„Mit Musik geht alles besser“ – neukonzipierte Werner-Bochmann-Ausstellung im Alten Rathaus eröffnet

„Heimat, deine Sterne“ – „Mit Musik geht alles besser“ – mit diesen Melodien und mit seiner Leidenschaft für die Musik hat der Meeraner Komponist Werner Bochmann sich weit über die Grenzen Meeranes hinaus einen Namen gemacht. In der neu konzipierten und überarbeiteten Werner-Bochmann-Ausstellung würdigt die Stadt Meerane ihren bekannten Sohn, zeichnet seinen künstlerischen Werdegang nach und beleuchtet wichtige Stationen seines Lebens.

Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung am 13. Juni 2026 hießen Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl und Bürgermeister Jörg Schmeißer herzlich die zahlreich erschienenen Gäste willkommen, darunter Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Dr. Peter Ohl, Stadträte der Stadt Meerane und die Familie Eckert. Antje-Gesine Kerl betonte die Freude über die große Resonanz auf die neu konzipierte Ausstellung und gab einen Einblick in ihre Entstehung. Grundlage der Ausstellung ist der künstlerische, musikalische Nachlass, den Werner Bochmann seiner Heimatstadt vermachte. Ein Teil der umfangreichen Sammlung wurde von 2011 bis 2025 als Ausstellung im Kunsthaus Meerane gezeigt. Nun wurde die Schau inhaltlich überarbeitet und zog mit neuem Konzept in die oberste Etage des Alten Rathauses. Antje-Gesine Kerl sprach für diese gemeinschaftliche Leistung herzlichen Dank an ihr Team, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Stadttechnik sowie an alle Helferinnen und Helfer aus. „Sie haben die Vorbereitung dieser Ausstellung mit großer Zuverlässigkeit und Kreativität begleitet und viele Ideen in die Tat umgesetzt“, sagte Antje-Gesine Kerl.

„Es gibt Menschen, deren Musik weit über ihre Lebenszeit hinaus klingt ­– einer von ihnen ist unser Werner Bochmann. Deswegen ehren wir ihn und sind überglücklich, seinen Nachlass den Bürgern unserer Stadt und allen Gästen zeigen zu dürfen“, begann Bürgermeister Jörg Schmeißer sein Grußwort. Er ging auf Lieder Bochmanns ein, die Trost und Hoffnung spenden, an das Zuhause und die Wärme der Heimat erinnern oder für Heiterkeit und Freude sorgen. „Werner Bochmann hat Musik geschrieben, die nicht nur gehört, sondern gefühlt wird. Er ist Teil unserer Geschichte, unserer Identität und unserer Kultur“, so der Bürgermeister. Somit ist es wichtig, dass die Schau zu seinem Andenken nun einen dauerhaften Sitz im Alten Rathaus erhalten hat und die Ausstellung zur Stadtgeschichte ergänzt.
Im Namen der Stadt Meerane sprach auch Bürgermeister Jörg Schmeißer allen großen Dank aus, die an der Ausstellungsgestaltung beteiligt waren und fortwährend dazu beitragen, Besuchern und Gästen die Stadt Meerane und ihre Historie näherzubringen. „Es macht mich stolz, dass wir bereits die vierte Ausstellung in diesem Jahr eröffnen dürfen und der Zuspruch wieder so groß ist. Danke, dass Sie hier sind und gemeinsam mit uns die Meeraner Geschichte am Leben erhalten“, so der Bürgermeister.

Nach einem musikalischen Zwischenspiel mit „Mit Musik geht alles besser“ führte Antje-Gesine Kerl in das Leben und Wirken des 1900 in Meerane geborenen Komponisten ein. Sie berichtete von seiner Schulzeit, der unsicheren beruflichen Zukunft nach dem Zerfall des Kaiserreichs, dem begonnenen Studium der Mathematik und der Chemie, seinem Weg zum Korrepetitor an der Oper, zum studierten Profimusiker und Pianist im Orchester von José Soler und schließlich von dem Erfolg als Filmkomponist bei der UFA in Berlin. Sein Name stand auf dem Vorspann von über 120 Filmen, die auch in den USA, in Frankreich, in Italien und Schweden aufgeführt wurden. Nicht nur für die UFA, auch für andere Firmen komponierte er. 1967 wurde die unermüdliche schöpferische Arbeit mit der höchsten deutschen Auszeichnung ihrer Branche geehrt: dem Filmband in Gold, der Filmpreis der Bundesrepublik Deutschland. Auch die persönlichen Beziehungen Werner Bochmanns griff die Museumsleiterin in ihrer Ansprache auf. Mit seiner zweiten Ehefrau Ditte Bochmann, einer modernen Malerin, war er bis zu seinem Tod 1993 zusammen. Sie inspirierten sich gegenseitig und so sind auch einige ihrer Werke in der Werner-Bochmann-Ausstellung zu sehen. Bereits in den 40er-Jahren hatte Werner Bochmann in Bayern eine neue Heimat gefunden. Bis zu seinem Tod lebte er am Schliersee, wo er auch seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Für die Besucher bot sich im Anschluss die Gelegenheit, die Werner-Bochmann-Ausstellung zu erkunden und die vielen Facetten des Komponisten kennenzulernen. Noch tiefer in sein Leben und Wirken führte Kerstin Zienert die Gäste als Eva – die Freundin Dr. Johannes Pfeiffers aus der bekannten Feuerzangenbowle – und ­teilte dabei auch die eine oder andere Anekdote aus dem Leben Werner Bochmanns.

 

Die Werner-Bochmann-Ausstellung ergänzt nun die Dauerausstellung des Museums zur Meeraner Stadtgeschichte und kann donnerstags bis samstags von 14:00 bis 17:00 Uhr besichtigt werden.