Aus der Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales am 9. Juni 2026 berichtet

Zur öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Kultus und Soziales begrüßte Bürgermeister Jörg Schmeißer die Ausschussmitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter der Presse sowie als Gast Sebastian Reichenbach, pädagogischer Leiter des Jugendclubs „Beverly Hill’s“ e. V., im Neuen Rathaus.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorstellung des Jahresberichts 2025 zur Kinder- und Jugendarbeit in Meerane. Sebastian Reichenbach informierte dabei über die vielfältigen Angebote des Jugendclubs „Beverly Hill’s“ e. V., die Hintergründe der Projekte, die Zusammenarbeit mit Förderpartnern sowie über zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten des vergangenen Jahres.
Der Jugendclub „Beverly Hill’s“ e. V. besteht seit 2002 und ist seit 2003 anerkannter Träger der Jugendhilfe. Seinen Sitz hat der Verein im Volkshaus und zählt derzeit 31 Mitglieder. Zu den Arbeitsfeldern gehören neben der offenen Jugendarbeit im Volkshaus die Schulsozialarbeit an der Tännichtschule, die Demokratiearbeit im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie mit Sitz im Sozialhaus „Alte Post“ sowie weitere niedrigschwellige Angebote. Dazu zählt beispielsweise der wöchentliche Eltern- und Kids-Treff im „Treffpunkt Ost 36“. Besonders beliebt sind zudem die Aktivitäten der Tanzgruppen von „Beverly Dance“, die regelmäßig in der Turnhalle sowie der JukeBox des Volkshauses trainieren und bei zahlreichen Veranstaltungen auftreten.
Zum gesamten Team der Meeraner Jugendarbeit gehören insgesamt 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter fünf hauptamtlich Beschäftigte. Viele engagieren sich ehrenamtlich und unterstützen die Arbeit beispielsweise als Tanztrainerinnen und Tanztrainer oder bei kreativen und praktischen Angeboten. „Ohne dieses Engagement wäre die Jugendarbeit in dieser Vielfalt in Meerane nicht möglich“, betonte Sebastian Reichenbach. Um die Qualität der Arbeit dauerhaft zu sichern, werden regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen angeboten.
Der Jugendclub ist von Dienstag bis Freitag geöffnet, während der Montag für Projektarbeit, Vorbereitung und organisatorische Aufgaben genutzt wird. Anhand der Besucherstatistik gab Sebastian Reichenbach außerdem einen Einblick in die Altersstruktur der Clubbesucherinnen und -besucher. Durchschnittlich besuchen rund 20 Gäste täglich den Club. Hinzu kommen zahlreiche Teilnehmer bei Veranstaltungen und Projektwochen. Insgesamt konnten im Jahr 2025 rund 4.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt werden, darunter etwa 2.500 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Dazu kommen weitere 1.400 Kinder und Jugendliche, die für spezifische Projekte und Workshops den Jugendclub besuchten. Die größte Besuchergruppe bildeten mit 972 Personen die Zehn- bis Vierzehnjährigen, gefolgt von den unter Zehnjährigen mit 922 Besucherinnen und Besuchern. Auch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren nutzen die Angebote regelmäßig, in dieser Altersgruppe wurden 778 Besuche registriert.
Besonders hob Sebastian Reichenbach hervor, dass Kinder und Jugendliche aller Schulformen den Jugendclub besuchen. Damit sei dieser nicht nur ein wichtiger Treffpunkt, sondern auch ein Ort des Austauschs und der Begegnung außerhalb des Schulalltags. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Jugendclub weit mehr ist als ein Ort zum Verweilen. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Förderung und Aktivierung junger Menschen sowie die Gestaltung attraktiver Freizeitangebote. „Wichtig ist es, die Jugendlichen anzusprechen und zu erfahren, worauf sie Lust haben“, erklärte Sebastian Reichenbach. Auf dieser Grundlage entstehen vielfältige Angebote, die Raum bieten, neue Interessen zu entdecken, Fähigkeiten zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln – stets in einer respektvollen und vertrauensvollen Atmosphäre.
Beispielhaft nannte er die REBOUND-Workshopwoche, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal stattfindet. Verschiedene Graffiti-Workshops, Schwimmkurse mit der DLRG, das Blühwiesenprojekt am Volkshaus sowie das Generationenprojekt „Jung und Alt gemeinsam fröhlich“ runden das Angebot des Jugendclubs ab. Viele dieser Projekte werden gemeinsam mit den Partnern „Ein Quadratkilometer Bildung Meerane“ und der Partnerschaft für Demokratie Meerane umgesetzt. „Ohne diese Unterstützung wären insbesondere die umfangreichen Ferienangebote nicht realisierbar“, erklärte Sebastian Reichenbach. Durch die Förderung könnten zahlreiche Angebote kostenfrei oder mit nur geringem Eigenanteil für die Teilnehmer angeboten werden. Von großer Bedeutung sei darüber hinaus die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Einrichtungen, Unternehmen, der Stadtverwaltung und weiteren lokalen Akteuren. Diese Vernetzung bildet eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Jugendarbeit in Meerane.
Den Leitgedanken der Jugendarbeit beschrieb Sebastian Reichenbach mit den Worten: „Wir möchten den Jugendlichen Freiräume geben, sich auszuprobieren, dabei zu lernen und neue Räume zu erobern.“ Gleichzeitig sei es wichtig, Herausforderungen offen anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Ein aktuelles Thema ist der deutlich gestiegene Medienkonsum junger Menschen. Die Jugendarbeit setzt deshalb bewusst auf einen kreativen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien. „Wir zeigen, wie viel Arbeit in Videos, Reels und Storys steckt. Der Weg vom reinen Konsum hin zur eigenen Medienproduktion fördert einen bewussteren Umgang mit digitalen Angeboten“, erläuterte Sebastian Reichenbach. Auch selbst ist der Jugendclub in den sozialen Medien präsent und informiert dort über seine Arbeit und Veranstaltungen. Darüber hinaus zeigt er regelmäßig Präsenz bei zahlreichen öffentlichen Anlässen – etwa auf der Azubi-Messe, beim Straßenfasching, bei Schulfesten, dem Vereinstag oder mit Auftritten von „Beverly Dance“.
Dennoch, so Sebastian Reichenbach, gebe es weiterhin Jugendliche, die bislang nicht erreicht werden. Durch eine gezielte Ansprache sollen künftig noch mehr junge Menschen für die Angebote der Jugendarbeit in Meerane gewonnen werden.

Das übergeordnete Ziel formulierte er abschließend so: „Wir möchten ein vertrauensvoller Wegbegleiter für Kinder und Jugendliche sein, ihnen zuhören und sie auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden unterstützen.“ Damit dies auch künftig gelingen kann, sind die Unterstützung der Förderpartner, die Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Institutionen, Stadt und Landkreis sowie das Engagement vieler Ehrenamtlicher unverzichtbar.

Unter dem Leitgedanken „Alles für die Jugend!“ setzt sich die Meeraner Jugendarbeit dafür ein, jungen Menschen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen und ihnen wertvolle Perspektiven für ihre Zukunft zu bieten. Bürgermeister Jörg Schmeißer sprach im Namen der Stadt Meerane und der Ausschussmitglieder seine Anerkennung aus: „Sie leisten hervorragende Arbeit. Unser herzlicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die sich für die Jugend engagieren. Nicht zuletzt die Auszeichnungen, die Sie und Ihr Team erhalten haben, belegen die hohe Qualität Ihrer Arbeit. Die Meeraner Jugendarbeit ist ein wichtiger Baustein für unsere Gesellschaft und eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung zukünftiger Generationen.“