Volkstrauertag 2022 – Neue Gedenktafel am Ehrenmal Zweiter Weltkrieg auf dem Meeraner Friedhof enthüllt

Kranzniederlegung am Ehrenmal Zweiter Weltkrieg auf dem Meeraner Friedhof

„Wichtig ist jeder, der heute hier ist.“, sprach Pfarrer Christian Freyer. 

Dieser Gedanke begleitete die Gedenkstunde, die in Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am vergangenen Sonntag, dem 13. November 2022, anlässlich des Volkstrauertages stattfand.

Bürgermeister Jörg Schmeißer begrüßte alle Anwesenden, darunter seine Amtsvorgänger Herr Dr. Peter Ohl und Herr Prof. Dr. Lothar Ungerer, Stadträte, Bürgerinnen und Bürger der Stadt Meerane. Ebenfalls hieß er Herrn Pfarrer Christian Freyer von der evangelischen Kirchgemeinde St. Martin, den Posaunenchor der Evangelischen Kirchgemeinde St. Martin und die Reservistenkameradschaft des Reservistenverbandes der Landesgruppe Sachsen willkommen, welche die Gedenkstunde mitgestalteten.

Begleitet durch den Posaunenchor legten der Bürgermeister und die Reservistenkameradschaft, vertreten durch die Obergefreiten der Reserve Christian Ligotzky und Tino Werler, den Oberstabsgefreiten der Reserve Florian Dittrich und Oberleutnant Janko Schubert, Kränze am Mahnmal der Opfer nieder.

In seiner anschließenden Rede erinnerte der Bürgermeister an die von Deutschland ausgehenden Weltkriege und an die unter dem Nationalsozialismus begangenen Verbrechen an der Menschheit.

 „Den Schlusspunkt der von Deutschland ausgehenden Kriegshandlungen bildete der 8. Mai 1945 – die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Seit diesem Tag ist Frieden in unserem Land. 77 Jahre ist nunmehr das schwärzeste Kapitel unserer Geschichte her.“ Insbesondere den Opfern des Nationalsozialismus wurde gedacht. Den unzähligen jüdischen Bürgern, die unter dem Deckmantel der Arisierung deportiert und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Den Menschen mit Behinderung, deren Leben von den Nationalsozialisten als nicht lebenswürdig angesehen wurde. An all jene schreckliche Schicksale wurde erinnert.

Projekte, die ein solches Gedenken fördern und fordern, sind wichtig und notwendig. Es sind Gedenktage, wie der Volkstrauertag oder Ausstellungen, wie die der Arolsen Archives, welche die Opfer der Weltkriege im Bewusstsein der Menschheit erhalten. Dazu zählen auch die durch das Projekt des Künstlers Gunter Demnig initiierten Stolpersteine, wovon zehn Stück in Meerane seit 2009 verlegt wurden oder Gedenktafeln, wie sie auf dem Friedhof angebracht sind. All dies bewahrt die Namen der Toten, die es nie zu vergessen gilt. „Alle Gedenkstätten und Mahnmale sollen uns immer daran erinnern, dass solche Gräueltaten von Deutschland nie wieder ausgehen dürfen.“, mahnte der Bürgermeister.

„Wie zerbrechlich Frieden sein kann, zeigt die heutige Zeit. Vor einem Jahr hätte kaum einer für möglich gehalten, dass es an der unmittelbaren Grenze zu Europa zu einem Krieg kommt, welcher unerträgliches Leid über die Menschen der Ukraine bringt. […] Unsere Geschichte zeigt, dass Frieden möglich ist, auch zwischen Kriegsgegnern. Aus Feinden können Freunde werden. Hierzu bedarf es aber des Willens aller, Frieden zu schaffen und diesen zu erhalten. Dies ist nur durch einen respektvollen und vertrauensvollen Umgang möglich.“

Den Kriegstoten zu gedenken und die Schicksale in Erinnerung zu rufen, ist der Stadt Meerane ein besonderes Anliegen. Der Bürgermeister hob das unter Amtsvorgänger Herrn Prof. Dr. Lothar Ungerer initiierte und umgesetzte Projekt der Namenstafel am Ehrenmal des zweiten Weltkrieges hervor, welches dies verdeutlicht. Mit dieser wurden im Jahr 2020 bereits Verstorbene benannt. In diesem Jahr wurden weitere Namen bekannt. Gemeinsam mit den Anwesenden gedachte Bürgermeister Jörg Schmeißer den Verstorbenen, deren Namen den Namenstafeln hinzugefügt wurden:

 

Heinz Kurt Etzold

Karl Fritz Lubenik

Rudi Werner Ranft

Richard Herbert Rehm

Willy Oskar Sachs

Johannes Curt Schnabel

Willy Alfred Zenner

 

„Frieden ist möglich“, nahm Pfarrer Christian Freyer die Worte von Bürgermeister Jörg Schmeißer auf. „Frieden ist unser aller gemeinsames Anliegen, soll es sein, muss es sein“, betonte auch er. Dass wieder Krieg herrscht und in Europa wieder Bomben fallen, erschüttert uns alle.

Dann verlas er das Wort Frieden in vielen verschiedenen Sprachen und hob Bedeutung der Kriegsgräber mit dem Verweis auf eine Aussage von Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer hervor: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“

Die Bedeutungshaftigkeit des Erinnerns wurde auch von Pfarrer Freyer hervorgehoben: „Kriegsgräber mahnen uns! Danke, dass sie erhalten, gepflegt und geschützt werden. Jeder Name, jeder Stein ist mit Geschichten verbunden, die in die Familien hineinreichen.“

Er hob die neue Aktualität hervor, die der Gedenktag mit den Ereignissen in der Ukraine erhalten hat. Der Wunsch nach dem Kriegsende und das Streben nach Frieden vereinen uns alle. Pfarrer Freyer nahm nochmals das Anfangszitat auf. „Frieden ist möglich. Wir hoffen, dass Frieden wird und Frieden bleibt“, sagte er und betonte: „Frieden muss immer errungen sein!“ Viele der Anwesenden beteten gemeinsam mit Pfarrer Freyer das Vaterunser.

Mit einer Schweigeminute gedachte der Bürgermeister mit allen Anwesenden den Opfern von Gewalt durch Kriege und den Opfern der Gräueltaten des Nationalsozialismus.

Das Niederlegen eines weiteren Kranzes am Mahnmal des ersten Weltkrieges in Waldsachsen, war Bürgermeister Jörg Schmeißer nach seinem Amtsantritt ein besonderes Anliegen.