Ergotherapie Zentrum Meerane Bartl & Rudolph GbR feiert 25-jähriges Jubiläum
Spiel, Handwerk, Kunst und Sport – all das gehört zur Ergotherapie. Doch das Berufsfeld umfasst weit mehr: Ergotherapeutische Behandlungen unterstützen Menschen jeden Alters dabei, ihren beruflichen, schulischen, familiären und freizeitlichen Alltag selbstständiger zu bewältigen. Seit dem Jahr 2000 ist das Ergotherapie Zentrum Meerane Bartl & Rudolph GbR eine feste Anlaufstelle in der Stadt. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums besuchte Bürgermeister Jörg Schmeißer am 8. Dezember 2025 die Praxis und überbrachte den beiden Gründerinnen Simone Bartl und Andrea Rudolph sowie den Mitarbeiterinnen Maria Fiebig und Elin Diesch herzliche Glückwünsche.
Auch das Praxisteam hatte sich auf diesen besonderen Anlass vorbereitet: Während die erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einem kleinen Sektpräsent empfangen wurden, freuten sich die jüngsten Besucher über Luftballons und kleine Naschereien.
Im Gespräch mit dem Team erhielt Bürgermeister Schmeißer Einblicke in die vielfältigen therapeutischen Angebote sowie in die Entstehungsgeschichte des Unternehmens. Kennengelernt hatten sich Simone Bartl und Andrea Rudolph während einer Umschulung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin. Nach mehreren Jahren gemeinsamer Tätigkeit als angestellte Ergotherapeutinnen in derselben Praxis wuchs der Wunsch, sich selbstständig zu machen. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten wurden die beiden auf das Ärztehaus in der Marienstraße aufmerksam. Obwohl beide aus Chemnitz stammen, entschieden sie sich schließlich für Meerane – auch aus wirtschaftlichen Gründen, da es außerhalb der Großstädte im Jahr 2000 nur wenige Anbieter für Ergotherapie gab. Die Anfangszeit war nicht frei von Herausforderungen, wie Simone Bartl berichtete, doch das Unternehmen konnte sich erfolgreich etablieren und wachsen. „Wir sind ein tolles Team – sowohl in der Praxis als auch im gesamten Haus. Die Arbeit findet in einem vertrauensvollen und beinahe familiären Umfeld statt“, so Simone Bartl. Andrea Rudolph blickt zufrieden auf ihren Berufswechsel zurück. Besonders schätzt sie dabei die Arbeit mit Menschen: „Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf und das Klientel ist breit gefächert“, erklärte sie.
Das Ergotherapie Zentrum betreut Klientinnen und Klienten aller Altersgruppen – von Kindern bis hin zu Patienten der Geriatrie. Die Therapien erfolgen auf ärztliche Verordnung und umfassen unter anderem die Fachbereiche Neurologie, Orthopädie, Psychiatrie und Pädiatrie. Neben den Behandlungen in der Praxis werden auch Hausbesuche sowie Therapien in Pflegeeinrichtungen angeboten. Menschen mit Entwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen sowie mit Einschränkungen der Konzentration oder Motorik werden in angeleiteten Übungen gezielt unterstützt. Ziel der ergotherapeutischen Arbeit ist es, verlorengegangene oder nicht ausreichend entwickelte Fähigkeiten zu fördern, wiederherzustellen oder auszugleichen und so die Selbstständigkeit im Alltag zu stärken und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Wie diese therapeutischen Ansätze konkret umgesetzt werden, konnte Bürgermeister Jörg Schmeißer bei einem Rundgang durch die Praxisräume erleben. Dabei kommen unter anderem Spiele, kreative und handwerkliche Tätigkeiten (beispielsweise Holzbearbeitung, Korbflechten und Töpfern) sowie verschiedene Trainingsgeräte und Übungsprogramme (kognitiver und funktioneller Art) zum Einsatz. Die Mitarbeiterinnen erläuterten, wie diese Methoden sowohl die Motorik als auch neuropsychologische Fähigkeiten fördern. Bei handwerklichen Projekten etwa lernen die Patientinnen und Patienten, Arbeitsschritte zu planen und zielgerichtet umzusetzen.
„Bei der Ergotherapie spielt die Arbeit mit den Händen eine zentrale Rolle“, betonte Maria Fiebig. Gemeinsam mit Elin Diesch ist sie insbesondere für die jüngsten Patientinnen und Patienten zuständig. Eine Tätigkeit, die viel Freude bereitet, aber auch besondere Herausforderungen mit sich bringt. Während Erwachsene Anweisungen meist problemlos folgen, ist bei Kindern häufig Einfühlungsvermögen gefragt. „Man muss ein gutes Feingefühl entwickeln“, ergänzte Elin Diesch. Besonders beliebt bei den Kindern sei das Bällebad, das nicht nur zum Spielen einlädt, sondern gezielt zur Förderung der Körperwahrnehmung eingesetzt wird.
Auch bei erwachsenen Patientinnen und Patienten ist das Element des Spiels wichtig, wie Simone Bartl erklärte: „Man unterschätzt oft, wie viel Lernpotenzial im Spiel steckt.“ So entstehen in der Therapie auch selbst gefertigte Therapiespiele, die entweder mit nach Hause genommen werden oder in den Praxisräumen verbleiben, um andere zum Mitmachen zu animieren – ein Erfolg, der sowohl die Patientinnen und Patienten als auch das Praxisteam stolz macht. Mit kreativen, spielerischen und alltagsnahen Methoden leistet das Ergotherapie Zentrum Meerane seit 25 Jahren wertvolle Hilfe zur Selbsthilfe und ist ein Weg zu mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit im täglichen Leben.
Die wichtige Arbeit der Einrichtung in Meerane würdigte auch Bürgermeister Jörg Schmeißer. Zum Abschied dankte er dem Praxisteam herzlich für die interessanten Einblicke in den Beruf und wünschte dem gesamten Team weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.