Farbe gegen Hass – Handballmädels setzen Zeichen in der Karl-Heinz-Freiberger-Halle
Am Buß- und Bettag, dem 19. November 2025, wurde es bunt in der Karl-Heinz-Freiberger-Halle. Während andernorts Feiertagsruhe herrschte, nutzten die Handballerinnen des Handballclub Meerane/Glauchau die freie Halle für ein besonderes Projekt: ein gemeinsames Graffiti mit klarer Botschaft.
Ein großes Dankeschön gilt dabei zunächst dem Handballclub selbst sowie den Trainerinnen der Mädchen. Durch ihre Offenheit, Organisation und die Bereitschaft, Raum für ein solches Projekt zu schaffen, wurde dieser Nachmittag überhaupt erst möglich. Sie haben ihren Spielerinnen damit nicht nur eine kreative Erfahrung ermöglicht, sondern auch ein starkes Zeichen für Wertevermittlung über den Sport hinaus gesetzt.
Hintergrund des Projekts waren Schmierereien, die bei einem Einbruch Ende des Jahres 2024 in der Halle hinterlassen wurden. Bei diesem Akt des Vandalismus wurden an den Filzwänden der Halle verfassungsfeindliche Symbole angebracht. Statt die Spuren lediglich zu beseitigen, sollte diesmal bewusst etwas Neues entstehen – sichtbar, positiv und eindeutig. Die Antwort der Mädchen zwischen 10 und 12 Jahren: „Fairplay“.
Begleitet wurden sie dabei von einem Künstler von Rebel Art aus Chemnitz. Eine echte Herausforderung war der Untergrund: Filz verzeiht nichts, saugt Farbe und verlangt höchste Konzentration. Trotzdem arbeiteten die jungen Sportlerinnen den gesamten Nachmittag über hochkonzentriert, ausdauernd und mit beeindruckender Ernsthaftigkeit an ihrem Werk.
Das Motiv selbst wurde bereits im Vorfeld während einer Trainingszeit gemeinsam entwickelt – von den Mädchen selbst. Der Handball-Hintergrund ist dabei nicht zu übersehen: Bewegung, Teamgeist und Dynamik prägen das Bild. Gleichzeitig transportiert es eine klare Haltung – gegen Ausgrenzung und Hass, für Respekt, Fairness und Zusammenhalt.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen und Räume aktiv mitgestalten können. Wo zuvor Hassbotschaften standen, ist nun ein sichtbares Zeichen für Fairplay entstanden – getragen von Engagement, Kreativität und Gemeinschaft.
Ein weiterer Dank geht an den SV Motor Meerane e.V., der für dieses Projekt auf eigene Trainingszeiten verzichtet hat. Das ist nicht selbstverständlich und hat die Umsetzung entscheidend unterstützt. „Auf euch kommen wir im nächsten Jahr gern zurück – dann soll auch ihr die Gelegenheit bekommen, eure eigene Botschaft an die Wand zu bringen“, so die Partnerschaft für Demokratie Meerane.