle an den vielen Projekten beteiligten Mitarbeiter und ehrenamtlich engagierten Menschen.
Der Jahresbericht 2025 Projekt „Partnerschaft für Demokratie Meerane Schönberg" wurde im dritten Tagesordnungspunkt von Juliane Richter, Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie Meerane, vorgestellt.
Wie Juliane Richter informierte, fördert die Partnerschaft für Demokratie Meerane einerseits Projekte von Partnern vor Ort und führt andererseits auch eigene Projekte durch. In einem Rückblick auf 2025 stellte sie zunächst Projekte von Zuwendungsempfängern vor.
Gefördert wurden das Kunstprojekt „Zukunft gestalten“ in Kooperation mit der Tännichtschule und der Dr.-Päßler-Schule, die Jahresabschlussübung mit befreundeten Jugendfeuerwehren und die Feier des Jubiläums 35 Jahre der Jugendfeuerwehr sowie ein Gruppenklima-Sozialkompetenztraining mit dem VAP e.V.
Impressionen des Kunstprojekts „Zukunft gestalten“ in Kooperation mit der Tännichtschule und der Dr.-Päßler-Schule.
Bilder der Jahresabschlussübung der Jugendfeuerwehren. 76 Kinder und Jugendlichen aus den Jugendfeuerwehren von Meerane, Schönberg, Oberwiera, Gößnitz und Ponitz sowie die Mitglieder des Jugend-Rot-Kreuz Oberwiera nahmen an der gemeinsamen Jahresabschlussübung am 13. September 2025 teil.
Zu den eigenen Projekten der Partnerschaft für Demokratie Meerane zählen die Gestaltung eines Raumes im Treffpunkt Ost 36 unter dem Motto „Freiraum nutzen – gemeinsam anpacken“ mit Jugendlichen der Tännichtschule sowie die Präventionswoche.
Ein weiteres Projekt war die Gestaltung eines Graffiti in der Karl-Heinz-Freibergerhalle, mit der ein Zeichen für Fairplay gesetzt wurde. Das Graffitiprojekt wurde gemeinsam mit der U12 Mädchenmannschaft des HC Glauchau/Meerane und einem Künstler von Rebel Art umgesetzt. Dabei wurden Schmierereien überdeckt, die verfassungsfeindliche Symbole zeigten. Diese wurden bei den Einbrüchen Ende 2024 an die Wände gesprüht.
Die Partnerschaft für Demokratie Meerane führte die PASIRA – Jugendbefragung gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Tännichtschule, des Internationalen Gymnasiums und der Goetheschule durch. Die Ergebnisse zeigen, was sich die Jugendlichen in Meerane wünschen, welche persönlichen Perspektiven sie haben und was sie sich von der Kommunalpolitik erhoffen.
Mit der Betreuung des Jugendforums, der Organisation einer Jugendparty sowie dem Angebot von Vernetzungstreffen der Jugendbeiräte des Landkreises Zwickau mit dem Jugendring Westsachsen im Jugendclub Beverly Hill’s macht die Partnerschaft für Demokratie Meerane wichtige Angebote, um das politische Engagement der Jugendlichen zu fördern und ihnen Räume zur persönlichen Entwicklung zu geben.
Auch für Erwachsene macht die Partnerschaft für Demokratie Angebote. Unter anderem fanden im vergangenen Jahr die Veranstaltung „80 Jahre Kriegsende“ – Literarische Kammermusik mit Roman Knižka und dem Ensemble OPUS 45 und diverse Lesungen statt. Weiterhin fanden in Kooperationen mit „Kontrovers vor Ort“ der SLPB verschiedene Veranstaltungen, wie beispielsweise Gesprächsrunden und Theaterstücke mit politischem Hintergrund, statt. Als ein weiteres Format bringt der demoSlam Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammen, um in einem kreativen und unterhaltsamen Format über gesellschaftliche Themen zu diskutieren und Verständigung zu fördern. Zu den regelmäßigen Angeboten gehört auch der interkulturelle Frauentreff mit dem Pandechaion Herberge e.V., der monatlich stattfindet.
Impressionen der Veranstaltung „80 Jahre Kriegsende“ – Literarische Kammermusik mit Roman Knižka und dem Ensemble OPUS 45 im März 2025. Fotos: Stadtverwaltung Meerane / ef-pixx
Juliane Richter nannte als Bilanz des Jahres 2025 eine Gesamtzahl von 62 Projekten und Veranstaltungen, die durch die Partnerschaft für Demokratie Meerane durchgeführt wurden und insgesamt 1770 Teilnehmer erreichten.
Im Ausblick auf das Jahr 2026 informierte Juliane Richter zu den neuen Förderbedingungen in der Förderperiode 2025 bis 2032, wozu die Pauschalbetragsförderung zählt. Weiterhin teilte sie mit, dass zahlreiche bestehende Projekte weitergeführt und ausgebaut werden. Erneut stattfinden werden die Präventionswoche, Veranstaltungen im Format „Kontrovers vor Ort“ sowie der demoSlam. Weiterhin erhalten auch verschiedene Projekte erneut Zuwendungen durch die Partnerschaft. Weitere Vorhaben mit Projektträgern sind bereits geplant. So findet das „Schattenlabor“ zum Thema Ängste/Resilienz in einer Projektwoche in der Evangelischen Kita statt. Fortgeführt wird das Projekt „Turtle Twist“ des GBF e.V. im Hort der Kita Regenbogen. Weitere Anfragen von Meeraner Einrichtungen liegen bereits vor und werden geprüft.
Zu den weiteren Vorhaben zählen auch eigene Projekte. Unter anderem nannte Juliane Richter eine Lesung mit Dr. Alexander Walther am 9. November 2026 zu seinem Buch „Die Shoa und die DDR“, Schulveranstaltungen mit dem Ensemble OPUS 45 zum Thema „Untergang der Weimarer Republik“, ein Graffitiprojekt mit dem Jugendforum und der Westsächsischen Wohnungsbaugenossenschaft zur Umgestaltung eines Durchgangs in der Oststraße und ein Sommerworkshop zum Thema Hörbuch- und Buchproduktion im Jugendclub, der sich mit deutschen Heldensagen und Märchen auseinandersetzt.
Wer sich über die Partnerschaft für Demokratie Meerane informieren möchte, kann in den Social-Media-Kanälen Einblick in die Angebote und Veranstaltungen erhalten.
Bürgermeister Jörg Schmeißer sprach Juliane Richter und der Partnerschaft für Demokratie hohe Anerkennung aus und dankte für die wichtige Arbeit zur politischen und gesellschaftlichen Bildung. „Es ist überaus wichtig, diese vielfältigen Projekte für Kinder, Jugendliche und auch für Erwachsene anzubieten. Demokratie ist unser höchstes Gut und muss bewahrt werden. Sie tragen mit Ihrer Arbeit maßgeblich dazu bei, dass wir als Gesellschaft diesen Wert zu schätzen und zu schützen wissen.“
Im vierten Tagesordnungspunkt wurde die Fortsetzung der Durchführung der Partnerschaft für Demokratie beschlossen.
Im fünften Tagesordnungspunkt, Zuschüsse Vereine 2026, informierte Elly Glotz, Sachgebietsleiterin Zentraler Service, über die Vereins- und Fachkraftförderung für das Jahr 2026. Die Stadt Meerane fördert durch die Gewährung von Zuschüssen und Zuwendungen Vereine und deren Maßnahmen, Aktivitäten, Dienste sowie Veranstaltungen im Meeraner Stadtgebiet. Bis zum Stichtag 30. September 2025 sind für das Jahr 2026 insgesamt 18 Anträge von Vereinen, Selbsthilfegruppen, Bürgerinitiativen und Projektgruppen in der Stadtverwaltung Meerane eingegangen.
Die Mitglieder des Ausschusses für Kultus und Soziales beschlossen die Vereins- und Fachkraftförderung für das Jahr 2026 in Höhe von 121.530 Euro. Der Betrag setzt sich aus 111.030 Euro beantragter Geldleistungen und 10.500 Euro beantragter Sachleistungen des Regiebetriebes Meeraner Stadttechnik zusammen.