Start des DZK-geförderten Erstchecks zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten im Meeraner Museum

Spannende Ausstellungsstücke zur Meeraner Stadtgeschichte erwarten die Besucherinnen und Besucher im Meeraner Museum. Doch im Depot befinden sich auch einige Objekte mit ungeklärter Herkunftsgeschichte und kolonialgeschichtlichem Hintergrund. Im Rahmen eines durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) geförderten Erstchecks zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten können die rund 250 Objekte nun erforscht werden. Besonders ist an diesem Projekt auch der Partner, denn der Antrag zur Förderung wurde gemeinsam mit dem Naturkundemuseum „Mauritianum“ der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg gestellt.

Anlässlich des Beginns des Erstchecks in Meerane besuchten die Provenienzforscherin Hannah Romstedt und Mike Jessat, Vorstandsmitglied der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e.V. und Direktor des Naturkundemuseums „Mauritianum“, die Stadt Meerane und tauschten sich mit Bürgermeister Jörg Schmeißer, Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl und Depotverwalter Lucas Kunert über den weiteren Projektverlauf und mögliche Ansatzpunkte der Forschung aus. Die Idee, den Erstcheck über Landesgrenzen hinaus durchzuführen und die geschichtliche Verbindung beider Städte einzubeziehen, stieß auch beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste auf positive Resonanz und so konnte das Projekt bereits im Dezember 2025 in Altenburg starten. „Dieser Erstcheck ist komplett gefördert und damit für die Museen eine echte Chance“, sagte Mike Jessat und sprach Bürgermeister Jörg Schmeißer herzlichen Dank für die Unterstützung aus.
Auch Bürgermeister Jörg Schmeißer sieht die Förderung für Meerane als Möglichkeit zur Ergründung bislang unbekannter Geschichten. „Es ist großartig, dass Meerane von dieser Expertise profitieren kann“, so der Bürgermeister.

Hannah Romstedt wird als Provenienzforscherin nun auch das Meeraner Sammlungsgut begutachten. Zur ethnografischen Sammlung der Stadt Meerane zählen beispielsweise Speere, Masken, Schwerter, Musikinstrumente und Bekleidung afrikanischen Ursprungs sowie weitere Stücke unter anderem aus Japan und China. Die hauptsächlich digitale Recherchearbeit umfasst beispielsweise Archivanfragen, Experteneinschätzungen und Vergleiche von Objekten mit bereits bekannten Stücken. Ziel ist, das Sammlungsgut durch die Recherchen nach möglichen Analogien zu gruppieren und so Erkenntnisse zum kulturellen Wert und möglichen Erwerbskontexten der Objekte zu gewinnen. Insbesondere im Hinblick auf das historische Netzwerk der Objektgeber ist die geschichtliche Verbindung von Meerane und Altenburg ein möglicher Ansatzpunkt.

Zum Abschluss des Projektes Ende Mai 2026 folgt ein umfassender Bericht, der eine Zusammenstellung aller vorhandenen Informationen und Hinweise zu möglichen Verdachtsmomenten enthält. „Das weitere Vorgehen hinsichtlich vertiefender Forschungsarbeiten ist dann offen“, so Hannah Romstedt.

Für Meerane und Altenburg ist das Ziel der verantwortungsvolle Umgang mit den Objekten und dem neu gewonnenen Wissen über ihre Kontexte, über das auch in zukünftigen Ausstellungen erzählt werden kann.

Bürgermeister Jörg Schmeißer gemeinsam mit Mike Jessat, Vorstandsmitglied der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg e.V. und Direktor des Naturkundemuseums „Mauritianum“ Altenburg, Museumsleiterin Antje-Gesine Kerl, Provenienzforscherin Hannah Romstedt und Depotverwalter Lucas Kunert.